Künftige Gestaltung

Nach Krawallen: Dietzenbacher Parlament diskutiert über Spessartviertel  - „Dringender Handlungsbedarf“

In Verruf geraten: Nach Angriffen auf  Einsatzkräften steht das Spessartviertel in Dietzenbach im Fokus der Polizei. 
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In Verruf geraten: Nach Angriffen auf Einsatzkräften in Dietzenbach sieht die Stadtpolitik für das Spessartviertel „dringenden Handlungsbedarf“.

Nach der Stein-Attacke gegen Feuerwehrleute und Polizisten in Dietzenbach diskutierte das Stadtparlament über die künftige Gestaltung im Spessartviertel.

Dietzenbach – Wie bereits in den Ausschüssen bestimmte das Thema „Spessartviertel“, ausgelöst durch die Krawalle Ende Mai, einen großen Teil der Diskussionen in der Dietzenbacher Stadtverordnetenversammlung. So stand unter anderem ein Antrag der CDU auf der Tagesordnung, der die Änderung eines Teil-Bebauungsplans im sogenannten Innenohr vorsieht. Demnach soll auf dem Areal nördlich und westlich vom Brückwiesenweg und östlich und südlich der Laufacher Straße keine Wohnbebauung mehr zulässig sein.

Ermöglicht werden soll „soziale Infrastruktur“, ein Kindergarten, ein Familienzentrum oder eine ähnliche Institution auf einem Drittel des Areals, der Rest soll Grünfläche bleiben. Angenommen wurde dieser Antrag mit den Stimmen von CDU, WIR-BfD, Grünen, DL/FW-UDS und Linke. Dagegen votierten SPD, AfD und Artus Rosenbusch. Einen ähnlichen Vorstoß hatten zuvor auch die Grünen eingebracht. „Den ziehen wir jetzt zurück, schließen uns aber der CDU an“, sagte die Fraktionsvorsitzende Andrea Wacker-Hempel. Wichtig sei nach wie vor, dass die in der Umgebung wohnenden Bürger sich an einer künftigen Gestaltung beteiligen könnten.

Dietzenbach: Wohnqualität im „Spessartviertel“ verbessern und Kriminalität senken

Christoph Mikuschek, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, betonte, wie schon vor zwei Jahren setze sich seine Partei dafür ein, dass keine weitere Verdichtung im Innenohr vorgenommen werde. An die Stadtverordneten appellierte er, in dieser Frage an einem Strang zu ziehen. „Wir wollen zeigen, dass uns nicht alles egal ist und wir die Wohnqualität in dem Viertel verbessern und die Kriminalität senken möchten.“ Als eher „sinnlos“ betitelte derweil Harald Nalbach, Fraktionschef der WIR-BfD das Begehr. „Die Stadt ist sowieso Eigentümer des Grundstückes und nur wir können bestimmen, was wo und wann gebaut wird, alles andere kostet uns nur Geld.“

SPD-Fraktionschef Jerome Alex wies darauf hin, dass es auch um bezahlbaren Wohnraum gehe. „Wir haben den Luxus, dort Wohnraum schaffen zu können, und nutzen ihn nicht.“ Sein Fraktionskollege Rainer Engelhardt schlug vor, in dem Gebiet Senioren- oder Behinderteneinrichtungen anzusiedeln. Bereits in der Bürgerfragestunde vor der Sitzung war die Idee genannt worden, eine weitere integrative Kita im Innenohr zu gründen.

Dietzenbach: „Wir sehen dringenden Handlungsbedarf im Spessartviertel“

Erneut diskutierten die Stadtverordneten auch einen Antrag der DL/FW-UDS, nach dem ein „interfraktioneller Arbeitskreis Rosenpark“ gegründet werden sollte. Der Vorschlag wurde jedoch mit den Stimmen von SPD, Grünen und WIR-BfD abgelehnt, wobei sich die CDU enthielt. „Wir brauchen intensive Gespräche und auch eine öffentliche Diskussion“, hatte Jens Hinrichsen, Fraktionsvorsitzender der DL/FW-UDS festgestellt. Das sei als Tagesordnungspunkt in einem Ausschuss nicht möglich.

Für die CDU, die im Vorfeld ebenfalls mehr Informationen gefordert und den entsprechenden Antrag zurückgezogen hatte, berichtete Christoph Mikuschek, es habe auf Einladung von Bürgermeister Jürgen Rogg eine nicht-öffentliche Sitzung stattgefunden, dabei seien alle Fragen beantwortet worden. „Wir sollten keinen Arbeitskreis gründen, sondern die bestehenden Gremien stärken“, betonte er nun. Eher wenig Hoffnung auf Änderung machte sich gar Rainer Engelhardt (SPD): „Wir können als Kreisstadt an vielen Punkten nichts tun, und einfach nur zu reden und keine Lösungen zu haben, ist der verkehrte Weg.“

Angenommen wurde ein Antrag zur Verlagerung der Streetworker-Stelle. Diese soll von der Projektstelle Flüchtlinge zum Fachbereich Soziale Dienste verlagert und dem Einsatz im Spessartviertel gewidmet werden. Wobei Manuel Salomon (CDU) vor allzu hohen Erwartungen warnte. „Wir sehen dringenden Handlungsbedarf im Spessartviertel, dabei kann ein Streetworker Teil der Lösung sein, aber eben nur ein Teil.“ (Von Barbara Scholze)

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