Nachverdichtung auf der Agenda

Offenbacher Straße und Nordweststraße: Stadtverordnete befassen sich mit Bebauungsplänen

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Offenbacher Straße und Nordweststraße: Stadtverordnete befassen sich mit Bebauungsplänen

Gleich zwei Bebauungspläne stehen auf der Tagesordnung der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Freitag, 14. Februar, 19 Uhr, im Rathaus (Europaplatz 1). Bei Dietzenbachs Parlamentariern gibt es bis dahin noch Beratungsbedarf.

Dietzenbach – In der Sitzung des Ausschusses für Städtebau, Verkehr und Umwelt zumindest gab es weder zu dem Vorhaben an der Offenbacher Straße, noch zu dem an der Nordweststraße eine Abstimmungsempfehlung.

Für das 2574 Quadratmeter große Areal zwischen der Offenbacher Straße und der Straße Am Bieberbach haben die Stadtverordneten mit ihrem Beschluss im Mai 2016 das Verfahren mit einem Aufstellungsbeschluss eingeleitet. Ziel war es, heißt es in der aktuellen Magistratsvorlage, in Anbetracht des angespannten Wohnungsmarktes, die planungsrechtliche Grundlage für eine der innerstädtischen Lage angemessenen Nachverdichtung zu schaffen. Derzeit gilt noch der Bebauungsplan aus dem September 2006, in dem eine öffentliche Grünfläche festgesetzt ist. Diese Festsetzung soll nun dahingehend geändert werden, dass ein allgemeines Wohngebiet ausgewiesen und Raum in Geschosswohnungsbauweise entstehen soll – in Anlehnung an den ursprünglichen Bebauungsplan, der bereits im Oktober 1989 rechtskräftig wurde.

Neben Hinweisen und Bedenken von Trägern öffentlicher Belange formulierten auch Bürger Einwände. „Die unproportionierte Größe des geplanten Bauobjektes steht in keinem Verhältnis zur Umgebung und schränkt unsere Sicht, welche einen wesentlichen Teil des Wertes unserer Wohnung ausmacht, drastisch ein – das ist absolut inakzeptabel und gefährdet unsere Investitionen“, wird etwa in einem der Schreiben formuliert. „Der Verkehrswert stellt grundsätzlich keinen schutzwürdigen Belang dar, der bei der Abwägung zu berücksichtigen wäre, soweit es sich um ein Grundstück handelt, das nicht unmittelbar durch die Aufstellung eines Bebauungsplans betroffen ist“, heißt es in einer der ausführlichen Erörterungen aus dem Rathaus.

In anderen Schreiben äußerten Bürger etwa, dass der Nachbarschaft ein „Fremdkörper unproportionaler Größe zugemutet“ werde. Die Beschlussempfehlung lautet – wie bei den anderen vier Einwänden, in denen etwa die Befürchtung adressiert wird, bald in einer Hinterhofwohnung leben zu müssen – jeweils gleich: „Die Stellungnahme wird zur Kenntnis genommen. Den Bedenken wird unter Berücksichtigung der Erörterung der Verwaltung nicht entsprochen.“

Christoph Mikuschek, Parteivorsitzender der CDU, fragte im Ausschuss, ob es nach den Beschwerden nicht ein Restrisiko für Klagen gebe. Ursula Becking-Noller, Abteilungsleiterin in der Stadtplanung, sagte, eine Rechtssicherheit gebe es bei keinem Bebauungsplan, verwies aber auf die Sorgfalt, die man walten lasse. Jens Hinrichsen (DL/FW-UDS) betonte, dass man in Dietzenbach jetzt schon eine höhere Verdichtung habe als in anderen Kommunen, und man sich am Flächennutzungsplan ausrichten müsse. Probleme mit Klagen habe es auch im vergangenen Jahr in mehreren Kommunen gegeben. Becking-Noller antwortete, dass gerade Stadtzentren für eine Nachverdichtung prädestiniert seien und man als Kommune verpflichtet sei, erst die inneren Grundstücke zu bebauen. Die Verdichtung mit den geplanten vier Vollgeschossen entspreche dem, was in unmittelbarer Nachbarschaft vorhanden sei.

Auch das in einer Ausschusssitzung im Mai 2019 noch als eines der „letzten Filetstücke“ (wir berichteten) bezeichnete Baugebiet an der Nordweststraße stand auf der Agenda, allerdings ohne in einer Abstimmungsempfehlung zu münden. Die Stadtverordneten hatten sich im Mai entschieden, jene Variante weiterzuverfolgen, die Bauplätze für freistehende Einfamilienhäuser samt der dazu gehörenden Erschließungsstruktur vorsieht. Nun sollen die Politiker etwa einen überarbeiteten Entwurf billigen und die Offenlage des Entwurfs inklusive Begründung und zugehöriger Gutachten beschließen.

Während sich die CDU in einem Änderungsantrag unter anderem dafür ausspricht, Passagen wie die Verpflichtung zur Dachbegrünung zu streichen, versprach Bürgermeister Jürgen Rogg im Ausschuss, den Fraktionen noch visuelle Anregungen zukommen zu lassen, wie gegenwärtig generell gebaut werde.VON CHRISTIAN WACHTER

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