Angenehmer Zeitvertreib

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Philippe Walter ist mit seinen zehn Jahren das jüngste Mitglied der Seniorenhilfe Dietzenbach: Er besucht regelmäßig Ilse Fischer, um mit ihr unterhaltsame Gesellschaftsspiele zu spielen. (c)Foto: siw Philippe (10) spielt mit Ilse Fischer (86) Mühle oder auch mal Rummikub.

Dietzenbach - Vor allem im Winter sind Gesellschaftsspiele ein schöner Zeitvertreib: Wenn es draußen kalt ist, hat man es in der Wohnung so richtig gemütlich, wenn vergnügliche Beschäftigung ansteht. Von Simone Weil 

Deswegen freut sich Ilse Fischer, dass sie jemanden gefunden hat, der mit ihr Mühle oder Rummikub spielt. Die 86-Jährige lebt in der Seniorenwohnanlage an der Siedlerstraße und ist nicht mehr so gut zu Fuß. Deswegen kommt Mitspieler Philippe Walter zu ihr nach Hause. Der Zehnjährige ist das jüngste Mitglied der Seniorenhilfe Dietzenbach (SHD). Seine Oma engagiert sich in der Organisation und hat ihren Enkel quasi bereits bei seiner Geburt angemeldet. Viele kennen den Waldorfschüler auch als jüngstes Mitglied des Magischen Zirkels: Der Nachwuchszauber trat bei der jüngsten Sportlerehrung auf und verblüffte das Publikum mit seinen Tricks.

Doch der Schüler hat auch Gefallen daran gefunden, Ilse Fischer kurzweilig die Zeit zu vertreiben. Die aus Recklinghausen im Ruhrgebiet stammende Seniorin lebt seit etwa 15 Jahren in Steinberg und freut sich über die Abwechslung, welche die etwa anderthalbstündigen Spielrunden in ihren Alltag bringen. Der Schüler selbst sagt: „Ich wollte schon immer mal so etwas machen.“ Philippe stellt mit seinem Engagement für die Seniorin eher die Ausnahme dar. Auch in seiner Klasse wird er deswegen bestaunt. Doch ihm macht das Spielen Spaß. Denn ihm wird in der Wohnanlage gern die Tür geöffnet – und auch etwas zum Naschen hingestellt.

Auch Ulrich Eisenblätter, Pressesprecher der SHD, freut sich über diesen Dialog der Generationen. Denn die Organisation kann nicht genug helfende Hände haben. „Von etwa 2000 Mitgliedern sind nur rund 200 aktiv“, erzählt Eisenblätter. Während früher Vorruheständler oder andere rüstige Rentner im Alter von Anfang 60 bei der Vereinigung anklopften, um Unterstützung anzubieten, seien diese mittlerweile rar geworden. „Inzwischen ist die Lebensarbeitszeit gestiegen: Die Menschen sind in der Regel älter und verbrauchter und landen nicht zwangsläufig bei uns“, schildert der Pressesprecher.

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