Ehrenamtliche haben viel zu tun

Secondhandware des DRK-Kleiderladens in Dietzenbach ist begehrt

 Ulrike Göbel (links), Christine Zoeller (Zweite von links), DRK-Koordinatorin für den Kreis Offenbach, Iris Kroll und Gisela Schiratis-Erlat stehen im DRK-Kleiderladen an der Dreieichstraße.
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Viel zu tun haben Ulrike Göbel (links), Christine Zoeller (Zweite von links), DRK-Koordinatorin für den Kreis Offenbach, Iris Kroll und Gisela Schiratis-Erlat aktuell im ehrenamtlich geführten DRK-Kleiderladen an der Dreieichstraße.

Im DRK-Kleiderladen an der Dreieichstraße finden diejenigen, die beispielsweise für die kalte Jahreszeit neue Kleidungsstücke oder Bettwäsche suchen, günstige Secondhandware.

Dietzenbach – Das Sortiment des ehrenamtlich geführten Geschäfts – sämtliche Stücke sind gespendet – reicht dabei von Discounterkleidung bis hin zu Markenartikeln. Ulrike Göbel steht am Sortiertisch in hinteren Teil des Ladens und begutachtet Bettwäsche, die eine Kundin mitgebracht hat. Mit gezieltem Blick sucht sie nach Mängeln in den Laken und Decken, denn kaputte Ware nimmt sie nicht an. Zusammen mit ihren Kolleginnen Gisela Schiratis-Erlat und Iris Kroll arbeitet Göbel dort ehrenamtlich von 10 bis 12 Uhr. Insgesamt 24 Frauen sind im Schichtbetrieb morgens und nachmittags im Einsatz. Der einzige Mann, der sich für den Laden engagierte, hat aufgehört, bedauert Göbel.

Zu Schichtbeginn sortieren die Helferinnen erstmal die gespendete Wäsche. Ab und an müssten sie nicht einmal ihren Laden öffnen, um neue Ware zu erhalten, berichtet Göbel, denn manchmal stünden schon Säcke mit Wäsche vor der Tür. „Seit Corona werden wir mit grenzwertiger Kleidung überschüttet“, sagt Christine Zoeller, Koordinatorin beim DRK für den Kreis Offenbach. Während der Pandemie hätten viele Menschen Zeit gefunden, ihre Schränke auszusortieren, meint sie.

Kleidung, die das Geschäft nicht selbst verkauft, wird in Säcke gepackt und auf Rollis gestapelt. Diese werden dann ins Ausland gebracht, berichtet Zoeller. Momentan hole ihr Lieferant allerdings keine Ware mehr ab, da seine Kapazitäten wegen der Corona-Pandemie erschöpft seien, erläutert sie. Neben den Rollis stehen rollbare Kleiderständer mit Hemden, Jacken und Hosen. „Die stellen wir vor die Tür, damit sich die Kunden schon dort umsehen können“, sagt Gisela Schiratis-Erlat, denn nicht alle Menschen, die das Geschäft aufsuchen, können dieses auch gleichzeitig betreten. Im Kleiderladen gelten strenge Hygienevorschriften: Maximal drei Leute können rein, dürfen sich in den Räumen für 15 bis 20 Minuten aufhalten. Alle anderen müssen draußen warten. „Der Vorplatz ist oft voll mit Menschen“, berichtet die ehrenamtliche Helferin.

Drinnen gibt’s viel zu entdecken: Von Jacken über Hosen bis hin zu Schuhen, Kleidung für Frauen, Kinder und Männer, das Sortiment ist vielfältig. Sogar Braut- oder Ballkleider hätten Kunden schon abgegeben, sagt Ulrike Göbel. Ein Highlight des Ladens ist für sie ein Paar schwarze Pumps mit Glitzersteinen an der Spitze. Göbel ist sich sicher, dass diese bei einer Hochzeit getragen wurden. Aber nicht nur solche Stücke finden sich in DRK-Kleiderladen. „Von C&A bis Hugo Boss haben wir eigentlich alles hier“, sagt Schiratis-Erlat. Der Preis für ein Kleidungsstück liegt dabei zwischen einem und fünf Euro, denn das Geschäft möchte vor allem Menschen mit geringem Einkommen ermöglichen, sich neu einzukleiden. In der Vergangenheit hätten Kunden sogar mit Gutscheinen bezahlen können, nachdem mit diesen aber oft betrogen wurde, habe man diesen Service eingestellt, erläutert Koordinatorin Christine Zoellner.

Gespendet werden kann dagegen weiterhin. „Wir brauchen dringend Winterkleidung“, sagt Schiratis-Erlat. Diese können während der Öffnungszeiten, montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr in der Dreieichstraße 7-13 abgegeben werden. Zudem sucht der Kleiderladen weitere ehrenamtliche Mitarbeiter. Interessierte können sich bei Gisela Schiratis-Erlat unter z 06074 46917 melden. (Joshua Bär)

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