Olympia auf dem Schulhof

Dietzenbacher Rudolf-Steiner-Schüler messen sich in antiken Wettkämpfen

Bei der griechischen Olympiade an der Rudolf-Steiner-Schule traten die Kinder unter anderem im Sprint gegeneinander an.
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Bei der griechischen Olympiade an der Rudolf-Steiner-Schule traten die Kinder unter anderem im Sprint gegeneinander an.

Vor rund 1600 Jahren wurden die letzten antiken Olympischen Spiele ausgetragen. Nun ließ die Rudolf-Steiner-Schule diese wieder aufleben. Für die 32 Sechstklässler der Waldorf-Schule hieß das: Alles geben beim Sprinten, im Staffellauf, Speerwerfen und beim Weitsprung.

Dietzenbach – „Wir wollen, dass die Kinder diese Epoche nicht nur aus Schulbüchern kennenlernen, sondern sie erleben“, betont Klassenlehrerin Martina Fenchel. Daher wurden die Sportler vor dem Start der Wettkämpfe nicht nur mit Trompeten – von ebenfalls teilnehmenden Schülern gespielt – empfangen, sondern trugen auch die in der Antike typische Tunika. Nachdem die Schülerinnen und Schüler, die in die vier Polis – so hießen die Stadtstaaten im antiken Griechenland – Sparta, Athen, Delphi und Korinth eingeteilt sind und einen Kreis um das Rondell auf dem Schulhof gebildet haben, entzündet Sportlehrerin Julia Klingler das in der Mitte stehende Feuer. Die Spiele sind eröffnet.

„Wir wollten sie eigentlich schon im letzten Schuljahr abhalten“, sagt Klassenlehrerin Fenchel. Der Lockdown und die nach den Schulöffnungen geltenden Corona-Regeln hätten dies allerdings verhindert. Deshalb entschied Fenchel, die Wettkämpfe in das aktuelle Schuljahr zu verlegen.

Ihre Schüler sind ihr dafür sehr dankbar. „Wir können hier zusammen etwas schönes unternehmen“, meint etwa der zwölfjährige Maximilian. Für ihn sei der Tag wie eine Klassenfahrt. Auch Nele und Lilly sind von dem Wettkampf begeistert. Der zwölfjährige Lennard freut sich vor allem darauf, dass er sich mit seinen Klassenkameraden in einem fairen Wettstreit messen kann.

Neben den sportlichen Leistungen bewerten Klingler und Fenchel auch die Ästhetik mit der die jungen Sportler den Speerwurf und Weitsprung ausführen, sowie deren persönliche Verbesserungen. Klingler erläutert: „Wir werten dabei nicht die Leistung einzelner Schüler, sondern der ganzen Gruppe.“ Als erste Disziplin steht der Staffellauf auf dem Programm. Da das Schulgelände nicht ausreicht, um die nötigen Bahnen abzustecken, finden dieser und der nachfolgende Sprint im nahegelegenen Wald statt. Julia Klingler hat auf den Wegen die zu absolvierenden 50 Meter mittels farbiger Hütchen markiert, wobei jede Farbe für eine Polis steht. Die Kinder aus Athen sortieren sich an den gelben Hütchen ein, Sparta hat rot gewählt, Delphi bevorzugt blau und Korinth grün. Jede Polis schickt insgesamt acht Teilnehmer an den Start. Den Sieg sicheren sich die Athener vor Sparta.

Im anschließenden Sprint treten die einzelnen Teams dann nicht gegeneinander an, sondern jede für sich in Zweier-Teams. Auch in dieser Disziplin lagen die Athener vorne. Klingler ist mit der Leistung ihrer Schützlinge zur Halbzeit zufrieden: „Alle Schüler haben sich sehr angestrengt.“ Auch an die festgelegten Regeln haben sie sich gehalten.

Nach einer kurzen Mittagspause teilt sich das Teilnehmerfeld: Während Athener und Korinther im Sandkasten auf dem Schulhof zum Weitsprung antreten, messen sich die Schüler aus Delphi und Athen in der Sporthalle beim Speerwurf. Das dazu nötige Sportgerät haben die teilnehmenden Kinder bereits im vergangengen Schuljahr im Werkunterricht selbst angefertigt, erzählt Martina Fenchel stolz. Den Speerwurf konnten die Sportler aus Delphi für sich entscheiden. Sieger beim Weitsprung sind die Schüler aus Sparta.

In der Endwertung „Ästhetik“ gewinnen schließlich die Kinder aus Delphi, die meisten „persönlichen Verbesserungen“ erreicht Korinth. Die besten messbaren Leistungen liefern die Teilnehmer aus Athen. „Wir sind sehr zufrieden mit unseren Schüler“, betont Sportlehrerin Klingler und ist sich sicher, „dass unsere Schüler noch lange an diesen Tag denken werden“. (Von Joshua Bär)

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