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Rendezvous von Lotus, Käfer und Golf: Oldtimer-Fans gründen Stammtisch

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Die Liebe zum Auto: Der nächste Oldtimer-Stammtisch in Steinberg ist für November geplant.
Die Liebe zum Auto: Der nächste Oldtimer-Stammtisch in Steinberg ist für November geplant. © Postl

Es ist ein buntes Stelldichein von Oldtimern und ihren Liebhabern auf dem Parkplatz des SC Steinberg. Auf den freien Stellflächen zwischen den alltäglichen Fahrzeugen stehen immer wieder Autos, die schon ein paar Jährchen auf den Rädern haben. „Mindestens 30 Jahre müssen es ab der Zulassung sein“, erläutert Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, ab wann ein Fahrzeug als Oldtimer gilt.

Dietzenbach – Der Fan alter Autos war selbst mit zweien seiner Liebhaberstücke gekommen, zwei weitere mussten zu Hause in der Garage bleiben. „Je nachdem, wie meine Frau und andere Familienmitglieder Zeit haben, kommen wir mit entsprechend vielen Oldtimern“, schmunzelt der Dietzenbacher.

Die gemeinsame Begeisterung für ältere Fahrzeuge hat eine lockere Interessengemeinschaft von Liebhabern gebildet, die sich seit kurzem zu einem regelmäßigen „Stammtisch“ treffen. Damit auch die Objekte der Begierde dabei sein können, wurde der Parkplatz vor dem Sportgelände des SC Steinberg als Treffpunkt auserkoren. „Klar, ein paar Tischchen stellen wir auch auf, das Bier oder andere Getränke holen wir aus der nahen SC-Gaststätte“, sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach. Als Stammtischtreffen wurde der erste Freitag in einem Monat vereinbart – vorausgesetzt das Wetter spielt mit. „Das hat sich gut eingespielt, heute aber passt ja das Wetter“, meint der Organisator des Oldtimer-Stammtisch. Was diesmal nicht so perfekt geklappt hat, ist die Reservierung zusammenhängender Parkplätze. „Das dicke Ding stört schon ein wenig, aber wir können es ja nicht einfach abschleppen lassen“, zeigt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach auf einen VW-Bully – freilich ganz neuerem Datums. Dann schweift sein Blick in die andere Richtung und erstaunt meint er: „Was? Der hier? Heute früh ist das Ding doch nicht angesprungen.“ Aus einem Citroen steigt ein freudiger Besitzer aus. „Ich hab´ nochmals an der Zündung herumgeschraubt und auch gleich die Nockenwelle getauscht – und schon brummt er wieder“, so seine Erklärung. „Wenn man sich mit der Fahrzeugtechnik auskennt, ist das natürlich ein großer Vorteil. Ich bekomme schon Panik, wenn nur ein Kontrolllämpchen aufleuchtet“, beschreibt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach sein Verhältnis zu Rohrzange und Zündkerzenschlüssel.

Für andere Oldtimer-Besitzer ist jedoch genau dies der Reiz, selbst fachmännisch Hand anlegen und den alten Fahrzeugen wieder Leben einhauchen zu können. Bestes Beispiel dafür ist Klaus Kämmerer, der zwar nur einen Youngtimer, einen erst 20 Jahre alten Mercedes SL besitzt, aber von der Technik alter Maschinen generell fasziniert ist. Viel Verständnis von Technik im Fahrzeugbau musste auch Martin Senger mitbringen. Er hat seine Replika eines MG TD aus vielen Teilen eines Bausatzes selbst zusammen geschraubt. „Ich habe mir eine Doppelgarage gemietet, in der einen waren die Teile gelagert und in der anderen habe ich viele Stunden geschraubt, gedreht, gelötet – und auch schon mal geflucht“, beschreibt Kämmer die schwere Geburt seines Gefährts.

Den alten Fahrzeugen wieder Leben einhauchen: Für viele Oldtimer-Besitzer macht das den Reiz ihres Hobbys aus.
Den alten Fahrzeugen wieder Leben einhauchen: Für viele Oldtimer-Besitzer macht das den Reiz ihres Hobbys aus. © Postl

Einen Jugendtraum hat sich Claudia Herold endlich erfüllen können. „Erst eine Garage, dann mein Wunschauto“, beschreibt sie ihr Motto. Jetzt ist sie seit ein paar Jahren die stolze Besitzerin eines VW Käfers 1302 S mit „Glupschaugen“ und Wimpern. Aber auch Christian Kämmerer ist stolz auf seinen 33 Jahre alten Golf 3, ebenso wie Patrick Adam auf seine vier Mercedes 230 SL. Und dann kommt eine blaue Straßenflunder auf den Parkplatz. Dem Gefährt, das man durchaus als „Straßenfeger“ einsetzen könnte, entsteigt ein flotter Senior. Es ist Kurt Neumann, geschätzt 68 Jahre alt, in Wirklichkeit jedoch 86 Jahre jung. „Dieses Fahrzeug, ein Lotus Elise MQI, gibt es nur ganz selten in Deutschland – und jedes ist anders“, so der Elektronik-Ingenieur. 1998 ist er nach England ins Lotus-Werk gefahren und hat sich von den Ingenieuren sein Wunschauto bauen lassen. „Er ist zwar noch kein Oldtimer, aber alt werden die Dinger ja von alleine – wie die Leut´ halt auch“, scherzt Neumann.

Wenn das Wetter mitspielt, soll es im November noch einen weiteren Stammtisch geben. „Dann aber wohl an einem Samstagnachmittag“, meint Wolfgang Wrzesniok-Roßbach. „In Dietzenbach schlummern noch viele Oldtimer-Schätzchen“, ist er sich sicher. Wer Interesse hat, kann unter z 0172 3984722 oder per Mail (wolfgang.wrzesniok@fragold.de) Kontakt mit ihm aufnehmen. (Von Leo F. Postl)

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