Umweltprogramm fürs Capitol

Projekt „Ökoprofit“: Stadt will Ressourcen schonen und Kosten senken

Emissionen vermeiden und Abfälle verwerten sind zwei der Ziele, die die Kreisstadt mit dem Projekt „Ökoprofit“ im Capitol umsetzen will.
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Emissionen vermeiden und Abfälle verwerten sind zwei der Ziele, die die Kreisstadt mit dem Projekt „Ökoprofit“ im Capitol umsetzen will.

Mit dem Projekt „Ökoprofit“ will die Stadt Ressourcen schonen. Nicht nur die Stadt Dieztenbach ist mit an Bord.

Dietzenbach – Energie sparen, Ressourcen schonen, Betriebskosten senken: Das sind die ausgemachten Ziele des Umwelt-Projekts „Ökoprofit“, an dem sich die Kreisstadt bereits seit Oktober vergangenen Jahres beteiligt. Mit dabei sind zehn weitere Kommunen und Unternehmen. Dabei gehe es darum, Dienstleistungsprozesse auf Material- und Energienutzung mit dem Ziel zu untersuchen, Betriebskosten zu senken, Ressourcen zu schonen, den CO2-Ausstoß zu verringern und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in der Region zu fördern, informiert die Stadtverwaltung über die Hintergründe von „Ökoprofit“. Produkte, Technologien und Einsatzstoffe sollen kritisch überdacht werden, um Emissionen und Abfälle zu vermeiden und eine Verwertung der Abfälle, die nicht vermeidbar sind, zu gewährleisten.

In der Kreisstadt liegt während des Projekts der Fokus auf dem Capitol. In acht gemeinsamen Workshops erheben die Verantwortlichen der Verantstaltungsstätte und des städtischen Bau- und Immobilienmanagements über ein Jahr hinweg Daten und Kennzahlen zu unterschiedlichen Aspekten. Darunter sind etwa die Felder Organisation und Kommunikation, Energie und Emissionen, Abfall, Wasser, Einkauf, Arbeitsschutz, Nachhaltigkeitsmanagement und Biodiversität. Zusätzlich wird in vier Beratungen vor Ort aufgezeigt, an welchen Stellen hinsichtlich Umweltentlastung, Kostensenkung und Rechtssicherheit Verbesserungspotenzial besteht. Letztlich soll so ein Umweltprogramm entworfen werden, bei dem kurzfristig zu realisierende Maßnahmen gleich umgesetzt und langfristige Ziele formuliert werden.

Am 22. September überprüfen Experten für das Capitol die erarbeiteten Zahlen und die Einhaltung der Anforderungen bei einer Betriebsbesichtigung. „Dieser unabhängige, externe Blick von Fachleuten kann Potenziale auch für andere städtische Liegenschaften offenbaren“, sagt Bürgermeister Jürgen Rogg über das Projekt. Erster Stadtrat Dieter Lang ergänzt: „Zumal im Bereich der energetischen Sanierung viele Innovationen auf den Markt gekommen sind, die ökologisch wie auch ökonomisch äußerst interessant sind.“

Die Projektrunde 2019 / 20 wurde im Oktober vom Regionalverband Frankfurt / Rhein-Main unter der Leitung des Kooperationspartners von „Ökoprofit“, der Firma Arqum aus Frankfurt, gestartet. Unterstützt wird das Programm von der IHK und der Wirtschaftsförderung Frankfurt.

Neben Dietzenbach nehmen die Firmen Biotest AG, Central Global Cargo, Jean Bratengeier Bau, Krieger + Schramm, das Studierendenwerk Darmstadt, die Gemeinde Wölfersheim, die Städte Dreieich und Eschborn, das Frankfurter Personal- und Organisationsamt sowie die Wirtschaftsförderung Frankfurt an der aktuellen Runde von „Ökoprofit“ teil. Im vergangenen Jahr sparten die Teilnehmer insgesamt 1,1 Millionen Kilowattstunden Strom oder eine Million Kilogramm CO2 ein – im Wert von insgesamt 830 500 Euro. Der somit nicht verbrauchte Strom könnte einen Vier-Personen-Haushalt 339 Jahre lang versorgen, das nicht ausgestoßene CO2 entspricht der Ökosystemleistung von etwa 40 000 Bäumen, rechnen die Verantwortlichen vor. Wie sich die Projektarbeit auf das Capitol auswirkt, wird sich nun in den nächsten Monaten zeigen. lj

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