Ohne Vorankündigung abgeschnitten

„Unmöglicher Zustand“ - Anwohner ärgern sich über Straßensperrung

Komplett gesperrt sind derzeit die Zufahrten von der Hauptstraße zur Waldstraße.
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Komplett gesperrt sind derzeit die Zufahrten von der Hauptstraße zur Waldstraße.

Viele Dietzenbacher sind momentan vom Verkehr abgeschnitten. Ohne Vorwarnung müssen sie plötzlich Sperrungen und Umwege erdulden. 

Dietzenbach – Viele Dietzenbacher haben sich verwundert die Augen gerieben und gefragt, warum an der Kreuzung Haupt-, Wald- und Tannenstraße kein Durchkommen mehr ist. Warnbaken versperren die Zufahrten in die Wald- und in die Tannenstraße. Sie sind quasi über Nacht von der Hauptverkehrsader L 3001 abgeschnitten worden und müssen Umwege in Kauf nehmen.

Eine Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten, gab’s nicht. Die Stadt hat schlichtweg nicht informiert. Auf Nachfrage räumt die Pressestelle der Stadt ein, nicht rechtzeitig über die Maßnahmen in Kenntnis gesetzt zu haben.

Aber auch die Anwohner wurden nicht benachrichtigt: „Keiner hat uns vorgewarnt“, sagt Biagio Schiliro von der Pizzeria Casa zum Steinberg, die seit rund 50 Jahren am Stadtausgang Dietzenbach ist. „Gar nichts, keine Infos“, sagt Schiliro. Es sei schon wegen Corona eine schwierige Zeit „und dann sowas“. Kunden, die schnell eine Pizza holen wollen, kommen nicht durch und müssen einen Umweg durchs Wohngebiet fahren. Die Sperrung habe er sofort im Wegbleiben von Kunden bemerkt. Ebenso müssen die Lkw, die das Restaurant mit Waren beliefern, durch das Steinberger Wohngebiet fahren. Er wünscht sich eine kleine Zufahrt zum Restaurant, dass Kunden abholen können, denn einen Lieferservice bietet er nicht an. „Abholungen sind in Corona-Zeiten unser Hauptgeschäft“, sagt Schiliro.

Unmut äußern auch die Eigentümer Ursula Koch und Alexander Trageser. „Das ist ein unmöglicher Zustand“, sagt Trageser. Dass die Tannenstraße gesperrt ist, macht keinen Sinn“, meint er. „Viele ältere Bürger leben in Steinberg, im Notfall – was immer häufiger vorkommt – müssen Notarzt und Krankenwagen einen Umweg fahren.“ Auch frage er sich, „wie soll der Müll durch kommunale und private Entsorger abgeholt werden?“

Grund für die Sperrungen sind turnusmäßige Erneuerungen an Gasleitungen in der Hauptstraße durch die Maingau Energie als Netzbetreiber. Es müssen in dem Abschnitt in Steinberg Armaturen, etwa Schieberkreuze ausgetauscht werden, teilt die Maingau auf Anfrage mit.

Die Pläne für die Maßnahme seien kurzfristig noch einmal optimiert worden, heißt es seitens der Stadt. Auf die Frage, warum die Einfahrten in die Seitenstraßen gesperrt wurden, lautet die Antwort: Aufgrund der technischen Regeln für den Arbeitsschutz, die es einzuhalten gelte, müssten zum Schutz der Bauarbeiter „Restbreiten“ auf der Fahrbahn gegeben sein. Da diese „leider nicht gegeben waren, musste die Vollsperrung Tannenstraße verkehrsrechtlich angeordnet werden“. Weiter teilt die Stadt mit: Sobald es rechtlich und technisch möglich, wird die Tannenstraße wieder freigegeben.

Auch für die fehlenden Informationen liefert die Stadt eine Antwort: Der Vorhabenträger habe die Baustelle bei der Straßenverkehrsbehörde ordnungsgemäß angezeigt und „hätte daraufhin unter anderem auch die Anlieger informieren müssen“. Laut städtischer Tiefbauabteilung seien aber „wohl keine Information an die Anlieger gegangen“, teilt die Stadt mit.

Für Verkehrsteilnehmer sind nun zwei Umleitungen eingerichtet und ausgeschildert. Die erste Umleitung führt von der Haupt- in die Taunusstraße und weiter über die Spessart- in die Waldstraße und umgekehrt. Die zweite Umleitung führt von der Hauptstraße über die Römer- in die Tannenstraße und umgekehrt. Es gilt laut Stadt jeweils: Anlieger bis Baustelle frei. Verkehrsteilnehmer sollten sich bis voraussichtlich Ende November auf Einschränkungen einstellen, bis dahin soll die Maßnahme planmäßig abgeschlossen sein. (Ronny Paul)

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