„Großstörung behoben“

Telekomkunden klagen weiter über Probleme

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In diese Leerohre verlegt die Telekom ihre Kabel.

Dietzenbach - „Was die Deutsche Telekom derzeit am Standort Dietzenbach veranstaltet, ist mir nicht erklärlich, sehr ärgerlich und schadet vor allem der Telekom selbst.“ Das sagte Bürgermeister Jürgen Rogg bei seiner Rede zum Neujahrsempfang der Kreisstadt.

Das sieht auch eine Steinbergerin so. Die Telekomkundin ist seit dem 27. November ohne funktionierenden Telefonanschluss und streitet sich seitdem mit dem Bonner Unternehmen. Ihr erster Kontakt mit der Kundenhotline war ein Tag nach dem Ausfall. Da sollte sie eine kostenlose Rufumleitung aufs Mobiltelefon bekommen und ihr wurde eine „Computerhilfe“ für fünf Euro angeboten. Diese lehnte sie ab. Am 6. Dezember habe die Telekom die Störung auf „erledigt“ gesetzt, obwohl der anvisierte Techniker nicht bei ihr erschienen sei. Die Antwort der Telekom kam per SMS: „Leider konnten wir Ihren Auftrag nicht abschließend bearbeiten, über die weiteren Schritte werden Sie informiert.“ Zwei Tage später die Nachricht: „Störung behoben“.

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Dem war nicht so und so wendete sich die Steinbergerin erneut an die Hotline. Als ihr das zu bunt wurde, füllte sie Mitte Dezember das Beschwerdeformular aus und entzog der Telekom das Lastschriftmandat bei Nichterledigung. Wiederum zwei Tage später flatterte die Rechnung ins Haus, inklusive einer Weiterleitungsgebühr (4,79 Euro netto) und der abgelehnten Computerhilfe. Da platzte der Dame der Kragen, sie sprach im Telekomshop in Neu-Isenburg vor, wo man ihr versicherte, die Weiterleitungsgebühr zu stornieren. Doch damit nicht genug: Anfang Januar kam eine Mahnung zuzüglich Mahngebühr.

„Offenkundig wurde also die Beschwerdemail bearbeitet und das Lastschriftmandat gelöscht“, berichtet sie, weitere Tätigkeiten oder gar eine Kundeninformation habe die Telekom allerdings nicht für nötig gehalten. Daher habe sie sich zum einen an die Geschäftsleitung der Telekom gewandt und zum anderen an die Bundesnetzagentur.

Die kümmert sich unter anderem auch um die Moderation von Schlichtungsverfahren. „Kunden von Telekommunikationsdienstleistungen sollten bei auftretenden Schwierigkeiten den vertraglich zur Leistungserbringung verpflichteten Telekommunikationsanbieter zur Klärung der Angelegenheit und zur Abhilfe innerhalb einer Frist auffordern“, erläutert Michael Reifenberg von der Bundesnetzagentur. Die für eine Entstörung geltenden Konditionen seien dem jeweiligen Vertrag beziehungsweise den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters zu entnehmen. „Sollte auf diesem Weg keine Lösung zu erzielen sein, können sich Verbraucher an die Bundesnetzagentur wenden, die abhängig vom jeweiligen Einzelfall mit dem jeweiligen Anbieter Kontakt aufnimmt beziehungsweise den beteiligten Anbieter auffordert, eine Entstörung zu veranlassen.“

Die Telekom wiederum teilt auf Anfrage der Dietzenbacher Wirtschaftsförderung mit, dass die Großstörung in der Kreisstadt vergangene Woche beseitigt worden sei. „Die Kundenanschlüsse wurden überprüft und laufen wieder“, antwortete Volker Pechmann vom Infrastrukturvertrieb der Telekom auf die Anfrage der Wirtschaftsförderung. Derzeit seien nur noch einzelne Kundenanschlüsse nicht in Betrieb, bei denen die Ursache noch ermittelt werden müsse. „Wir sprechen hier von derzeit sechs von rund 500 Anschlüssen.“ (ron)

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