Weil Nudeln einfach immer gehen

Hinter den Kulissen: „Spaghetti to go“ und Co. bei Dianas Kochwerk im Lädchen

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Nudeln, Kuchen und Kaffee – mit diesem Konzept startet Diana Dutiné-Löhr am Roten Platz. Tatkräftige Unterstützung gibt es von der Familie.

Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir den Cateringservice „Dianas Kochwerk“ besucht.

Dietzenbach – Traute Zweisamkeit bei Kerzenschein, eine Messe mit rund 300 Gästen oder die Verpflegung hinter einer Veranstaltungsbühne – Diana Dutiné-Löhrs Aufträge sind vielfältig, aber haben dasselbe Ziel: den Hunger stillen. Vor etwa sieben Jahren hat sie sich mit ihrem Cateringservice „Dianas Kochwerk“ selbstständig gemacht. Angefangen hat es mit hungrigen Mäulern, die sie ohnehin zu stopfen hatte. „Also erstmal war ich hauptberuflich Mama“, sagt die vierfache Mutter und gelernte Laborantin. „Gekocht habe ich dadurch ja eh viel“, erzählt sie weiter. Über eine thailändische Nachbarin kam sie schließlich in Berührung mit der asiatischen Kochkunst. „Wir haben immer öfter zusammen in der Küche gestanden, so habe ich gelernt, worauf es bei Thaicurrys ankommt“, erzählt Dutiné-Löhr.

Die Leidenschaft zur fernöstlichen Küche wurde durch eine philippinische Freundin noch weiter entfacht. „In der Art zu kochen merkt man den spanischen Einschlag“, erläutert sie. So werde im Gegensatz zu den anderen Pazifikstaaten auf den Philippinen viel geschmort. Ihr Essen öffnete der Dietzenbacherin schon die Türen der philippinischen Botschaft in Berlin. „Ich habe immer Lampenfieber, ob Politiker oder nicht“, gesteht sie. Der Moment, in dem sich der Genuss in der Miene der Menschen widerspiegelt, ist die Belohnung für die Köchin.

Das Motto „bunt durch die Welt“ hat sich die Dietzenbacherin auf die Fahne geschrieben. Anfangs hat sie die Gerichte noch in der eigenen Küche zubereitet und bald darauf ihren Mann Andreas aus seiner Werkstatt vertrieben. „Da ist jetzt meine Vorbereitungsküche“, sagt Dutniné-Löhr lachend. Darin finden auch Helfer Platz, wenn ein Auftrag für eine größere Personenanzahl ins Haus flattert. Dann stehen die Nachbarin und die Töchter in der Küche und schnibbeln mit. Sohn Louis hilft zudem gerne als Barkeeper aus.

Teamwork war auch angesagt, als sie sich dazu entschloss, neben „Dianas Kochwerk“ noch eine Nudelbar am „Roten Platz“ zu eröffnen. „Das erklärt auch den Zusatz ‘im Lädchen’ im Namen“, erläutert die Inhaberin. Im letzten Monat ist in dem kleinen Geschäft viel vor sich gegangen: Der frische Anstrich der Wände vereint sich mit den knalligen Farben des Interieurs, das im Vintage-Stil gehalten ist. Der Blickfänger ist die lange, weiße Theke mit den Schiebetüren und der neu installierten LED-Beleuchtung. 130 Jahre hat das gute Stück bereits auf dem Buckel und stand bis vor einem Monat noch in dem Kurzwarengeschäft eines alten Ehepaares aus der Nähe von Dortmund. „Ich habe ein Inserat im Internet gesehen, das war dann Liebe auf den ersten Blick“, verrät Dutiné-Löhr. Hinter den Scheiben steht edles Tee-Service, wie man es aus Großmutters „Gut Stubb“ kennt; eine weitere Leidenschaft der Dietzenbacherin. „Ich liebe diese Tassen einfach“, schwärmt sie. Über die letzten zehn Jahre sei ihre Sammlung gewachsen. Passend dazu schmückt eine alte Häkeldecke von der Großmutter die lange Tafel an der Fensterfront.

Die Nudelbar, die montags bis freitags von 11 bis 15.30 Uhr geöffnet ist, soll eine Konstante werden. „Das Catering findet ja meistens am Wochenende statt, das läuft so weiter“, informiert die Inhaberin. In der Bar wartet Pasta mit verschiedenen Soßen, ergänzt durch Wochengerichte. „Weil Nudeln einfach immer gehen“, sagt sie.

VON LISA SCHMEDEMANN

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