Randale in Dietzenbach

Angriff auf Einsatzkräfte im Spessartviertel: Jüngster Angeklagter erst 15 Jahre alt

Vor knapp einem Jahr kam es zur Straßenschlacht in Dietzenbach. Mit Bränden lockten die Randalierer Polizei und Feuerwehr im Spessartviertel in den Hinterhalt.
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Vor knapp einem Jahr kam es zur Straßenschlacht in Dietzenbach. Mit Bränden lockten die Randalierer Polizei und Feuerwehr im Spessartviertel in den Hinterhalt.

Die Ermittlungen nach der heftigen Randale im Spessartviertel in Dietzenbach sind abgeschlossen. Gegen acht junge Männer wird Anklage erhoben.

Dietzenbach – Es waren erschreckende Szenen, die Dietzenbach bundesweit in die Schlagzeilen brachten. In der Nacht von 28. Mai auf den 29. Mai 2020 eskalierte im Spessartviertel ein gemeinsamer Einsatz von Polizei und Feuerwehr. Etwa 50 Menschen, mehrheitlich junge Erwachsende und Jugendliche, attackierten die Einsatzkräfte und bewarfen sie mit Steinen.

Knapp ein Jahr nach der Straßenschlacht und der Randale in Dietzenbach sind die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft nun abgeschlossen. Im Fokus stehen acht mutmaßliche Beteiligte an der gewalttätigen Stein-Attacke. Gegen sie sei Anklage erhoben worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Offenbach auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Das Verfahren richte sich gegen acht junge Männer im Alter zwischen 15 und 21 Jahren, sagte eine Sprecherin des zuständigen Amtsgerichts Offenbach.

Randale im Spessartviertel in Dietzenbach: Jugendliche lockten Einsatzkräfte in Hinterhalt

Allen Beschuldigten werde schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Sieben von ihnen wird zusätzlich auch noch gemeinschaftliche Brandstiftung zur Last gelegt. „Sie sollen ein Kraftfahrzeug in Brand gesetzt haben“, teilte die Gerichtssprecherin mit. Mit dem Feuer sollten Polizei und Feuerwehr im Spessartviertel in Dietzenbach offenbar in einen Hinterhalt gelockt werden.

Bei der Attacke im Spessartviertel in Dietzenbach waren Ende Mai vergangenen Jahres auf einem Parkdeck zunächst Mülltonnen und ein Bagger angezündet worden. Beim Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte wurden diese mit bereitgelegten Steinen attackiert. In der Nacht schickte die Feuerwehr einen Hilferuf via Twitter. „BITTE HÖRT AUF DIE EINSATZKRÄFTE MIT STEINEN ZU BEWERFEN!!!“, hieß es auf dem Kurznachrichtendienst eindringlich. Nur durch Glück wurde bei der Randale niemand verletzt.

Nach der Randale zeigte die Polizei im Spessartviertel verstärkte Präsenz.

Dietzenbach: Politik verurteilt Randale im Spessartviertel aufs Schärfste

Unmittelbar nach dem Angriff auf die Einsatzkräfte in Dietzenbach schaltete sich die Politik ein. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) fand deutliche Worte: „Wer Einsatzkräfte angreift, gehört in den Knast“, sagte er. Eine Geldstrafe reiche bei dieser Schwere der Tat nicht aus.

„Diejenigen, die uns allen bei Notlagen zur Hilfe kommen und tagtäglich für die Einhaltung unserer Gesetze sorgen, verdienen es, dass heimtückische Attacken gegen sie hart bestraft werden“, sagte Beuth. Der arglistige Hinterhalt auf Polizisten und Feuerwehrleute im Spessartviertel in Dietzenbach stehe für ein neues Ausmaß an Heimtücke und Gewalt. „Diese Tat muss ein Weckruf sein.“

Auch die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft verurteilte die Angriffe aufs Schärfste. „Solch ein Verhalten ist absolut nicht zu tolerieren, wir erwarten von der Justiz, diese gewalttätigen Personen mit der vollen Härte unserer Gesetze zu bestrafen“, sagte Sprecher Tobias Thiele. Straftäter würden nicht abgeschreckt, wenn Übergriffe wie die von Dietzenbach „von überlasteten Gerichten anschließend als Bagatellfall abgehandelt“ würden. So etwas werde von den Kräften der Feuerwehr mit Unverständnis zur Kenntnis genommen und führe zu einer enormen Dunkelziffer, da viele Kollegen respektlose Handlungen im Einsatz aus Frustration nicht mehr meldeten.

Stein-Attacke im Spessartviertel in Dietzenbach: Verfahren ist aufwändig

Dem Amtsgericht zufolge ist der Prozess um die Randale im Spessartviertel ein sehr aufwendiges Verfahren. „Über den Antrag auf Zulassung der Anklage wurde bislang nicht entschieden“, teilte die Gerichtssprecherin mit. Deshalb sei auch der Beginn einer Hauptverhandlung noch nicht absehbar. (Tim Vincent Dicke mit dpa)

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