Hohe Ausstände

WEG Rosenpark hoch verschuldet - Eigentümer werden für dumm verkauft

Hohe Schulden: 199 818 Euro offene Abfallgebühren bei den Städtischen Betrieben und 305 561,83 Euro offene Fernwärmeentgelte bei der EVD hat die WEG Rosenpark bis zum Stichtag Ende April nicht beglichen. 
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Hohe Schulden: 199. 818 Euro offene Abfallgebühren bei den Städtischen Betrieben und 305 .561,83 Euro offene Fernwärmeentgelte bei der EVD hat die WEG Rosenpark bis zum Stichtag Ende April nicht beglichen.

Die WEG Rosenpark in Dietzenbach hat rund eine halbe Million Euro Schulden bei EVD und Städtischen Betrieben.

  • WEG Rosenpark in Dietzenbach hat enorm hohe Schulden angehäuft
  • „Schmutzbrief“: Geschäftsführer bestreitet Verschuldung
  • Dietzenbach: Hausverwaltung soll bewusst gelogen haben

Dietzenbach – Es sind Momente, in denen Walter Fontaine und Peter Kunth der Kragen platzt. Der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Dietzenbach, die 91 der insgesamt 1019 Wohnungen in den fünf Hochhäusern des Spessartviertels besitzt und der Eigentümer, der in den vergangenen 20 Jahren rund 30 Wohnungen dort gekauft hat, legen Schwarz auf weiß vor, dass die WEG Rosenpark Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer halben Million Euro bei den Städtischen Betrieben und der Energieversorgung Dietzenbach (EVD) hat. „Die Geschäftsführer haben die Eigentümer für dumm verkauft und sagen ihnen nicht die Wahrheit“, schimpft Fontaine.

WEG Dietzenbach: Geschäftsführer bezeichnet Schreiben als "Schmutzbrief"

Das Gerücht, die WEG habe hohe Schulden, ist nicht neu, vor ein paar Wochen kursierte ein anonymes Schreiben, das die Eigentümer genau darüber informierte. Es sei zwar noch nicht offiziell, könne aber jederzeit publik werden, hieß es darin sinngemäß. Mit den Behauptungen konfrontiert hatte der Geschäftsführer der Rosenpark GmbH, Alexander Minch, das Schreiben als „Schmutzbrief“ abgetan und mitgeteilt: „Dieser Brief ist völlig unrealistisch und von einem kranken Menschen geschrieben.“ Vielmehr habe die WEG keine Schulden und alle Rechnungen seien bezahlt. Damals wollte die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung gegenüber aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskünfte geben.

Ärger um WEG in Dietzenbach: Langer Kampf vor Gericht

In eben diesen Momenten packt Fontaine und Kunth die Wut. Es hat sich bei beiden über die vergangenen zehn Jahre, die sie zusammen mit weiteren der rund 630 Eigentümern gegen die Praktiken der verschiedenen Hausverwaltungen ankämpfen, eine gewisse Resignation breit gemacht. Die Justiz kommt nicht hinterher, was dazu führt, „dass das Rechtsempfinden bei dem ein oder anderen arg strapaziert wurde“, sagt Fontaine.

Allein die Wahl der Hausverwaltung wurde im zehnten Jahr hintereinander von Amtsgerichtsseite her für ungültig erklärt. Aber der Kreislauf geht weiter, weil nach Urteil und Berufung mittels großer Stimmpakete einfach eine Hausverwaltung gewählt wird. Damit wird das Verfahren gegen die angefochtene Wahl ausgesetzt, weil es überholt ist. Auch heißt es immer wieder: „Der Fall ist so komplex, den können wir nicht entscheiden“, berichtet Fontaine.

WEG Dietzenbach: Amtsgericht Offenbach befindet Rosenbach GmbH für "ungeeignet"

So können nahezu die gleichen Menschen über Jahre im Spessartviertel die Fäden ziehen, sagt Kunth, mit nachweislich gefälschten Vollmachten Wahlen gewinnen und bei den Erbbauberechtigtenversammlungen mittels bewaffnetem Saalschutz „faschistoid agieren“, um Einblick in Unterlagen zu verwehren. Allein wegen Urkundenfälschung gebe es Hunderte Belege, „aber die Staatsanwaltschaft macht nichts“, ärgert sich Kunth. Das Amtsgericht Offenbach hat in seinem jüngsten Urteil aus dem vergangenen Oktober festgehalten, die Immobilienverwaltung Rosenpark GmbH sei „ungeeignet, die Verwaltertätigkeit auszufüllen“. Und trotzdem ist sie weiter im Amt, der Kreislauf eben: Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt und so weiter. Ebenso seien etliche Anfragen der Eigentümer auf Einsicht in die Unterlagen, auch wegen massiver Vorwürfe der Untreue, vonseiten der Hausverwaltung verschleppt oder so knapp gehalten worden, dass ein substanzieller Überblick über die Lage nicht möglich sei, berichtet Kunth. Bei Klagen vor Gericht werde die Hausverwaltung dann vom Anwalt Mimoun Chilioui vertreten, der wiederum auch Eigentümer einer Wohnung im Quartier ist. „Eine Interessenkollision“, findet Kunth: „Er macht ein Schweinegeld mit den Prozessen und verschleppt die Verfahren.“ Es werde mit einer solchen Schamlosigkeit das Geld abgegriffen, dass es mafiösen Strukturen gleicht, sagt Kunth.

Ärger um WEG in Dietzenbach: Hausverwaltung soll bewusst gelogen haben

Nun legt Fontaine die offenen Forderungen vor, andere Mehrfacheigentümer hat er bereits per Fotokopie von den Schreiben der Städtischen Betriebe und der EVD in Kenntnis gesetzt. „Eigentlich wäre es die Pflicht der Hausverwaltung, die Eigentümer über die Schulden zu informieren“, betont Fontaine. Stattdessen habe man bewusst gelogen. 199 .818 Euro offene Abfallgebühren bei den Städtischen Betrieben und 305 .561,83 Euro offene Fernwärmeentgelte bei der EVD waren zum Stichtag Ende April nicht beglichen und wurden angemahnt. Gegen das Mahnverfahren soll die Hausverwaltung übrigens Widerspruch eingelegt haben. „Damit ist die Mahnung unwirksam und die Sache geht vor Gericht.“ Fontaine meint: „Es ist völlig klar, dass die Hausverwaltung den Prozess verlieren wird.“ Und trotzdem wird ein Prozess auf Kosten der Eigentümer geführt.

WEG in Dietzenbach wird nicht ordnungsgemäß verwaltet

Für Fontaine ist eindeutig: „Es wird keine ordnungsgemäße Verwaltung betrieben und nur getrickst.“ Allein die Tatsache, dass Marcel Haufschild, der von der Hausverwaltung monatlich ein vierstelliges Beraterhonorar bezieht, sich hat in den Verwaltungsbeirat wählen lassen, zeigt die Verflechtungen im Spessartviertel und die „eindeutigen Interessenskonflikte“, wie Fontaine betont. Auch die Wahl Haufschilds in den Verwaltungsbeirat hatte das Amtsgericht Offenbach für ungültig erklärt. Trotzdem ist er im Büro der Hausverwaltung weiter präsent.

VON RONNY PAUL

Zum einen sollen Jugendliche im Spessartviertel in Dietzenbach sogenannte Corona-Partys feiern, zum anderen kursieren Gerüchte über die Wohnungseigentümergesellschaft.

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