Gefahr für Kinder steigt

Angespannte Situation in Kamerun: Ordensschwestern wenden sich erneut an die Dietzenbacher „Freunde Kameruns“

Im Rahmen des von den „Freunden Kameruns“ unterstützten Projekts Safrahost erlernen Waisenkinder etwa das Weben. Doch auch weitere Berufsausbildung sowie Schulunterricht wird dort ermöglicht.
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Im Rahmen des von den „Freunden Kameruns“ unterstützten Projekts Safrahost erlernen Waisenkinder etwa das Weben. Doch auch weitere Berufsausbildung sowie Schulunterricht wird dort ermöglicht.

Die Unruhen im Westen Kameruns spitzen sich weiter zu. In der Region rund um die Stadt Kumbo hat das Militär acht neue Camps errichtet. Insgesamt 200 Soldaten sind dort stationiert. Die Franziskaner-Schwestern, die im Rahmen des Projektes „Safrahost“ Waisenkindern eine Schul- und Berufsausbildung ermöglichen, beobachten die Situation mit Schrecken (wir berichteten).

  • Durch das Coronavirus verschlechtert sich die Lage in dem zentralafrikanischen Land zunehmend.
  • Hygienemaßnahmen können nur schwer umgesetzt werden.
  • Ordensschwestern bitten den Verein „Freunde Kameruns“ um Hilfe.

Dietzenbach – In ihrer Not hat sich Nonne Hedwig an den Vorsitzenden der Freunde Kameruns, Horst Peter Jäger, gewandt. Der Dietzenbacher Verein unterstützt seit Februar 2019 das Projekt der Schwestern. In ihrer Mail an Jäger schreibt Schwester Hedwig: „Das Militär behauptet, es wolle den Frieden bewahren. Doch das Gegenteil ist der Fall.“ Die Militärangehörigen würden Menschen festnehmen, foltern, sie sogar töten. Zudem schreckten sie nicht davor zurück, Häuser niederzubrennen und Eigentum zu zerstören. „Es werden immer mehr Menschen obdachlos“, schreibt die Ordensfrau.

Jäger von Freunde Kameruns Dietzenbach: „Insbesondere in den Slums ist es schwierig, die Hygienemaßnahmen umzusetzen“

Doch nicht allein die zunehmende Gewalt bereiten ihre große Sorgen. Denn zudem sorgt die Ausbreitung des Coronavirus für eine erhebliche Verschlechterung der Situation in dem zentralafrikanischen Land. Aus Angst vor der Krankheit belagern etliche Menschen die Krankenhäuser. So auch die Station der Ordensschwestern, die sich nicht allein um Waisen, sondern auch um Patienten kümmern. Zudem ist die Zahl der zu versorgenden Kinder von anfangs 40 mittlerweile auf rund 185 gestiegen. Neben einer Schul- und Berufsausbildung erhalten die Mädchen und Jungen bei „Safrahost“ auch eine medizinische und psychologische Betreuung sowie eine Rundumversorgung. „Das alles erfordert eine Menge Geld“, betont der Vereinsvorsitzende.

Darüber hinaus befürchtet Jäger, dass die Zahl der hilfebedürftigen Kinder weiter steigen wird. Mit der Ausbreitung von Covid-19 steigt die Sterberate und somit die Wahrscheinlichkeit, dass sie alleine zurückbleiben. „Insbesondere in den Slums ist es schwierig, die Hygienemaßnahmen umzusetzen“, sagt Jäger. Doch auch insgesamt stelle Corona Kamerun vor große Herausforderungen.

In der Station selbst, so ist sich der Dietzenbacher sicher, sorgen die Schwestern für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Allerdings, so räumt er ein, werde das regelmäßige Händewaschen durch die Bedingungen im Land erschwert. „Der Bedarf an Strom übersteigt deutlich die Produktion“, sagt Jäger. Deshalb seien Teile des Landes immer wieder ohne Elektrizität und somit auch ohne fließendes Wasser.

Freunde Kameruns in Dietzenbach: Ordensschwestern hoffen auf Spenden

Dass die Ausbildung der Kinder unter den Folgen der Krankheit leiden könnte, darum macht sich Jäger indes keine Sorge. „Die Lehrer dürfen weiterhin in die Station kommen“, sagt er. Denn die Franziskaner-Schwestern müssten überlegen, was schwerer wiegt, ein eventuell erkrankter Lehrer oder die Bildung ihrer Schützlinge. Sei jemand tatsächlich infiziert, müsse er selbstverständlich in Quarantäne. Einen Lehrermangel werde es deshalb allerdings nicht geben. „Es gibt genügend Menschen, die keine Arbeit haben und auf eine Anstellung warten“, so Jäger.

Doch damit etwa auch ihr Gehalt gezahlt werden kann, sind die Schwestern von Safrahost auf finanzielle Hilfe angewiesen. Wer ihre Arbeit unterstützen möchte, kann auf das Konto der Freunde Kameruns eine Spende überweisen. Weitere Infos gibt es auf freunde-kameruns.de. (Anna Scholze)

Spendenkonto: Volksbank Dreieich; IBAN DE24 5059 2200 0005 4161 59; BIC GENODE51DRE.

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