Vor 50 Jahren

Rückblick auf die Eröffnung der Sportanlage Steinberg in Dietzenbach

Die Steinberger Sportanlage wurde vor zahlreichen Zuschauern eingeweiht. Der Bau kostete mehr als 1,4 Millionen Mark. 
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Die Steinberger Sportanlage wurde vor zahlreichen Zuschauern eingeweiht. Der Bau kostete mehr als 1,4 Millionen Mark. 

50 Jahre ist es her, da wurde die Sportanlage Steinberg in Dietzenbach eröffnet.  Außerdem feiert die Gemeinde-Post Geburtstag.

Dietzenbach – Vor einem halben Jahrhundert war Dietzenbach noch eine kleine Gemeinde mit rund 10 .300 Einwohnern. In dieser Zeit wurden die Weichen gestellt für die rasante Entwicklung des Ortes. Anhand zeitgenössischer Beiträge in der Offenbach-Post und der Gemeinde-Post zeigen wir, was die Bürger damals bewegt hat.

Von einem großen Ereignis mit einem sportlichen Fest kann die Gemeinde-Post gleich Anfang Juni des Jahres 1970 berichten. „Sportzentrum Steinberg der Jugend übergeben“, titelt die Zeitung als Aufmacher. Weiter heißt es: „Strahlender Sonnenschein herrschte. Über Steinbergs Sportanlage wehten die Fahnen der Bundesrepublik, des Landes Hessen und der Gemeinde Dietzenbach.“

Im Laufe der Feierlichkeiten habe Bürgermeister Hermann Kocks auch an die ersten Ideen zu der Anlage erinnert: „Vor gut einem Dutzend Jahren, als Steinberg um die 1000 Einwohner zählte, gründeten einige sportbegeisterte Steinberger einen Sportverein, um Fußball spielen zu können. Doch es war weder Geld noch ein Sportplatz vorhanden. Karl Schwinger war die Schlüsselfigur, als es 1964 darum ging, dem Sport in Steinberg neue Impulse zu geben. Seine Bereitschaft, der Gemeinde seinen Grund und Boden zu verkaufen, schuf erst die Voraussetzung, die Sportanlage an dieser Stelle zu errichten.“

Wie die Gemeinde-Post berichtet, habe der Bürgermeister darüber hinaus auch einige deutliche Worte an die anlässlich der Eröffnung Versammelten gerichtet. So stellte er fest, dass die Behörden, auch Dietzenbach habe dabei keine Ausnahme gebildet, den Sport bislang recht stiefmütterlich behandelt hätten. Das aber sei nicht alleine ihre Schuld, sondern begründet durch die vielfach kurzsichtige und egoistische Einstellung und Haltung vieler Vereinsvorstände und -funktionäre. 

Alle erwarteten finanzielle Unterstützung, gleich ob Verein, Gruppe oder Grüppchen. Jeder glaube, er müsse einen eigenen Sportplatz, eine eigene Turnhalle oder sonst etwas haben. Mit diesen, teilweise natürlich nicht sehr großzügigen Anlagen sei aber gerade der Jugend nicht gedient. „Hier müssen die Vereinsführungen umlernen“, zitiert die Zeitung Bürgermeister Kocks. „Die Zukunft gehört kommunalen, öffentlichen Sport- und Kultureinrichtungen, die von den Vereinen gemeinsam zu nutzen sind. Nur großzügig ausgebaute öffentliche Anlagen mit einem breiten Angebot auf allen sportlichen und kulturellen Gebieten, werden den Bedürfnissen der Jugend und aller Sporttreibenden gerecht.“

Auch in eigener Sache meldet sich die Gemeinde-Post in dieser Juni-Ausgabe zu Wort: „Auf vollen Touren laufen die Feierlichkeiten anlässlich des 750-jährigen Bestehens der Gemeinde Dietzenbach. Und vor lauter Festtrubel und Jubiläumsveranstaltungen, da hätten wir es beinahe vergessen: Geburtstag feiert auch die Dietzenbacher Gemeinde-Post. Seit Freitag, 6. Juni 1969 erscheint sie wöchentlich. 

Mit dieser Nummer 1/1969 hat die Gemeinde eine eigene Zeitung erhalten, wie es sich gebührt, ihr zusteht und die Gemeindeväter für notwendig gehalten haben. Regelmäßig ist die Gemeinde-Post seit diesem 6. Juni 1969 jeden Donnerstag in jedes Haus und jeden Haushalt gekommen. 52 Mal fand sie Zustimmung oder Ablehnung, positive oder negative Kritik, wobei aber meist Zustimmung und positive Kritik bei Alt- und Neubürgern überwogen.“

Die Dietzenbacher hätten sich an „ihr Blättchen“ gewöhnt: „Die Gemeinde-Post scheint endgültig aus dem Stadium der Kinderkrankheiten bis auf gelegentliche kleine Rückfälle heraus zu sein.“ So sei die Zeitung aus dem öffentlichen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Dagegen spreche auch nicht der gelegentliche, überwiegend politisch bedingte Meinungsunterschied darüber, was oder wie etwas weitergegeben oder berichtet wird.

VON BARBARA SCHOLZE

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