Jubiläumsjahr in Dietzenbach

Vereine überlegen, 800-Jahr-Feier nachzuholen

Zum Turmfest 2016 erstrahlte das Dietzenbacher Wahrzeichen. In diesem Jahr bleibt es aber grau. Das Fest fällt ebenso aus wie die 800-Jahr-Feier.
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Zum Turmfest 2016 erstrahlte das Dietzenbacher Wahrzeichen. In diesem Jahr bleibt es aber grau. Das Fest fällt ebenso aus wie die 800-Jahr-Feier.

800 Jahre Dietzenbach – das will gefeiert werden. Doch wegen Corona fallen die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr gedämpft aus. Doch nicht nur die Vereine planen schon zukünftigen Festen.

Dietzenbach – Es hätte so schön sein können: Ein ganzes Jahr voller Feiern, eine Festwoche mit etlichen Höhepunkten und Veranstaltungen, die zahlreiche Gäste in die Kreisstadt locken. Im Jubiläumsjahr hätten die Dietzenbacher es krachen lassen.

Den Anlass dazu gibt es immer noch: Das ehemalige Dorf im Wiesengrund wird 800 Jahre alt und kann sich über ein halbes Jahrhundert Stadtrechte freuen. Doch im Nullkommanichts hat die Corona-Pandemie alles zunichte gemacht: Die Stadt hat ihre Veranstaltungen abgesagt und wird sie auch im kommenden Jahr nicht nachholen, die Vereine haben ihre Pläne zu Grabe getragen. Doch die Dietzenbacher wären nicht sie selbst, käme nicht der Gedanke an eine Feier „800 plus 1“ auf.

So etwa beim Team der TG, die mit dem Turmfest im August einen der größten Anziehungspunkte innerhalb der Feierlichkeiten geschaffen hätte. Zwar haben sich die Verantwortlichen damit abgefunden, dass aktuell kein lustiges Fest zustande kommt. „Wir machen keine halbe Feier“, sagt Roland Henneberg, Vorsitzender des Sportvereins mit Residenz auf dem Wingertsberg. Den hoffnungsvollen Blick ins Jahr 2021 wollen sich die Bärgser indes nicht nehmen lassen. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Stadt die Jubiläumsfeier im nächsten Jahr nachholt“, sagt der TG-Chef. Entsprechend beschäftige sich das Organisationsteam gedanklich mit einem Turmfest 2021. „Wir würden das schon machen, allerdings nur mit der zugesagten Unterstützung der Stadt“, betont Henneberg.

Auch Bürgermeister Jürgen Rogg wagt inzwischen wieder Pläne. So seien in Kürze kleine, coronakonforme Alternativveranstaltungen zu den Jubiläumsfeierlichkeiten angedacht. Darüber hinaus kündigt der Verwaltungschef an: „Wenn es Nachholtermine geben sollte, werden wir die Vereine so unterstützen, wie es im Jahr 2020 vorgesehen war.“ Ob auch darüber hinaus ein finanzieller Beitrag zu leisten sei, hänge vom nächsten Haushalt ab.

Positiv in die Zukunft blickt ebenso Uwe Handschuch, Pfarrer der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Dort war ein ökumenischer Festgottesdienst zum Jubiläum geplant. „Den werden wir sicher nachholen“ kündigt der Pfarrer an. Ganz aktuell gelte: Das jährliche Friedensgebet und die Einweihung des Gartens der Religionen auf dem Friedhof finden am 26. September statt.

An diesem Tag soll ebenso der „1. Dietzenbacher Flashmob“ auf dem Harmonieplatz stattfinden. Organisatorin Elke Schott zeigt sich durch die Situation wenig demotiviert. „Im Mai wäre es eine der ersten Veranstaltungen zur 800-Jahr-Feier gewesen – daran hat sich ja eigentlich nichts geändert“, meint sie. Ab 15 Uhr soll an dem Tag auf dem Harmonieplatz zusammen getanzt und gesungen werden, selbstredend coronakonform. Schott, Mutter der „Blauen Bank“, ist froh, dass das Verlegen des Termins auch vonseiten der Stadt unkompliziert verlaufen ist. Das große Sommerfest, das der Verein für Sport und Gesundheit (VSG) geplant hatte, wird indes in keiner Form nachgeholt werden. Der Vorstand begegnet der Gesamtsituation mit Vorsicht. „Solange es keinen Impfstoff gibt, wird es schwierig“, findet Beisitzerin Eva Karweina.

Die Lust aufs Feiern im 801. Jahr hat die Feuerwehr hingegen nicht verloren. Der Tag der offenen Tür hätte zwar ganz im Zeichen der 50 Jahre Stadtrechte und der damit verbundenen Stadtentwicklung gestanden, doch hat sich die Wehr kürzlich gegen die Veranstaltung entschieden. „Ob mit oder ohne Stadt – wir wollen nächstes Jahr die 800 Jahre feiern“, betont Ulrich Esau. Solange die Feuerwehr nicht die einzige Vereinigung sei, die sich dieses Vorhaben auf die Fahne schreibt. Doch dafür stehen die Chancen offensichtlich gut. Esau fügt hinzu: „Zu Absprachen sind wir gerne bereit.“

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