Von Würflern bis zu Gesangsvereinen

Zahlreiche Stammgäste treffen sich in der „Hausnummer 21“

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Ines Döring (von links), Ralf Kiefer und Marion Ravensberger von der „Hausnummer 21“. 

Dietzenbach - Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir die „Hausnummer 21“ besucht. Von Sascha Dreger 

„Eigentlich haben wir uns das gar nicht so vorgestellt, wie es heute ist, aber so ist es genau richtig – es passt“, sagt Marion Ravensberger. Viele Jahre lang hat sie gemeinsam mit Ralf Kiefer die „Licher Pilsstube“ geführt. Im Wandel der Zeit habe sich die Kneipe stark verändert. „Es ging nicht mehr voran“, erinnert sich Kiefer. Die Gelegenheit, mit der „Hausnummer 21“ an der Frankfurter Straße neue Ideen umzusetzen und die langen Abende und Nächte als Kneipenwirte hinter sich zu lassen, haben die beiden Lebensgefährten beim Schopf gepackt. Um das Geschäftshaus für ihre Zwecke umzubauen, war zunächst eine Kernsanierung nötig. „Das hat sich fast eineinhalb Jahre hingezogen“, erinnert sich Kiefer. Eine komplett neue Küchen- und Thekeneinrichtung, verstärkter Boden im Gastraum, eine Lüftungsanlage durch alle Wände hindurch und allerlei bürokratische Hürden. „Das alles hat mehr Kraft und Geld gekostet als gedacht, aber es hat sich gelohnt“,findet Kiefer.

Heute genau vor acht Jahren, am 28. August 2010, feierten sie dann Eröffnung. Ravensbergers ursprüngliche Idee war ein Frühstückslokal mit Mittagstisch. „Es gab kein richtiges Metzgerangebot für ein ordentliches Handwerkerfrühstück in der Stadt“, erinnert sich die 63-Jährige. „Also stand ich jeden Morgen um fünf Uhr in der Küche und habe Haspel oder Fleischkäsebrötchen vorbereitet.“ Durch mangelnde Nachfrage musste das Angebot wieder eingestellt werden, der Mittagstisch aber blieb und zieht die Gäste montags bis freitags zwischen 11 und 15 Uhr an. Ein Abendgeschäft sei nie wirklich geplant gewesen, doch da hatten die beiden Geschäftsleute die Rechnung ohne ihre Stammgäste gemacht, die gerne wieder einen abendlichen Treffpunkt wollten. „Den Bitten konnten wir einfach nicht widerstehen“, sagt Kiefer. Seitdem laden donnerstags und freitags auch zwischen 17 und 22 Uhr die rund 20 rotgepolsterten Sitzplätze zum Speisen im hellen Gastraum sowie Barhocker zum Verweilen im separaten Raucherraum ein. „Das ist wieder so ein kleines bisschen Kneipenfeeling für uns“, gibt Ravensberger zu. Das wissen auch die Gäste zu schätzen, erläutert Kiefer.

Würfler treffen sich ebenso regelmäßig wie Sänger aus verschiedenen Dietzenbacher Gesangsvereinen. „Die gehen schon seit mehr als 30 Jahren zu „ihrer Marion“, sagt der 51-Jährige. Von den älteren Herren gibt es dann immer Volkslieder zu hören. „Und manchmal singen sie uns auch ein Ständchen, das ist richtig schön“, sagt Ravensberger und lacht. Die Speisen für die gut bürgerliche Küche werden regional eingekauft. Die Kartoffeln für den selbst gemachten Kartoffelsalat kommen von Bauernhöfen aus dem Odenwald, Fleisch und Wurstwaren, etwa für Schnitzel, Hamburger oder Currywurst stammen von Metzgern aus dem Taunus. Traditionell gibt es einmal im Monat Backhendl. „Da haben wir immer die meisten Tischreservierungen“, berichtet Kiefer. Im Tagesgeschäft sei der Hackbraten mit Kartoffelsalat der Renner, wirft Mitarbeiterin Ines Döring ein, die von Anfang an zum Team gehört. Mittlerweile sind es neben den beiden Inhabern Marion und Ralf vier feste Mitarbeiter und vier Aushilfen, die sich um das Geschäft kümmern.

Von deftig bis süß: Kochen mit Bier

Das Hauptgeschäft für Essen hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Inzwischen sind es zwei große Unternehmen in der Kreissstadt, die von der Hausnummer 21 mit Mittagessen für die Kantine beliefert werden. Von Salaten über Canapés und Fingerfood, komplette Menüs für den kleinen Stehempfang bis zur großen Hochzeit gehört das Catering längst zum Tagesgeschehen dazu. Viele Jahre lang haben die beiden mit ihrem Team das Spargelfest auf dem Lindenhof der Familie Kunz organisiert. Seit drei Jahren locken sie die Besucher immer am Freitag und Samstag nach Fronleichnam mit Spargelgerichten und frisch Gegrilltem in den eigenen Hof. Das habe sich ganz toll entwickelt, schwärmen beide. Auf ihr Team können sie sich verlassen: „Sie stehen immer hinter uns, auch wenn es mal stressig wird. Auch wenn wir heute mehr Stunden arbeiten, als wir je wollten, haben wir jede Minute Spaß an dem, was wir tun.“

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