Nicht nur Wetter und Musik

Dietzenbach hat jetzt seinen eigenen Radio-Sender: Hilsamer on air

Der Radiomacher an seinem Arbeitsplatz: Seit Dezember streamt Frank Hilsamer seinen Sender „Radio Dietzenbach“ übers Internet. Zu hören gibt es vor allem Regionales. Foto: Schmedemann

Auf „Radio Dietzenbach“ dreht sich alles um die Kreisstadt. Frank Hilsamer liefert dort alles, was des Hörers Herz begehrt. 

  • Dietzenbach im Kreis Offenbach hat einen eigenen Radio-Sender 
  • Frank Hilsamer spricht Nachrichten ein, liest das Wetter vor und spielt Musik
  • „Radio Dietzenbach“ soll junge Künstler aus der Region unterstützen 

Dietzenbach – Der Dampf des heißen Earl Greys mit Honig steigt im Schein der Schreibtischlampe gut sichtbar auf, während sich Frank Hilsamer noch einmal räuspert. „…und es bleibt sonnig in Dietzenbach“, lautet der Wetterbericht, den der Sprecher gerade aufgenommen hat.

Die Tonspur zieht er über die Breite des Monitores, schneidet mit einer kurzen Tastenkombination einen Versprecher heraus – und der Beitrag ist fertig. Bereit dafür, nach den stündlichen Nachrichten die Hörer von „Radio Dietzenbach“ über die aktuelle Wetterlage zu informieren.

Dietzenbach: Radiosender greift auf Musik-Pool von laut.fm zurück

Seit Dezember streamt Hilsamer über das Internet einen Radiosender für die Kreisstadt Dietzenbach. Das Grundgerüst dazu liefert die Plattform laut.fm. Hilsamer kann dort auf einen Pool von Musik zurückgreifen und für sein Programm nutzen. „Zwischendurch schaltet laut.fm Werbung, wodurch die Kosten für beispielsweise die GEMA gedeckt werden“, erläutert der 48-Jährige. Seit Anfang Mai widmet sich Hilsamer nun vermehrt dem individuellen Programm, das „von Dietzenbach für Dietzenbach“ gestaltet wird. 

Der Radiomacher legt besonderen Wert darauf, Lokales zu unterstützen. Das reicht von Songs hiesiger Bands hin zu kostenloser Radiowerbung für Gewerbetreibende in der Kreisstadt. „Die Werbung nehmen bislang wenige in Anspruch“, bedauert Hilsamer. Obwohl das Vorgehen einfach ist: „Die Leute können sich einfach per Facebook bei mir melden – entweder schriftlich oder per Sprachnachricht.“ Das Rohmaterial verarbeitet er mit einem Jingle zu einem Werbespot. „Wie im richtigen Radio eben.“ 

„Radio Dietzenbach“ soll Nachwuchsmusiker unterstützen 

Gerade junge Bands will der Radiomacher aus Dietzenbach damit unterstützen. „Das ist ein Geben und Nehmen – gerade jetzt während der Coronazeit kommt es darauf an“, betont er. So bekamen etwa die Nachwuchsmusiker von „CoMa12“ ihren Sendeplatz mit ihren eigenen ersten Produktionen. Alte Hasen wiederum gibt es auf Radio Dietzenbach ebenfalls zu hören: Ein Mitglied der ehemaligen Dietzenbacher Band „Wombatz“, die in den 1980er-Jahren mit selbstbetiteltem „Klamauk-Rock“ durch Deutschland tourten, hat Hilsamer zwei Songs zu Verfügung gestellt. Der Radiomacher streift nicht nur querbeet durch die Zeit, sondern auch durch verschiedene Kulturen. So hat Hilsamer „Geliyorum Yanina“ der türkischen Sängerin Hadise ins Programm aufgenommen, „weil unsere Stadt eben multikulti ist“.

Eigentlich hätte es ein Veranstaltungsradio zur 800-Jahr-Feier werden sollen, das die einzelnen Events während des Jubiläumsjahres begleitet. „Am liebsten auch mit UKW-Frequenz“, sagt Hilsamer. Die Frage nach einem Veranstaltungsradio hat sich wegen der Corona-Pandemie ohnehin zunächst verschoben. Wegen der aufkommenden Langeweile hat sich Hilsamer nun dazu entschlossen, das Radioprogramm dennoch zu starten.

Und täglich wird es mehr: Neben „Ansagern“, in denen Bands die Zuhörer grüßen und ihr neues Lied vorstellen, kommen auch verschiedene Comedians zu Wort, die bereits bei Hilsamers Format „Comedy Stage“ im Theater Schöne Aussichten aufgetreten sind. „Das Mitmachen spielt eine große Rolle“, betont er. Auch regional gibt es Beiträge, so etwa von Tom Jet aus Obertshausen oder der Rockband Vivi aus Rödermark.

Dietzenbach sendet Finale von „Radiovision Song Contest“

Die deutschlandweiten Nachrichten sowie die Wetterdaten stellt laut.fm zur Verfügung und Hilsamer, der schon bei mehrere Veranstaltungsradios im Umkreis mitgewirkt hat, spricht sie ein. Für gewöhnlich produziert er die Beiträge vor und schiebt sie in die Playlist. Eine Sendung, die das Internetradio übertragen darf, fesselt ihn jedoch in Echtzeit vor den Computer: Der „Radiovision Song Contest“ ermöglicht den Hörern, sich die Beiträge zum Grand Prix anhören und sogar online abstimmen zu können. Das Finale dazu ist am Sonntagabend ab 20 Uhr auf Radio Dietzenbach zu hören.

Das Internetradio ist über laut.fm/radio-dietzenbach abrufbar.

Von Lisa Schmedemann

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