Sport im Treppenhaus

Sport im Treppenhaus: Rentner braucht keinen Aufzug

Treppenlaufen, um fit zu bleiben: Rentner Jürgen Frank erklimmt regelmäßig 18 Stockwerke eines Hochhauses. Foto: liz
+
Treppenlaufen, um fit zu bleiben: Rentner Jürgen Frank erklimmt regelmäßig 18 Stockwerke eines Hochhauses.

In Dietzenbach brauchen die Rentner keinen Aufzug - sie halten sich im Treppenhaus fit.

Dietzenbach - 18 Stockwerke im grauen Plattenbau. Unzählige Balkone und Fenster bilden die Außenfassade des Gebäudes. Bei dem Wohnhochhaus in der Staufenstraße 1 kommen den meisten viele verschiedene Begriffe in den Sinn, aber die Wenigsten würden wohl auf Anhieb „Sport“ sagen.  Jürgen Frank ist einer dieser Wenigen.

Der 77-jährige Rentner nutzt das Treppenhaus für sein Sporttraining und erklimmt die 272 Stufen des Gebäudes in kurzer Zeit. „Damals im Jahr 2004 schaffte ich die 272 Stufen vom ersten Obergeschoss zum 18. Geschoss in zwei Minuten und 23 Sekunden, heute lasse ich mir mehr Zeit und kontrolliere auch stets meinen Puls“, berichtet Frank. Auch das Empire State Building oder den geografisch wesentlichen näheren Maintower könne er so – zumindest imaginär – erklimmen: „Das Empire State Building hat 1576 Stufen, dazu muss ich in dem Wohnhaus rund sechsmal die Treppen hochsteigen, vom ersten bis zum 18. Stock.“ Für den Messeturm reicht es einmal weniger, da er bis zum höchsten Stockwerk rund 1200 Stufen zählt.

Zu dem etwas ungewöhnlichen Hobby kam der 77-Jährige zufällig: Bekannte seiner Frau wohnen in dem Wohnhaus. Als er sie besuchte entschied er sich, die Treppen zu nehmen, da sonst alle immer den Fahrstuhl nutzen. „Deswegen ist es auch eine gute sportliche Betätigung während der Corona-Zeit, im Treppenhaus kommt einem eigentlich niemand entgegen.“

Doch schon vor dem Beginn seiner „Treppensteiger-Laufbahn“ war Jürgen Frank sportlich unterwegs. Jahrelang betrieb er beim OLV Steinberg Orientierungslauf. Bei dieser Sportart werden im Gelände mehrere Kontrollpunkte festgelegt. Der Läufer oder die Läuferin muss anschließend diese Punkte mithilfe einer Landkarte und eines Kompasses finden. Die Route wird also vom Läufer selbst gewählt. Auch als Staffelläufer war Jürgen Frank früher aktiv. In seinem beruflichen Leben war er technischer Mitarbeiter und beschäftigte sich dabei mit verschiedenen Produktionsmaschinen.

Doch nun lässt er es etwas lockerer angehen, läuft die Treppenhäuser allerdings dennoch regelmäßig – manchmal wöchentlich, manchmal aber auch nur ein paar Mal im Monat. „Ich kann es jedem nur empfehlen, in dieser Zeit die Treppen zu nehmen und so eine sportliche Einheit einzubauen, da man gerade jetzt viel zu Hause sitzt“, betont Frank. „Ich merke jedenfalls, wie es mir gut tut und es mich immer noch fit hält.“

VON LUKAS REUS

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare