Zweites Hundeschwimmen im Waldbad

Hannibal mag nicht ins Wasser

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Nicht alle Tiere starten auf Kommando ins Becken. Mancher schaut sich die Angelegenheit zunächst in Ruhe an.

Dietzenbach - Das Waldschwimmbad blickt auf einen außergewöhnlichen Sommer mit einem Besucherrekord von mehr als 130 000 Gästen zurück. Und auch der letzte offizielle Badetag war sehr gut besucht. Von Burghard Wittekopf 

Doch danach ist noch nicht Schluss: Viele Bäder bieten vor der Pause Hundeschwimmen an. Es ist eine Idee, die immer mehr Anhänger findet.
Wie im vergangenen Jahr hat das Waldschwimmbad seine Becken für Hunde geöffnet. Fünf Stunden lang können sie schwimmen oder auf dem Gelände rumtollen. „Hundeschwimmtag“ heißt die Aktion, die auf Initiative von Susanne Hohmann im vergangenen Jahr in Dietzenbach Premiere feierte. „Hunde und Menschen sollen einen geselligen Tag miteinander verbringen“, meint die zweifache Hundebesitzerin. Ihr Konzept, das bereits 2017 über 100 Hunde anlockte, hat sie diesmal erweitert.

Wasserspaß für Vierbeiner: Wer schnappt sich den Ball?

Offiziell begrüßt werden die zahlreichen Besucher vom Ersten Stadtrat Dieter Lang: „Es war eine Saison der Rekorde“, die einen furiosen Abschluss erfordere. Damit ist der Hundeschwimmtag eröffnet und viele Besitzer versammeln sich sofort mit ihren Vierbeinern am Rand des großen Beckens. Eigentlich sollten alle auf ein Kommando ins kühle Nass springen, doch es zeigt sich schnell, dass die Tiere ihren eigenen Kopf haben. Während der eine abwartet und zuschaut, tritt der andere vorsichtig an den Rand und testet das Nass bedächtig mit der Pfote. Für wieder andere Hunde gibt es kein Halten: Sie springen mit einem Satz ins Becken.

Dass das Hundeschwimmen auch in diesem Jahr bei den Besuchern ankommt, zeigt sich an den Besucherzahlen. Bereits zwei Stunden nach Eröffnung kann sich Hohmann über mehr als 150 verkaufte Hundeeintrittskarten freuen.

In Dietzenbach dürfen die Hundebesitzer mit ihrem Hund ins Becken. „Das ist nicht in jedem Schwimmbad so“, sagt Cindy Spanu, die mit ihrem Hund Akira aus Schwalbach im Taunus angereist ist. Sie hat die lange Anreise gerne auf sich genommen, denn ihr ist es wichtig, dass sie mit dem Tier ins Wasser kann. Akira leidet nach einem Kreuzbandriss unter Gelenkschmerzen. „Deshalb kann er nicht richtig schwimmen und es besteht die Gefahr, dass er sich verschluckt“, erläutert Spanu. Doch die Bewegung im Wasser zeigt positive Wirkung, denn als Akira das Becken verlässt, spielt er wie selbstverständlich mit anderen Tieren auf dem Gelände.

Nicht jeder Hund möchte ins Wasser. Die beiden Pomskies Mia und Hannibal – eine Kreuzung zwischen Zwergspitz und Huskie – tollen lieber zusammen rum. Doch Herrchen Manuel Sundt nimmt den achtmonatigen Vierbeiner und setzt ihn vorsichtig ins Becken. Hannibal rettet sich schnell wieder ans Ufer. Ein böser Blick zeigt dem Herrchen an, dass die Idee nicht gut ankam. „Das wird schon“, meint Sundt.

Hundeschwimmen im Dietzenbacher Waldschwimmbad: Bilder

Zum ersten Mal ist die Hundeschule Good Dogs von Heike Brinkmann aus Heusenstamm dabei. Sie und ihre Trainerin Michaela Wittmütz zeigen gerade, wie man Welpen an unterschiedliche Arten des Untergrunds gewöhnt. „Die Hunde lernen, dass es rutschige und steinige Stellen gibt“, berichtet sie.

Der Verein für Schutz- und Gebrauchshunde (VSG) ist heute auch mit einem Stand vertreten. Die Dietzenbacher Gemeinschaft besteht bereits seit 1949. Heute informieren Brigitte Krüger und Rita Streb über aktuelle Veranstaltungen wie das Hunderennen, das am 3. Oktober wieder stattfindet.

Es war wieder mal ein sehr gelungener Tag für alle Teilnehmer. Ein sehr gutes Konzept findet immer mehr Anhänger und wird sicher kommendes Jahr wiederholt.

Um Hygienefragen angesichts des Hundeschwimmens muss sich übrigens niemand sorgen. Das Bad wird nach der Veranstaltung zunächst desinfiziert und dann winterfest gemacht. Pünktlich zur Eröffnung im nächsten Jahr wird das Wasser komplett abgelassen und durch frisches ersetzt.

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