Lebenslust und Leichtigkeit

Organisator Marcel Jung verschiebt Dietzenbacher Musiktage auf September 2021

Mit der „Zauberflöte“ wäre unter anderem die „Kleine Oper Bad Homburg“ bei den Musiktagen zu sehen gewesen. Die Veranstaltungsreihe findet nun im nächsten Jahr statt. Foto: Vosding (P)
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Mit der „Zauberflöte“ wäre unter anderem die „Kleine Oper Bad Homburg“ bei den Musiktagen zu sehen gewesen. Die Veranstaltungsreihe findet nun im nächsten Jahr statt.

Alles war geplant. Die Veranstaltungsorte standen fest, Künstler waren gebucht, erste Tickets verkauft, Plakate gedruckt.

Dietzenbach – Im fünften Jahr in Folge hätten die Dietzenbacher Musiktage in diesem Mai stattgefunden.  Für drei aufeinanderfolgende Wochenenden waren Konzerte geplant, auftreten sollten das Quartett „La Finesse“ sowie das „Festival Ensemble“ der Dietzenbacher Musiktage bestehend aus Rachelle Hunt, Stefanie Pfaffenzeller, Nami Ejiri und Katie Tertell. Außerdem sollte die „Kleine Oper Bad Homburg“ in der Kreisstadt gastieren. Doch das Coronavirus machte Organisator Marcel Jung und seinem Team einen Strich durch die Rechnung.

„Im Vorverkauf hatte ich aber die Anzahl der Karten schon gedeckelt wegen der Coronakrise“, sagt Jung. Schon früh habe er das Gespräch mit den Künstlern gesucht, um gemeinsam zu beratschlagen, was die Pandemie für die Musiktage bedeutet.- „Ich habe gesagt, dass ich bis Ostern eine Entscheidung treffen will.“ Und die fiel letztlich darauf, die Konzertreihe in diesem Jahr komplett ausfallen zu lassen und aufs nächste zu verschieben.

„Eigentlich sollten die Musiktage 2021 auch wieder im Frühsommer stattfinden“, erzählt Marcel Jung. Der ursprünglich vorgesehene Termin für das erste Konzert wäre dann aber mit dem Eröffnungsspiel der ebenfalls verschobenen Fußball-Europameisterschaft zusammengefallen. „Zwar kann man nicht unbedingt sagen, dass das die gleiche Zielgruppe ist“, sagt Jung. Dennoch sei es ihm wichtig gewesen, dass alle die Möglichkeit haben, die Musiktage zu besuchen. Also fiel die Wahl auf September.

Auf großen Kosten würde er glücklicherweise nicht sitzen bleiben, erzählt Jung. Lediglich die Plakate und Banner, die bereits fertig waren, sind nun überflüssig. Die fahre er seither im Kofferraum spazieren, weil er es noch nicht übers Herz gebracht habe, sich davon trennen. „Diese ganze Abwicklung belastet, das muss ich sagen.“ Es tue weh zu sehen, wie Künstler, Veranstaltungsstätten und Gastronomie unter jeder weiteren Absage finanziell leiden. Dennoch hätten die Künstler Verständnis gehabt und fürs nächste Jahr zugesagt. „Und die Sponsoren sind auch wieder dabei.“ Sogar die gleichen Veranstaltungsorte wie ursprünglich vorgesehen konnte das Musiktage-Team beibehalten. „Das habe ich gleich fix gemacht, als der neue Termin stand“, sagt Marcel Jung. „Der Vorteil ist jetzt, dass ja alles fertig ist.“

Die fünften Dietzenbacher Musiktage konnte er so eins zu eins in den September kommenden Jahres verschieben. Den Auftakt macht dann am Freitag, 3. September 2021, um 20 Uhr das Streichquartett „La Finesse“ mit seinem Programm „Magische Reise“ im Zelt des Zirkus Chikana (Am Stadtpark). Das „DTM Festival Ensemble“ spielt am Samstag, 11. September, 20 Uhr, klassische Musik für Streicher und Klavier in der Christuskirche (Pfarrgasse). Zum Abschluss der Musiktage 2021 tritt am Sonntag, 19. September, 15 Uhr, schließlich die „Kleine Oper Bad Homburg“ mit dem Stück „Die Zauberflöte – bravo, bravo Papageno“ im Artrium am Park (Waldstraße) auf. Tickets gibt es unter anderem an der Theaterkasse im Capitol (Europaplatz) und über Reservix. Karten, die bereits für dieses Jahr gekauft wurden, bleiben gültig.

Obwohl die aktuelle Lage auch für Marcel Jung, der selbst unter anderem als Musiklehrer arbeitet, nicht leicht ist, bleibt er zuversichtlich. „Ich bin ein positiver Mensch“, sagt er. Auch dass es nun doch eine ganze Weile bis zu den nächsten Musiktagen dauert, sieht er darum positiv. Er hofft, dass sich bis dahin alles wieder normalisiert hat. „Solche Events sind ja mehr als die Musik“, sagt er. Es gehe auch um den Austausch zwischen Künstlern und Publikum, Lebenslust und Leichtigkeit. „Aktuell ist das ja so gar nicht möglich.“

VON LENA JOCHUM

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