Neun Bewerber für ein Pflegeheim

Dietzenbach - Keine Frage, Seniorenarbeit wird in der Kreisstadt groß geschrieben. Es gibt mehrere Seniorenwohnanlagen und betreutes Wohnen, ein Mehrgenerationenhaus für das Neubaugebiet Steinberg ist in Planung, doch Pflegeheime gibt es bisher nur eines. Von Nina Beck

Der Seniorenbeirat, gegründet vor mehr als 35 Jahren, gehört unbestreitbar zu den Pionieren seiner Art, die Arbeit der Seniorenhilfe ist weit über die Grenzen Dietzenbachs hinaus geschätzt und viel kopiert, die Angebotspalette der städtischen Seniorenarbeit ist immer noch groß, und auch freie Träger wie etwa die Arbeiterwohlfahrt, Kirchen und Parteien haben den älteren Semestern einiges zu bieten. Es gibt Seniorenwohnanlagen und betreutes Wohnen an mehreren Stellen im Stadtgebiet, ein Mehrgenerationenhaus für das Neubaugebiet Steinberg ist in Planung, doch Pflegeheime gibt es bisher nur eines, die DRK-Einrichtung an der Adolph-Kolping-Straße.

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Das soll sich in naher Zukunft ändern. Nachdem bereits im Frühjahr 2011 in einer Pressekonferenz das Konzept eines Seniorenpflegeheims an der Offenbacher Straße mit 103 stationären Pflegeplätzen vorgestellt worden war – die Pläne hatten sich, wie berichtet, jedoch zerschlagen – unternimmt die Stadt nun einen weiteren Anlauf.

„Das Bewerberverfahren läuft derzeit noch“, sagte Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) gestern auf Anfrage. „Nicht alle Bewerber sind auf die geforderten Ausschreibungskriterien eingegangen; die sollen kommende Woche angeschrieben werden, weil es noch offene Fragen gibt.“

Wie berichtet, hatten zuletzt insgesamt neun private Investoren Interesse angemeldet, ein weiteres Seniorenpflegeheim in der Kreisstadt zu errichten, darunter dem Vernehmen nach auch die Berliner Projektentwicklungsgesellschaft PHS (Pro Homine Sapiente), die schon 2011 mit im Boot war. Sie sei nach wie vor interessiert an dem Projekt, sowohl als Träger als auch als Investor, hieß es zuletzt. Das Gesamtinvestitionsvolumen schätzte die PHS auf acht bis neun Millionen Euro.

Sieben Bewerber haben sich das Baugebiet 72 ausgeguckt

Insgesamt sieben der aktuellen Bewerber haben den bereits 2011 ausgeguckten Standort im Blick, das Baugebiet 72 an der Offenbacher Straße gegenüber der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik. Für den Verkauf des Areals hatte das Stadtparlament bereits Ende 2010 grünes Licht gegeben: Knapp 1,2 Millionen Euro, hieß es, könnte diese Veräußerung auf das Konto der Entwicklungsmaßnahme spülen.

Zwei weitere Interessenten dagegen planen einen Gebäudekomplex auf Baufeld E, zwischen dem Busbahnhof am Masayaplatz und der Grünachse. Hier würde dann eine kleinere Einrichtung zum Tragen kommen, mit maximal 80 Plätzen. Walter Fontaine, Fachbereichsleiter Soziale Dienste, hatte eine solche Variante zuletzt als „anspruchsvoll für den Architekten, aber durchaus machbar“ bezeichnet.

Darüber, was die Anzahl der vorzuhaltenden Pflegeplätze anbelangt, hatte es auch vor zwei Jahren schon unterschiedliche Ansichten gegeben. Während Fontaine damals ein Pflegeheim mit rund 80 Plätzen und kleinen, familiären Wohngruppen mit je bis zu zwölf Bewohnern vorgeschwebt hatte, äußerten die damaligen Investoren, ein Haus dieser Größenordnung lasse sich nicht wirtschaftlich betreiben.

Rubriklistenbild: © dpa

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