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Stolpersteine aufpoliert

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Edith Conrad von der Gruppe „Aktives Gedenken in Dietzenbach“ gestern Nachmittag beim Putzen der acht Stolpersteine an der Ecke Bahnhof-/ Wilhelm-Leuschner-Straße, die den Mitgliedern der Familie Wolf gewidmet sind. © nkö

Dietzenbach - Bereits mehr als anderthalb Jahre vor der sogenannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 – an die am heutigen Montag bundesweit mit Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen erinnert wird – hatte es im Dorf Dietzenbach Pogromstimmung gegen jüdische Mitbürger gegeben. Von Norman Körtge

Am 27. März 1937 grölte ein Mob, bestehend aus Hitlerjungen und angestachelt von Nazi-Bürgermeister Heinrich Fickel, vor dem Haus an der Ecke der Bahnhof- mit der Wilhelm-Leuschner-Straße lauthals judenfeindliche Lieder und warf Fensterscheiben ein. Wie Horst Schäfer von der Gruppe „Aktives Gedenken in Dietzenbach“ gestern Nachmittag vor Ort berichtete, verhinderte nur das Eingreifen der Polizei damals Schlimmeres.

Seit Februar 2014 erinnern an der Straßenecke acht vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte Stolpersteine an das jüdische Ehepaar Emma und Hermann Wolf sowie ihrer Kinder Julius, Klemi, Irene, Alfred, Ria und Bertha. In ihrem Haus befand sich ein Betsaal und eine Thora-Rolle, erzählte Schäfer, nachdem die Steine mit Wasser und einer Metallpolitur gereinigt worden waren. Die Familie Wolf floh 1937 zunächst nach Frankfurt, ehe ihnen die Flucht in die USA beziehungsweise nach Palästina gelang.

Insgesamt sind 22 Stolpersteine in der Kreisstadt verlegt, die am gestrigen Nachmittag bei einem Rundgang von Gruppenmitgliedern gereinigt wurden, während Schäfer über die Schicksale informierte. Abends fand in der Christuskirche eine Gedenkveranstaltung statt.

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