Anträge mit kurzer „Überlebenszeit“

Mehrheit im Kreistag stoppt Initiativen der Opposition

Einstimmige Zustimmung erfuhr die Initiative der Grünen, der Kreisausschuss möge bis Jahresende einen Bericht über die Fortentwicklung des Konzepts „Gegen die Armut von Kindern im Kreis“ vorlegen.

Dietzenbach - Elterntaxi, W-LAN an Schulen, Klima- und Gewässerschutz, die psychosoziale Situation von Hauptschülern und Kinderarmut – die Initiativen, die die Opposition im Kreistag gestern zur Diskussion stellte, hatten keine lange „Überlebenszeit“. Von Michael Eschenauer

Innerhalb von nur zwei Stunden Sitzungsdauer wurden fast alle abgelehnt. Mit den „Elterntaxis“ vor den Schulen im Kreisgebiet beschäftigte sich ein Antrag der Grünen. Der Kreis solle, so Antragsteller Klaus-Uwe Gerhardt, mit Kommunen und Schulamt ein Konzept zur Vermeidung dieser gefährlichen, umweltbelastenden und den Bewegungsmangel der Kleinen fördernden Unsitte erarbeiten.

Günter Gericke von der FDP bezeichnete die Initiative als überflüssig, weil an den Schulen vor Ort und in den Kommunen bereits genug unternommen werde. Dieser Einschätzung schloss sich die CDU an. Rudolf Schulz von den Freien Wählern, wies auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hin. Viele Eltern seien berufstätig und stünden morgens unter Zeitdruck. Da sei es praktisch, das Kind einfach im Auto mitzunehmen. Ferner seien die Autofahrer aggressiver und die Schulwege unsicherer als in an der Vergangenheit. Dennoch sei der Antrag überflüssig. Er wurde abgelehnt.

Das gleiche Schicksal ereilte ein FDP-Antrag, in dem der Kreisausschuss beauftragt werden sollte, „schnellstmöglich“ im Dialog mit den Schulen ein schulspezifisches W-LAN-Konzept zu erarbeiten und für die Ausrüstung mit digitalen Netzwerken Geld bereitzustellen. Tobias Kruger (FDP) verwies auf mehrere zum Teil einstimmig verabschiedete Anträge des Kreistags in diese Richtung. Trotzdem gebe es bis dato keine mit W-LAN ausgerüstete Schule im Kreis. Es sei angesichts des großen Nachholbedarfs in Deutschland dringend notwendig, sich endlich diesem Thema zu widmen.

Landrat Oliver Quilling (CDU), aber auch Andrea Gerlach von der SPD wiesen darauf hin, dass der von der Bundesregierung aufgelegte „Digitalpakt“ zur besseren Ausstattung der Schulen ab dem Jahreswechsel umgesetzt werden soll. Vorher mache es angesichts der unklaren Förderstrukturen wenig Sinn, vorzupreschen. Werner Müller (SPD) wies darauf hin, dass Investitionen, die vor einem Förderprogramm begonnen worden seien, in der Regel nicht unterstützt würden. Der Antrag wurde abgelehnt.

Einschulung 2018 in Dietzenbach: Bilder

Aue-Schule: Klasse 1d

Aue-Schule: Klasse 1e

Aue-Schule: Vorklasse

Astrid-Lindgren-Schule: Klasse 1a

Astrid-Lindgren-Schule: Klasse 1b

Astrid-Lindgren-Schule: Klasse 1c

Astrid-Lindgren-Schule: Klasse 1d

Die Abc-Schützen der Rudolf-Steiner-Schule in Dietzenbach

Montessori-Schule Dietzenbach

Die 1a der Regenbogenschule in Dietzenbach

Die 1b der Regenbogenschule in Dietzenbach

Die 1c der Regenbogenschule in Dietzenbach

Die Vorklasse der Regenbogenschule in Dietzenbach

Die 1a der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Dietzenbach

Die 1b der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Dietzenbach

Die 1c der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Dietzenbach

Die Vorklasse der Sterntalerschule Dietzenbach mit Lehrerin Ingeborg Wolf-Dechert.

Klasse 1a der Sterntalerschule in Dietzenbach

Die Klasse 1b der Sterntalerschule in Dietzenbach.

Die Klasse 1c der Sterntalerschule Dietzenbach mit Lehrerin Agi Nieuzylla.

Die Vorklasse der Rudolf-Steiner-Schule in Dietzenbach.

Wenig Glück hatte auch ein Antrag der Grünen, der Kreisausschuss möge zusammen mit den Kommunen einen Maßnahmenkatalog beziehungsweise einen Aktionsplan zur Eindämmung von Extremwetterereignissen zu erarbeiten. Karin Wagner nannte in diesem Zusammenhang zusätzlichen Hochwasserschutz, mehr Grün, Bodenentsiegelung, Gesundheitsvorsorge oder Frischluftschneisen. Während Robert Rankl von der AfD sich darüber amüsierte, der kleine Kreis Offenbach wolle die Welt retten, verwies Tobias Kruger (FDP) auf fehlende Einflussmöglichkeiten und Zuständigkeiten. Michael Rickert (CDU) bezeichnet den Kreis als gut gerüstet für die Veränderungen des Klimas.

Abgelehnt wurden ferner die Forderung der Grünen nach einem Bericht zur Wasserqualität der Fließgewässer sowie ein Antrag der Freien Wähler, der Kreis möge ein „Hearing zur psychosozialen Situation von Hauptschülern“ veranstalten. Einstimmige Zustimmung erfuhr dagegen die Initiative der Grünen, der Kreisausschuss möge bis Jahresende einen Bericht über die Fortentwicklung des 2008 vorgelegten Konzepts „Gegen die Armut von Kindern im Kreis“ vorlegen.

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