Neujahrsempfang der Kreisstadt

Musik, Ehrungen, Sternsinger und Ansprache des Bürgermeisters

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Die Ausnahmepianistin Nami Ejiri spielt beim städtischen Neujahrsempfang im Bürgerhaus mit geschlossenen Augen unter anderem Werke von Robert Schumann und Frédéric Chopin. J Fotos (5):

Dietzenbach - „The Same Procedure As Every Year“ – nicht nur Miss Sophie aus „Dinner For One“ kennt das. Auch die Dietzenbacher empfangen das neue Jahr traditionell mit einem Zusammenkommen im Bürgerhaus. Von Ronny Paul 

Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinsleben und Bürgerschaft hörten die Neujahrsansprache des Bürgermeisters im Capitol. Doch Jürgen Rogg wich nach der Begrüßung durch Stadtverordnetenvorsteherin Christel Germer ein bisschen vom Protokoll der vergangenen Jahre ab – nach dem Motto: „Not The Same Procedure As Every Year“. „In diesem Jahr verzichte ich auf die Zusammenfassung der Neujahrsansprachen der Kanzlerin und anderer wichtiger Politiker“, sagte der Rathauschef vor rund 400 Gästen im Capitol. „Der Unterschied zu den Vorjahren war einfach zu gering, und Sie hätten nicht gemerkt, ob das jetzt 2015, ‘16, ‘17 oder ‘18 ist.“ Dafür resümierte Rogg wie gewohnt das vergangene Jahr aus globaler und kreisstädtischer Perspektive. Er erinnerte unter anderem an die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Regierungschef und an den „nordkoreanischen Irren, der mal wieder Atombomben testet und den USA mit Krieg droht“.

Von der „großen weiten Welt“ schwenkte Rogg dann zum Leben in der Kreisstadt und hob die wirtschaftliche Entwicklung hervor, die ihm nach wie vor besonders am Herzen liege. „Das wird auch so bleiben.“ Er betonte, er werde sein Versprechen, bis zum Ende seiner Amtszeit (Anm. d. Red.: 2021) alle größeren Gewerbegrundstücke erfolgreich vermarktet zu haben, einhalten. Die erfolgreiche Entwicklung des Wirtschaftsstandortes verlange aber auch, den Wohnstandort weiterzuentwickeln. Doch das habe „mittelfristig“ seine Grenzen. Dietzenbach habe bereits aktuell eine Wohndichte wie Offenbach und Frankfurt, sagte Rogg. „Die verbleibenden Wohnbauflächen werden in den kommenden Jahren größtenteils bebaut werden und dann ist Schluss.“ Das sei auch gut so, denn die Kreisstadt werde voraussichtlich in drei bis fünf Jahren die 37 000-Einwohner-Marke erreichen. Damit wäre die Infrastruktur dann ausgereizt. Abschließend dankte Rogg allen Ehrenamtlern für deren Engagement, das die „Stadtgesellschaft zusammenhält“.

Neujahrsempfang 2018 in Dietzenbach: Fotos

Dass es einem bei so viel Publikum im Bürgerhaus-Capitol schonmal die Sprache verschlagen kann, hat ein vierjähriger Sternsinger erlebt. Traditionell enterten die Sternsinger mit St.-Martin-Gemeindepfarrer Stefan Barton die Bühne und sangen Lieder. Ins „Gloria“ beim Refrain stimmte der ganze Saal – ebenso wie bei der National- und Europahymne zum Ende – mit ein. Als der Vierjährige an der Reihe war, seinen Satz zu den Segenssprüchen beizutragen, verschlug es ihm die Sprache. St.-Martin-Gemeindereferent Matthias Hassemer sprang dem Kleinen zur Seite und flüsterte ihm die fehlenden Worte zu. Das lies so manches Frauenherz warm werden. „Ist der süß“, hörte man aus verschiedenen Ecken.

Musikalisch verzauberte die Pianistin Nami Ejiri solo und zusammen mit ihrer Tochter Ayumi-Sophie Jung im Duett die Zuhörer. Die Siebenjährige bewies, warum sie schon mehrere nationale und internationale Auszeichnungen bekommen hat. Ganz in die Musik versunken, trug sie mit meist geschlossenen Augen Edward Elgars „Liebesgruß“ und das „Scherzo und Tarantelle“ von Henryk Wieniawski vor.

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