Polizei sucht Zeugen

Keine Spur vom Taubenmörder: Züchter fassungslos

Dietzenbach - Eine Nacht hat das Leben von Joachim König verändert und erschüttert. Unbekannte haben 35 seiner Brieftauben brutal getötet. Von den Tätern fehlt jede Spur, die Polizei sucht Zeugen. Von Ronny Paul

Der Taubenschlag von Joachim König gleicht einem Schlachtfeld. Die Tür aufgebrochen, das Fenster zerstört. Nur noch die Federn sind dem Züchter von den getöteten Brieftauben geblieben.

Joachim König ist auch mehr als eine Woche nach dem grausamen Vorfall in seinem Garten immer noch erschüttert. Er zittert, wenn er über vergangene Woche redet. Wie berichtet, hatten Unbekannte in der Nacht auf Montag, 29. Februar, 35 von Königs geliebten Brieftauben in ihrem Taubenschlag am Steinkautenweg getötetund in zwei Müllsäcken an der Mauer vor seinem Garten aufgereiht. Mutmaßlich haben die Täter mit einem Gegenstand auf die Tauben eingeschlagen, nachdem sie die kleine Hütte mit einem Brecheisen aufgehebelt und zudem eine Glasscheibe zerstört hatten. „Überall lagen Glasscherben und Federn“, sagt König und muss schlucken. Für ihn ist es immer noch unbegreifbar, wieso und warum die mutmaßlichen Tierhasser das gemacht haben: „Ich habe keinem Menschen etwas getan, die kommen nachts einfach und machen alles kaputt“, ringt der Rentner um seine Fassung.

Taubenzüchter Joachim König ist erschüttert.

Der Garten sei sein Paradies, „die Tauben sind mein ganzes Leben“, sagt er. Dort genießt der Rentner für gewöhnlich den Sommer, ist an warmen Tagen von 10 bis 18 Uhr dort. „Ich schalte dann die Stereoanlage an, höre Musik und kümmere mich um die Tauben“ – und um seine Rosen, Hibiskusbäume, Tomaten und Begonien. „Ich brauche das, sonst werde ich verrückt in meiner Wohnung“, sagt König, der derzeit aufgrund einer Erkrankung nicht gut zu Fuß ist. Für seine Taubenzuchtkünste hat König über die Jahre viele Preise gesammelt, „Gold, Silber, Bronze: Ich habe alles geholt, was geht“, zählt der Rentner auf und zeigt auf seine Medallien und Pokale in seinem Wohnzimmer. Die Brieftauben habe er einst für viel Geld – rund 4000 Euro – einem Züchter abgekauft. Geld, das der Rentner sich mühselig zusammengespart hat. Wenige Tauben, die neben dem demolierten Taubenschlag in einem Gitterkäfig untergebracht sind, blieben verschont. Doch von seinen 35 Brieftauben sind ihm nur noch Federn geblieben. Trotzdem möchte sich König nicht von seinem Hobby abbringen lassen: „Meine Söhne werden alles wieder aufbauen“, sagt er: „Ich will weitermachen.“

Den Tätern droht eine Geld- bis hin zu drei Jahren Freiheitsstrafe wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, teilt Dietzenbachs Polizeichef Klaus Hofmann auf Nachfrage mit. Kripo und Umweltschutzdezernat haben Spuren vor Ort gesichert und werten sie derzeit aus. Die Polizei bittet Zeugen oder Hinweisgeber sich auf der Dietzenbacher Wache unter der Telefonnummer 06074/837-0 zu melden.

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