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Kritik an neuem Busfahrplan: Zweimal umsteigen für acht Kilometer

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Von: Niels Britsch

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Bus Schulbus Schüler
Schülern bleibe kaum Zeit zum Umsteigen, kritisiert eine Mutter den neuen Fahrplan. © dpa

Der neue Busfahrplan in DIetzenbach stößt nicht überall auf Begeisterung. Besonders eine Verbindung sorgt bei Eltern von Schülern für Ärger.

Dietzenbach – Seit dem 12. Dezember gilt ein neuer Busfahrplan, der jedoch nicht bei allen Kunden Begeisterung auslöst. So hatte ein Dietzenbacher kritisiert, dass das Westend mit dem Wegfall der Bushaltestellen Kirchbornstraße und Frankfurter Straße vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) „abgehängt“ sei. Nun hat sich eine Mutter an unsere Redaktion gewandt, die beklagt, dass der Schulweg von Dietzenbacher Kindern, die auf die Nell-Breuning-Schule in Ober-Roden gehen, mit den neuen Verbindungen beschwerlicher geworden sei.

Der Nachwuchs habe bisher die Direktverbindung mit dem Bus von der Dietzenbacher Haltestelle Ernst-Reuter-Schule genutzt. Die Fahrplanumstellung habe nun jedoch zur Folge, dass die Schüler aus dem Westend und der Altstadt an der Haltestelle Dietzenbach Mitte umsteigen müssten, wobei der Anschlussbus erst um 8.01 Uhr an der Nell-Breuning-Schule ankomme, „wenn er pünktlich ist“, so die Mutter. In Dietzenbach blieben lediglich drei Minuten Umsteigezeit, und da der Unterricht um 8.05 Uhr beginne, gehe das häufiger schief und sie müsse ihr Kind mit dem Auto in die Schule fahren. „Das ist für jedes berufstätige Elternteil eine Zumutung.“

Schüler aus Dietzenbach besuchen Schule in Rödermark

Der Rückweg gestalte sich nach der Umstellung noch schwieriger. So gebe es in Dietzenbach Mitte keinen Anschluss, „sodass die Kinder dann 30 Minuten zu Fuß nach Hause laufen müssen“. Außerdem sei die Abfahrtszeit so knapp, dass die Schüler den Bus oft verpassten und dann eine Verbindung mit Bus und Bahn mit mehrmaligem Umsteigen nehmen müssten. „Über eine Stunde ÖPNV-Schulweg für eine Strecke von circa acht Kilometern ist eine Zumutung für die Schüler“, ärgert sich die Dietzenbacherin.

„Wir haben uns die Situation auf der Achse zwischen Dietzenbach und Rödermark insbesondere für die Schülerinnen und Schüler der Nell-Breuning-Schule noch mal angeschaut, da wir mehrere Rückmeldungen hierzu erhalten haben“, berichtet Marcell Biederbick, bei der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) zuständig für Planung und Infrastruktur. „An dem eigentlichen Angebot der Linie OF-95 wurde zwischen den Haltestellen Dietzenbach Mitte und Rödermark im Taubhaus zum Fahrplanwechsel nichts verändert“, entgegnet er. Der bisherige Linienweg, die Haltestellen und auch die Abfahrtszeiten seien identisch geblieben. „Vielmehr wurde die Linie mit einem durchgehenden 30-Minutentakt über den gesamten Tag versehen, was sicherlich auch Schülerinnen und Schülern im Nachmittagsbereich zugutekommt.“

Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach reagiert auf Kritik an Busfahrplänen

Leichte Verspätungen an den ersten Tagen nach dem Fahrplanwechsel seien nicht ungewöhnlich. „Hierbei ist zu beachten, dass sich die neuen Linienkonzepte erst einspielen müssen und die Leistungen zum Teil durch neue Verkehrsunternehmen mit neuem Fahrpersonal erbracht werden“, wirbt er um Verständnis. „Es ist korrekt, dass die angesprochenen Kurse der Linie OF-95 an den ersten beiden Tagen etwas verspätet waren, da im Bereich Waldacker ein erhöhter Zustieg an Schülerinnen und Schülern festzustellen war“, räumt der kvgOF-Planer ein.

„Hier hat eine Verlagerung der Fahrgäste im Zuge der Neukonzeptionen stattgefunden.“ Die kvgOF habe jedoch bereits reagiert und einen Verstärkerbus der V95 verändert eingesetzt, der ab der Haltestelle Waldacker Nord vor dem regulären OF-95 einen Großteil der Schülerinnen und Schüler einsammele und bis zur Haltestelle Friedhof befördere. „Somit wird der reguläre Kurs der Linie OF-95 entlastet und sollte künftig wieder pünktlich verkehren.“

Dietzenbach: Keine Direktverbindung aus dem Westend nach Rödermark mehr

Dass die Linie OF-95 eingekürzt wurde und es nun keine Direktverbindung aus dem Westend zur Schule nach Rödermark gebe, sei eine Folge des Nahverkehrsplanes 2016. Dabei sei jedoch „von Anfang an“ darauf geachtet worden, „dass sämtliche Fahrgäste aus diesem Gebiet“ weiterhin an den Bahnhof Mitte angeschlossen seien und „mit gesichertem Umstieg“ in Richtung Rödermark (OF-95) und Neu-Isenburg (X18) verkehren könnten. „Daher ist die aufkommende Kritik aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt, da weiterhin ausreichend Möglichkeiten und Verbindungen bestehen“, weist Biederbick die Beschwerden zurück. „Was wir aktuell prüfen, ist die Fahrplanauskunft des RMV, hier scheint es Probleme mit der korrekten Anzeige der Verbindungen zu geben. Möglicherweise sind daher nicht alle Betroffenen korrekt informiert.“ (Niels Britsch)

Zuletzt sorgten teils stümperhaft gefälschte Impfpässe in Dietzenbach für Aufregung.

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