„Wieder mehr Platz in der Garage“

In der Themenwoche Müll auf dem Wertstoffhof

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Kunststoffe oder Altpapier, auf dem Wertstoffhof finden Dietzenbacher für fast alles den richtigen Container.

Dietzenbach - Ein Besuch auf dem Wertstoffhof an der Max-Planck-Straße ist der Auftakt zur Themenwoche Müll. Wir begleiten eine Woche lang verschiedene Akteure der Städtischen Betriebe und der Stadtwerke bei ihrer Arbeit rund um die Müllentsorgung- und vermeidung. Von Sascha Dreger 

Thomas Müller parkt sein Auto mit Anhänger auf dem Wertstoffhof der Städtischen Betriebe. „Man hat ja immer mal wieder was zum Entsorgen“, sagt er. Und findet’s prima, nicht jedes Mal Sperrmüll beantragen zu müssen. Sohn Nick packt mit an: „Das nehme ich, Papa“, sagt der Achtjährige. Nicks alter Kinderstuhl landet in Container eins, Altmetall schüttet Müller aus einem Eimer in die Neun, der Eimer landet gleich daneben in Container acht. „Jetzt haben wir wieder Platz in der Garage“, sagt Müller zufrieden und fährt mit seinem Sohn davon.

Rachid Hassani vom Stadtwerke Entsorgungs-Service (SES) kümmert sich mit Kollege Christoph Marek um die Annahme der Altstoffe. „Samstags ist immer viel los“, sagt Hassani. „So ab zehn Uhr kommen die meisten“, ergänzt Marek. Rund 200 Fahrzeuge rollen jeden Samstag über das Gelände, meistens mit vollem Kofferraum.

Elf Container stehen bereit, in denen die Bürger zum Beispiel Altholz, Metall, Kunststoffe, Elektrogeräte, Altpapier und Bauschutt loswerden können. Da kommt einiges zusammen: mehr als 770 Tonnen Bauschutt, über 230 Tonnen Altpapier, rund 143 Tonnen Kunststoffe und fast 40 Tonnen Teppichboden allein im vergangenen Jahr. „Der Elektroschrott-Container wird einmal wöchentlich geleert“, informiert Hassani. Beim Teppichboden-Container könne es schon mal zwei Wochen dauern, bis er voll ist. Bei den Behältern für Altholz, Papier und Bauschutt dauert’s dagegen nur zwei Tage.

Für Dietzenbacher ist der Service kostenlos. „Wenn wir uns mal nicht sicher sind, fragen wir nach dem Ausweis, die meisten kennen wir aber“, erläutert Hassani, der wie Marek seit neun Jahren dabei ist. Jeden Bürger empfangen sie mit einem freundlichen „Guten Morgen“, wenn sie am geöffneten Fahrerfenster nachfragen, was entsorgt werden soll. Viele kommen regelmäßig, berichtet Hassani. Trotzdem sagt er jedem, was wohin gehört. „Holz kommt in die Eins und Kunststoff in die Acht“, erfährt eine Dietzenbacherin. Hassani achtet dennoch darauf, dass alles in den richtigen Containern landet.

Unterwegs mit den Offenbacher Müll-Detektiven: Bilder

Viel Durcheinander gebe es in den Behältern nicht, berichtet Marek. „Die Leute achten eigentlich darauf, und wir schauen ja auch noch hin.“ Wenn dann doch mal aus Versehen etwas da landet, wo es nicht hingehört, holen es die SES-Mitarbeiter eben wieder raus.

Dann rollt ein Pkw auf den Hof, bei dem Hassani „Nein“ sagen muss: „Tut mir leid, Rigips und Ytong-Steine dürfen wir nicht annehmen“, informiert er den jungen Mann im Auto und drückt ihm einen Zettel mit Adressen in die Hand. Dort könne er die Baustoffe loswerden. Wenn es etwas unhandlicher oder schwerer wird, packen Marek und Hassani mit an. „Das gehört doch dazu“, versichert Marek. Hilfe beim Ausfüllen eines Sperrmüllantrages oder eine Rolle Gelbe Säcke gibt es ebenfalls.

„Es geht alles in einem Rutsch“, lobt Christian Heringhaus, regelmäßiger Gast auf dem Wertstoffhof, der das Angebot schätzt. „Die Möglichkeit, alte Sachen problemlos abgeben zu können, gibt es nicht in jeder Stadt.“ Informationen über die Wert- und Altstoffannahme, Öffnungszeiten und was man dort entsorgen kann, gibt es unter 06074/371549 und auf dietzenbach.de.

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