Konzept von Kreis, Kreiskommunen und IHK

Masterplan für neue Wirtschaftsförderung

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IHK-Präsident Alfred Clouth

Dietzenbach - Der scharfe Wind der Globalisierung beutelt auch die Region. Um sich international besser als Standort präsentieren zu können und den Service für Unternehmen auszubauen, hat der Kreis mit seinen 13 Kommunen und der IHK ein gemeinsames Wirtschaftsförderungskonzept entwickelt. Von Michael Eschenauer

Bürokraten in die Ablage: Vorgestellt werden soll der neue Verhaltenskodex mit dem Ziel, dass sich die Verwaltungen im Kreis und in den Städten nicht als „exekutierende, sondern als helfende und beratende Behörde verstehen“ (Landrat Oliver Quilling), am Donnerstag auf dem „Zweiten Kommunalkongress“ im Haus des Lebenslangen Lernens in Sprendlingen. Die Ideen mit dem Motto „Schneller, Stärker, Smarter“ basieren auf Vorgaben, über die sich 120 Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik vor einem Jahr auf dem „Ersten Kommunalkongress“ geeinigt hatten. Beteiligt an der Erarbeitung des neuen Wirtschaftsförderungskonzepts war die Industrie- und Handelskammer (IHK). Die fachliche Begleitung lag bei dem Beratungsinstitut ExpertConsult, das sich von dem Aktionsplan „dauerhafte Wachstumschancen bei Beschäftigung und Steuereinnahmen“ verspricht. Allerdings wird auch der Einsatz von mehr Personal empfohlen. Quilling stellte gestern Änderungen in der Verwaltung in Aussicht

Besonderen Wert lege man, so IHK-Präsident Alfred Clouth, auf feste Ansprechpartner, die die Unternehmen durch die Verfahren begleiten. Auf diese Weise könnten zeitaufwendige Nachbesserungen bei Bauanträgen vermieden werden. Hier liege vor allem ein Problem kleiner und mittelständischer Betriebe. Clouth bezeichnete die Ziele des Kreises als Orientierungsmarken für die Stadt Offenbach. Deren Wirtschaftsförderung funktioniere gut, allerdings müsse die Kooperation von Verwaltung und Firmen verbessert werden.

Bilder: Neujahrsempfang in Dietzenbach

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Region schärft Wirtschaftsförderung

Der Hainburger Bürgermeister und Sprecher der Kreis-Bürgermeister, Bernhard Bessel (CDU), zeigte sich „froh und dankbar“ über die Initiative. Sie biete gerade Gemeinden, die wirtschaftlich nicht so stark seien, neue Förder-Chancen. Mittlerweile sieht er die frühere Praxis in den Rathäusern überwunden, um jeden Preis ein Unternehmen in die eigene Kommune zu locken, auch wenn es gar nicht dorthin passe. Immer mehr setze sich die Einschätzung durch, dass es das Wichtigste sei, einen Betrieb für die gesamte Region gewinnen. Rödermarks Bürgermeister Roland Kern (Grüne) sprach von den Gemeinden als „Mosaiksteinen“ eines Kreis-Images, von dessen Strahlkraft sie profitierten. Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) glaubt, dass sich der Kreis mit der Aktion besser auf Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die Digitalisierung vorbereiten kann. Rodgaus Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) regte eine Erfolgskontrolle der Aktionen an. Die Verbesserung der Kommunikation sei essenziell. „Die Firmen sollen Geld verdienen und sich nicht mit uns beschäftigen.“

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