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Nachwuchs-Kicker des FC trainieren wieder – mit Abstand und Disziplin

Teambesprechung: Trainer Ertan Caliskan und seine D1-Junioren müssen sich während des Trainings an strenge Hygienevorschriften halten. Foto: LEO

Die Sportpause ist vorbei: Die Junioren des FC Dietzenbach stehen wieder auf dem Platz. 

Dietzenbach – „Ich hätte nicht erwartet, dass alle kommen. Ich dachte, die wären nur noch am Zocken“, schmunzelt Ertan Caliskan. Der Trainer der D1-Fußballjunioren des FC Dietzenbach begrüßte 17 Kicker zum ersten Training seit Beginn der Corona-Pandemie.

Denn seit vergangenem Donnerstag dürfen die Dietzenbacher Fußballer endlich wieder auf den Platz. Natürlich unter strengen Vorgaben, aber immerhin.

Die Stadt Dietzenbach hat die Hygieneregeln festgelegt, bittet die Sportler, sich strikt an die Empfehlungen zu halten, die der Hessische Fußballverband Anfang Mai veröffentlicht hat. Vor allem gilt es, das Abstandsgebot zu wahren, 1,5 bis zwei Meter sollen bei den kontaktfreien Übungseinheiten zwischen den Spielern liegen. Zweikämpfe oder gar Trainingsspiele sind tabu. Auch Kopfbälle sind nicht erlaubt und jeglicher Körperkontakt ist verboten. Zudem gilt es, eine Teilnehmerliste zu führen und eine Reihe von Hygienevorschriften zu beachten.

Und so nimmt Trainer Caliskan die Arbeit bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Trainingsbeginn auf: An den von der Stadt installierten Außenwaschbecken – der Kabinentrakt darf nicht betreten werden – desinfiziert er die Sportgeräte, die er später beim Training benötigt. Und das dauert seine Zeit. Nach und nach trudeln die Spieler ein, die erste Teambesprechung findet auf einem Nebenplatz statt – mit gebührend Abstand zwischen allen Spielern. Die Jungs sind gut informiert, haben die Vorgaben bereits verinnerlicht.

Anschließend geht es in vier Gruppen zum Händewaschen und dann auf den Platz. Da die Rasenplätze frisch eingesät sind, steht nur der Kunstrasen zur Verfügung. In normalen Zeiten müssen sich die D-Junioren den Platz mit einer anderen Mannschaft teilen, nun können sie sich auf der kompletten Spielfläche austoben. Für Ertan Caliskan bedeutet das allerdings viel Laufarbeit. Der Platz ist in vier Felder unterteilt, damit sich die Jungs nicht zu nahe kommten. Und Caliskan ist der Einzige, der die Utensilien anfassen darf. Das Schusstraining – dabei wird Caliskan von seinem Co-Trainer Georg Jünger unterstützt – steht im Vordergrund, allerdings muss die Übungsform gleich viermal aufgebaut werden. Das kostet Zeit. Dennoch sind die Jungs froh, endlich einmal wieder gegen den Ball treten zu können.

„Aufgrund der aktuellen Situation kann jede Mannschaft nur einmal pro Woche trainieren“, erläutert Thomas Münch, einer der beiden Corona-Beauftragten des Vereins und Mitglied im Jugendorganisationsteam des FCD. Wobei vorerst nur die Mannschaften ab der U12 wieder trainieren, die jüngeren Jahrgänge sollen erst ab dem 15. Juni folgen, wenn die Kids zwei Wochen lang ihre Erfahrungen mit den Hygienevorschriften in den Schulen gemacht haben. „Nicht alle Trainer nehmen das Training wieder auf. Zum einen haben wir Trainer, die der Risikogruppe angehören, aber auch Eltern, die noch nicht möchten, dass ihre Kinder schon wieder trainieren“, ergänzt Bettina Benz, die sich ebenfalls im Jugendorganisations-Team engagiert.

Die meisten Trainer seien aber einfach froh, dass es weitergeht, sagt Münch. Und der Zeitpunkt ist gut getroffen, stehen doch seit vielen Jahren gerade am Pfingstwochenende immer große Jugendfußball-Veranstaltungen auf dem Programm. „Wir wären jetzt eigentlich in den Niederlanden bei einem großen Turnier am Start“, meint Münch, der bei den E-Junioren noch das Amt des Betreuers inne hat.

Die D-Junioren verlassen nach eineinhalb Stunden durch eine der beiden Türen auf dem eingezäunten Kunstrasenplatz das Gelände – während durch die andere Tür die A-Junioren den Platz zum ersten Training seit mehr als zwei Monaten betreten. Denn Abstand halten ist und bleibt eines der wichtigsten Gebote in diesen Tagen.

Von Patrick Leonhardt

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