Hinter den Kulissen

Das Hobby zum Beruf gemacht: Oli‘s Fahrradladen in Dietzenbach

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Eine große Auswahl an verschiedenen Fahrrädern verkauft Oliver Scherf in seinem Geschäft.

Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Unternehmenswelt in Dietzenbach hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir „Oli’s Rad Bahnhof“ besucht. 

Dietzenbach - Es ist noch alles nagelneu im Laden von Oliver Scherf. Vor Kurzem ist er mit seinem Laden „Oli’s Rad Bahnhof“ in die Räumlichkeiten in der Bahnhofsstraße 17 gezogen. Zuvor war er mit seinem Geschäft fünf Jahre lang am Masayaplatz.

Doch begonnen hat die Reise für den Inhaber schon in seiner Kindheit: Die Passion für Fahrräder wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, denn sein Vater war leidenschaftlicher Rennradfahrer. Als Kind hat Scherf begonnen, auf einem BMX in die Pedale zu treten. Anfang der 1980er-Jahre stieg auch er auf das Rennradfahren um. Damals war es nur ein Hobby, denn Scherf begann zunächst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher bei der Degussa. Dort blieb er bis zum Jahr 2004. Dann zog es ihn zusammen mit seiner Frau nach Frankreich: „Wir sprechen beide Französisch und lieben das Land. Wir wollten damals einen Neustart.“ Dort waren beide zunächst im Immobiliengeschäft tätig. Doch dann kündigte sich ihr gemeinsamer Sohn Adrian an, „da haben wir beschlossen, wieder nach Deutschland zu ziehen, auch wegen der Schule.“ Scherf stieg als Geschäftsführer zunächst in einen Fahrradladen ein, bevor er sich wenig später dazu entschloss, seinen eigenen am Masayaplatz zu eröffnen.

Ein Helm kann bei einem Sturz Leben retten. Das macht Oliver Scherf auch den Kunden häufig deutlich.

Zum Portfolio gehört in „Oli’s Rad Bahnhof“ alles, was das Radlerherz begehrt: „Wir bieten vom E-Bike über Ersatzteile und Reparaturen alles an“, berichtet Scherf. Das E-Bike erlebte einen regelrechten Boom in den vergangenen drei Jahren, wie der Inhaber berichtet. Gerade für ältere Menschen ist dieses eine komfortable Alternative, da es Entlastung bringt. Doch das beliebteste Modell ist laut Scherf immer noch das Trekkingrad, da sich damit die meisten Gelände problemlos meistern lassen. Zudem ist es eine preiswerte Anschaffung.

Auch bei der Reparatur komme es auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis an, deshalb sagt Scherf auch schon mal „Nein“ zu Kunden, wenn er es nicht mehr anständig reparieren kann. „Manche kommen mit Rädern hier her, da kann man einfach nichts mehr retten.“

Nach dem Winter sei fast immer etwas an den Drahteseln auszubessern. Auf jeden Fall empfiehlt der Fahrrad-Experte eine Prüfung des Rades auf etwaige Mängel: „Zuallererst sollten die Reifen nach Rissen untersucht werden. Ebenso alle Verschleißteile wie Bremsen oder Ketten. Es ist auch ratsam, alle Verschraubungen zu überprüfen, denn wenn eine Schraube am Lenker oder Sattel locker ist, dann kann es schnell gefährlich werden.“ Ganz besonders rät der Experte aber jedem Radfahrer: „Helm auf!“ Schon aus eigener Erfahrung weiß er, wie wichtig ein Helm ist. „1984 bin ich mit meinem Rennrad in Österreich gestürzt und musste eine Woche in einer Klinik in Salzburg verbringen. Das war mein Aha-Moment. Seitdem trage ich nur noch Helm.“

Scherf holt zwei Exemplare hervor. An diesen sind große Risse zu sehen. Er deutet mit seinem Finger auf den riesigen Riss auf einem der beiden: „Das hätte auch der Kopf sein können!“ Immer wieder erlebe er Kunden, die ebenfalls schwere Stürze hinter sich haben. Deshalb rät Scherf jedem Kunden dazu, sich einen Helm zu kaufen. Einen qualitativ hochwertigen gebe es bei ihm schon ab rund dreißig Euro. Und die sind wohl gut investiert: „Man kann alles reparieren, aber beim Kopf wird es schwierig.“

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