Neuer Vorstand

Umbauten im Museum für Heimatkunde und Geschichte: Viel Neues für Besucher

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Aktuell schmückt Museumsleiterin Maria Polatowski-Ruprycht einige Vitrinen mit neuen Ausstellungsstücken.

Das Heimatkundemuseum in Dietzenbach ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Corona-Zwangspause wird aber gut genutzt.

Dietzenbach – Maria Polatowski-Ruprycht ist in ihrem Element, bestückt Vitrinen in der Textilabteilung und erzählt. Die Museumsleiterin schwärmt von vielen Kleinigkeiten, die sie immer wieder von Dietzenbachern bekommt und die sie nun in die Ausstellung einsortiert. 

Über einen restaurierten Umhang hat sie ein Kleid gelegt und Damenschuhe aus Kalbsleder dazu gestellt. „Damit es authentischer aussieht“, sagt sie und blickt auf Exponate aus den 1920er und 1930er Jahren, etwa Trauerschmuck oder ein Abendkleid aus dem Haus von Dr. Gustav Heumann, der ersten praktizierende Mediziner in Dietzenbach. „Es macht Freude, die Vitrinen neu zu gestalten und zu bestücken“, sagt Polatowski-Ruprycht, „wir tun was“.

Dietzenbach: Museum für Heimatkunde und Geschichte bekommt LED-Beleuchtung

Seit mehr als einem Monat sind die Türen des Museums für Heimatkunde und Geschichte wegen der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen, alle Veranstaltungen bis zum 31. August abgesagt. Doch hinter den Kulissen des Altstadtbaus werkelt Polatowski-Ruprycht zusammen mit den Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins an Neuerungen in der Dauerausstellung und notwendigen Ausbesserungen. So wird unter anderem die fast 20 Jahre alte Beleuchtung von den Mitglidern des Vereins sukzessive auf LED umgerüstet, auch in den Vitrinen. 

Auf rund 25 freiwillige Helfer kann das Team bauen, die alle – natürlich mit notwendigem Abstand und Mundschutz – wechselweise mit anpacken, berichtet Markus Feuerstein. „Eigentlich dürften wir das Museum auch wieder öffnen“, informiert der neu gewählte Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins. Aber die Sicherheitsauflagen vom Hessischen Museumsverband ließen sich zur Zeit nicht umsetzen. So sei der vom Verband vorgeschriebene Rundkurs aktuell wegen einer brandschutztechnischen Sanierung unterbrochen. Viele Ausstellungsstücke müssten anders positioniert werden, um an einigen Stellen den Zugang zu Fenstern freizumachen, erläutert Polatowski-Ruprycht. 

Neu formierter Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins: Dazu zählen seit März Lisa Schmedemann (von links), Julia Löhr (beide Beisitzer), Markus Jünger (stellvertretender Vorsitzender), Markus Feuerstein (Vorsitzender), Achim Beyer, Myriam Andres (beide Beisitzer) und Anna Scholze (Schriftführerin). Nicht auf dem Foto zu sehen ist Günter Balzer (Finanzen).

Museum in Dietzenbach: Wiedereröffnung nicht absehbar

Zudem seien viele der Ehrenamtler, die den Museumsdienst leisten, weit über 70 Jahren alt und gehörten somit zur Corona-Risikogruppe, nennt Feuerstein einen weiteren Grund für die noch nicht erfolgte Wiedereröffnung. „Momentan ist nicht absehbar, wann wir das Museum wieder aufmachen können.“ Jedoch berate sich der neu formierte Vorstand regelmäßig in Videokonferenzen über das weitere Vorgehen und die Möglichkeiten, die Vorgaben des Verbandes umzusetzen.

„Wenn das Museum wieder eröffnet, werden die Besucher viele neue Dinge zu entdecken haben“, betont Polatowski-Ruprycht. Man überlege auch, die ausgefallenen und abgesagten Vorträge und Sonderausstellungen nachzuholen. Allerdings stehe das Programm für das kommende Jahr schon, was die Planung nicht so einfach mache, berichtet Feuerstein. Aber auch da arbeite man an einer Lösung, sagt der bisherige Vizevorsitzende und nun Nachfolger von Hans Scholze, der bei der noch vor der Museumsschließung abgehaltenen Jahreshauptversammlung im März nach drei Wahlperioden das Amt an Feuerstein „mit dem krönenden Abschluss“, dem Kulturförderpreis 2019, weitergegeben hat. Es sei an der Zeit, dass ein neues Vorstandsteam die Geschicke des Vereins lenke, befand Scholze.

Dietzenbach: Vereinsmitglieder für Treue geehrt

Und das neue Team hat noch viel vor, wie Feuerstein verrät. Da sind die frisch gestartete Präsenz im Netzwerk Instagram und eine zusätzliche Multimediaeinrichtung nur zwei der Neuerungen. „Wir gehen mit großen Schritten ins 21. Jahrhundert“, freut sich Polatowski-Ruprycht.

Bereits im März wurden Regina Maria Dutiné, Gerold Eckert, Heinrich Eckert, Helmut Fenchel und Dorita Jung für ein Vierteljahrhundert Vereinstreue geehrt. Bereits stolze 40 Jahre sind Heinz Albert, Reiner Herkner, Werner Homann und Horst Kaiser dabei.

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