Einschränkungen und hohe Kosten

Öffnet das Waldschwimmbad überhaupt noch? Entscheidung erst Ende Juni

Der Sprung ins kühlende Nass ist dieses Jahr ungewiss. (Symbolbild)
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Der Sprung ins kühlende Nass ist dieses Jahr ungewiss. (Symbolbild)

Lohnt es sich noch, das Waldschwimmbad in Dietzenbach nach der Corona-Pause aufzumachen? Die Stadtverordneten haben es in der Hand.

Dietzenbach – Die Stadtverordneten sollen in der kommenden Sitzung am Freitag, 26. Juni, 19 Uhr, darüber entscheiden, ob es wirtschaftlich Sinn macht, das Waldschwimmbad dieses Jahr noch zu öffnen. Die Städtischen Betriebe haben ein Betriebs- und Hygienekonzept ausgearbeitet und verweisen gleichzeitig auf die Mehrkosten, die durch einen eingeschränkten Badebetrieb entstehen würden. In einer Magistratsvorlage werden die Stadtverordneten nun gebeten zu beschließen, das Waldschwimmbad aus „rein wirtschaftlichen Gründen und den Auswirkungen der zu erwartenden Betriebskosten auf das betriebswirtschaftliche Jahresergebnis 2020 der Städtischen Betriebe beziehungsweise den städtischen Haushalt“ in der dieser Saison nicht zu öffnen.

Ursprünglich war die Eröffnung der Saison im Waldschwimmbad bereits für den 1. Mai geplant. Wegen des Coronavirus und den damit einhergehenden Einschränkungen musste darauf vorerst verzichtet werden. Zwischenzeitlich hatte das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung beschlossen, dass ab dem 1. Juni Schwimmbäder in Hessen unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln für Schwimmvereine und -kurse wieder öffnen dürften. Seit Montag ist dies auch für den öffentlichen Betrieb der Fall. Wobei jedoch auch dieser sowohl Betreibern wie Besuchern strenge Regeln abverlangt.

Begründet wird der von Sozialdezernent und Erstem Stadtrat Dieter Lang, Thomas Vollmuth, dem Betriebsleiter der Städtischen Betriebe, sowie deren Technischem Betriebsleiter, Michael Würz, unterzeichnete Antrag ausführlich. Darin informieren die Verantwortlichen zunächst über den aktuellen Stand im Schwimmbad an der Offenthaler Straße: Seit März sei das Bad ausgewintert und für den Regelbetrieb vorbereitet worden. Eigentlich ist alles für die Badegäste bereit. Um der Sondersituation rund um das Coronavirus gerecht zu werden, haben die Städtischen Betriebe auch Hygienepläne und -konzepte entwickelt, außerdem wurden Szenarien einer stufenweisen Öffnung in einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für reduzierte Besucherzahlen erarbeitet. „Wir müssen uns in diesem Jahr erstmals mit der Frage auseinandersetzen, ob die Öffnung des Waldschwimmbads wirtschaftlich vertretbar ist“, sagt Dieter Lang auf Anfrage. Bisher habe der Öffnung am 1. Mai nie etwas im Wege gestanden. Er selbst sei Sportschwimmer und Anhänger des Dietzenbacher Freibads, habe in den vergangenen Jahren immer eine Dauerkarte besessen. „Aber wir müssen klar sagen, dass das Badevergnügen unter diesen Bedingungen nicht das sein wird, wie wir es kennen.“

Aufgrund der Einlassbeschränkung dürften nämlich in der ersten Phase zunächst nur 105 Badegäste zeitgleich im Wasser sein. In der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde zudem berücksichtigt, dass aufgrund des geplanten eingeschränkten Badebetriebs ein reduzierter Eintrittspreis in Höhe von zwei Euro vorgeschlagen wird.

Aufgrund genannter Konzepte und Maßnahmen sei davon auszugehen, dass das jährliche Defizit des Badebetriebes den Planansatz für das Jahr 2020 übersteige, heißt es in der Magistratsvorlage. „Die Mehrkosten bei einer Corona-Öffnung belaufen sich auf 291 000 Euro gegenüber dem Wirtschaftsplan. Bei einer Nichtöffnung des Schwimmbades reduzieren sich die Gesamtkosten in Höhe von 183 000  Euro gegenüber dem Wirtschaftsplan.“

Sollte das Schwimmbad öffnen, würde das steigende Spartendefizit wiederum den Verlustausgleich des städtischen Haushalts gegenüber den Städtischen Betrieben erhöhen. „Dies müsste in einem etwaigen Nachtragshaushalt berücksichtigt werden“, begründet der Magistrat seinen Antrag. Zumal der Badebetrieb wegen der besonderen Vorkehrungen und zusätzlich anstehenden Reparaturarbeiten nur deutlich eingeschränkt möglich wäre.

Daher habe die Betriebskommission der Städtischen Betriebe dem Magistrat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen, das Waldschwimmbad in dieser Saison nicht zu öffnen.

VON LENA JOCHUM

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