Städtische Betriebe bringen Innenstadt und Geschichtspfad auf Vordermann

Für den Frühling vorbereitet

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Rund einen Tag brauchen Christoph Köhler und seine Kollegen für die Arbeit am Geschichtspfad.

Dietzenbach - Der Winter neigt sich dem Ende zu – das bedeutet einiges an Arbeit für die Gärtner der Städtischen Betriebe. Denn auch die Hecken und das Gehölz wollen gepflegt in die Frühjahrssaison gehen. Von Patrick Eickhoff 

Neben der Innenstadt steht auch wieder der Geschichtspfad auf der Liste. Es wird laut, wenn Christoph Köhler anfängt, die Hecken auf dem Geschichtspfad der Kreisstadt zu schneiden. Sorgfältig manövriert er den Traktor am Gewächs entlang. „Wenn wir das mit der Hand machen würden, dann wären wir Ende des Jahres noch nicht fertig“, sagt er mit Blick auf die geschnittenen Hecken. „Auf Stock Setzen“ heißt der Verschönerungsvorgang, der nach und nach in der Kreisstadt voran getrieben wird. „Das ist in gewissen Zeitabständen notwendig, damit die Gehölze wieder neu austreiben können und somit verjüngt werden“, erklärt Silke Loschtiak, Bereichsleiterin der Grünflächenbewirtschaftung bei den Städtischen Betrieben.

Bis Ende des Monats müssen Köhler und seine Kollegen fertig sein mit den Arbeiten. Denn neben dem Schutz der Pflanzen spielen Tiere beim Rückschnitt eine entscheidende Rolle. „Anfang März beginnt die Brut- und Setzzeit – ab dann wird nur noch kleiner geschnitten“, sagt er. An diesem Vormittag ist er alleine auf dem Geschichtspfad unterwegs. „Wenn es Frost gibt, dann werden die Kollegen als Hilfen im Räumdienst abgestellt.“

Da spricht Köhler aus Erfahrung. Er arbeitet seit 35 Jahren bei den Gärtnern der Städtischen Betriebe. Mittlerweile ist er Teamleiter und kümmert sich somit auch um die Auszubildenden. Die Witterung spielt für seinen Job kaum eine Rolle. „Es darf nur nicht zu nass sein“, merkt er an. „Und der diesjährige Winter war leider etwas zu verregnet.“

Der häufige Regen sorgt für nasse Wiesen und Felder, und die müssen die Gärtner ab und an auch als Fahrtwege nutzen. Es besteht die Gefahr, stecken zu bleiben. „Das ist mir auch erst vor Kurzem passiert – aber die Kollegen kommen dann sofort zur Hilfe“, sagt Köhler und lacht. „Aber das ist natürlich eine Seltenheit.“ Die Arbeit mit den Hecken und den Grünflächen ist aber auch eine Arbeit gegen die Klischees. „Wie oft ich schon gehört habe, dass Gärtner im Winter doch nichts zu tun haben – das stimmt nicht so ganz.“ Hinter dem sehr grob wirkenden „auf Stock Setzen“ steckt jedoch ein sorgfältiger Plan. „Im Wechsel lassen wir manchmal etwas mehr stehen – auch wegen der Vögel“, erklärt Köhler mit Blick auf den Nestbau.

Der hessische Winter in Bildern

Weiter geht es mit den Rückschnittsarbeiten der Gärtner in den kommenden Tagen und Wochen in der Innenstadt – etwa in der Rodgaustraße und einem kleinen Teil der Offenbacher Straße. Neben dem Geschichtspfad kommen außerhalb von Dietzenbach auch Radwege dran. Immer mit besonderem Blick auf die Tiere. Um auch aktuell auf die kleinen Bewohner im Gehölz Rücksicht zu nehmen, arbeiten die Gärtner auch dort nur abschnittsweise. „So haben die Tiere Gelegenheit, sich ein anderes Quartier zu suchen“, sagt Bereichsleiterin Loschtiak. Der nächste Abschnitt ist dann im kommenden Herbst ab dem ersten Oktober in der Reihe, wenn die gesetzliche Schonzeit auch für die Vögel beendet ist.

Das auf dem Boden liegende Gestrüpp wird nach und nach eingesammelt und weggeräumt. Zu den diesjährigen Rückschnittsarbeiten zieht Köhler ein positives Fazit: „Bisher sind wir ordentlich durchgekommen mit der Arbeit – das ist auf jeden Fall gut gelaufen.“

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