Der Natur zuliebe

Umwelt-Projekt: Jugendliche pflanzen Bäume am Dietzenbacher Bildungshaus

Menschen stehen mit Schaufeln um einen neu gepflanzten Baum
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Fünf Mitglieder der Umweltgruppe pflanzen im Garten des Bildungshauses einen Feldahornbaum ein. Christoph Köhler (Zweiter von links), ehemaliger stellvertretender Leiter der Grünflächenabteilung bei den städtischen Betrieben, hilft ihnen dabei.

Umweltschutz ist auch bei Dietzenbacher Jugendlichen ein großes Thema. Daher hat sich die Umweltgruppe, ein Projekt der städtischen Jugendbeteiligung, entschieden, vor dem Eingang und im Garten des Bildungshauses (Rodgaustraße 9) Bäume zu pflanzen. Sechs Stück stehen bisher, vier weitere sollen nächste Woche eingesetzt werden.

Dietzenbach – „Ich will etwas Nachhaltiges tun“, sagt Chaymaa. Für die 14-jährige Schülerin der Ernst-Reuter-Schule und vier ihrer Mitschülerinnen ist Umweltschutz ein wichtiges Anliegen. Gruppenmitglied Serena meint: „Die Demonstrationen von Fridays for Future und das Internet haben uns gezeigt, wie wichtig Umweltschutz ist.“ Nachdem im vergangenen Jahr bei einem Unwetter etwa 500 Bäume in der Stadt entwurzelt wurden oder umgeknickt waren, will die Umweltgruppe mit ihrer Baumpflanz-Aktion bei der Begrünung der Kreisstadt mithelfen.

Verantwortlich für das Projekt sind Irini Chilas, Mitarbeiterin der Jugendhilfe im Bildungshaus, und die städtische Mitarbeiterin Lisa Öz. Zusammen mit Issam Ahsayni, Integrationsbeauftragter des Kreises Offenbach. Sie haben im vergangenen Jahr die Jugendbeteiligung neu aufgezogen. Bei Treffen in Kirchen, an der Volkshochschule und im Bildungshaus konnten Heranwachsende vortragen, was sie sich für ein jugendgerechteres Dietzenbach wünschen. „Der Vorschlag, Bäume zu pflanzen“, sagt Chilas, „kam von den Jugendlichen selbst.“ Um das Projekt zu realisieren, brauchten die Beteiligten nur noch jemanden, der sich mit Bäumen auskennt.

Michael Würz, technischer Betriebsleiter der städtischen Betriebe, half bei der Suche und fragte Christoph Köhler. Vor seinem Ruhestand kümmerte sich Köhler mehr als 30 Jahre lang um die städtischen Grünflächen. Die Idee hatte es ihm angetan, daher sagte er zu.

Der Rentner ist begeistert von Engagement der Mädchen: „Sie machen vieles selbst.“ Bereits sechs Bäume haben sie gepflanzt – darunter zwei Zierkirschen und einen Feldahorn. Vier weitere Sauerstoffspender sollen in der kommenden Woche folgen.

Die Arbeit macht den jungen Frauen trotz der für sie ungewohnten Anstrengung großen Spaß. Schülerin Amra würde es „auf jeden Fall weiterempfehlen“. Auch Freundin Fatima gefällt das Projekt. Für sie sollte jeder, der Zeit hat, eine solche Aufgabe übernehmen. Ihrer Mitschülerin Serena hat das Projekt auch in einem anderen Punkt geholfen: „Ich habe Orte in der Stadt gesehen, die ich vorher nicht kannte.“

Für Chaymaa hat die harte Arbeit noch einen anderen positiven Aspekt. Auch wenn diese anders als erwartet sei, habe sie danach immer das Gefühl, etwas Sinnvolles gemacht zu haben. (Von Joshua Bär)

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