Drastische Maßnahmen

Dietzenbach bereitet sich auf Corona-Pandemie vor

Dietzenbach streicht bis Anfang April alle Veranstaltungen mit mehr als 150 Personen. Das betrifft unter anderem das Capitol.
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Dietzenbach streicht bis Anfang April alle Veranstaltungen mit mehr als 150 Personen. Das betrifft unter anderem das Capitol.

Die Stadt streicht bis Anfang April alle Veranstaltungen mit mehr als 150 Personen. Das betrifft unter anderem den Ball der Wirtschaft und die Vernissage der Artig.

  • Veranstaltungen in städtischen Liegenschaften nur noch mit maximaler Besucherzahl von 150 Personen zulässig
  • Regelung soll bis zum 3. April gelten
  • Betroffen sind Capitol, die Sitzungsräume im Rathaus, das Bildungshaus sowie die Philipp-Fenn-Halle

Dietzenbach – In Sachen Coronavirus gibt es aktuell nahezu stündlich neue Wasserstandsmeldungen. Und da sich der neuartige Coronavirus zunehmend verbreitet, sieht sich auch die Stadtverwaltung in der Verantwortung, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Insbesondere bei Veranstaltungen mit größeren Besucherzahlen könnte die Gefahr bestehen, dass der Virus auf andere Menschen übertragen wird. Daher hat Bürgermeister Jürgen Rogg – in enger Absprache mit der kommunalen Ordnungsbehörde – die Entscheidung getroffen, dass bei Veranstaltungen in städtischen Liegenschaften nur noch eine maximale Besucherzahl von 150 Personen zulässig ist. Von dieser Regelung, die zunächst bis zum 3. April gelten soll, sind unter anderem das Capitol, die Sitzungsräume im Rathaus, das Bildungshaus sowie die Philipp-Fenn-Halle betroffen. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht einfach gemacht. Allerdings sehe ich aufgrund der aktuellen Entwicklungen einen entsprechenden Handlungsbedarf.“ Rathauschef Jürgen Rogg erläutert weiter: „Ich weise jedoch ausdrücklich daraufhin, dass es sich hierbei um eine vorbeugende Maßnahme handelt. Eine tatsächliche Gefährdungslage gibt es in Dietzenbach derzeit nicht. Für mich steht die Gesundheit unserer Besucher sowie meiner Mitarbeiter an erster Stelle, und ich möchte das Risiko einer möglichen Infektion zumindest reduzieren.“

Coronavirus Sars-CoV-2: Erheblicher Einschnitt für das Capitol

Für das Capitol stellt diese Entscheidung einen erheblichen Einschnitt dar, da es eigentlich für eine Besucherzahl von 1 500 Personen ausgelegt ist. Neben bereits abgesagten Veranstaltungen trifft es nach derzeitigem Stand voraussichtlich nur eine geplante. Dabei handelt es sich um den „Ball der Wirtschaft“, der am 21. März stattfinden sollte. Bürgermeister Rogg kommentiert: „Die Absage ist mir durchaus schwer gefallen, da ich mich auch persönlich auf diesen Abend sehr gefreut habe. Ich bin mir aber sicher, dass unsere Gäste und Sponsoren hierfür Verständnis haben werden.“

Auch die Kunstausstellung Artig, die am morgigen Freitag ihre Pforten öffnet, ist teilweise von der Einschränkung betroffen. Zwar findet die Veranstaltung wie geplant von Freitag bis Sonntag im Capitol statt, die Vernissage am Eröffnungstag entfällt jedoch.

Alle weiteren Veranstaltungen können nach der aktuellen Gefährdungslage wie geplant stattfinden, da es sich um kleinere Anlässe mit 100 bis 120 Besuchern handelt, heißt es aus dem Rathaus. Diese Einschätzung könne sich jedoch noch ändern. Daher bittet die Stadtverwaltung darum, dass sich die Besucher rechtzeitig vor dem jeweiligen Veranstaltungsbeginn auf der städtischen Homepage, dietzenbach.de, oder auf den entsprechenden Facebook-Seiten der Stadt informieren.

Die Verwaltungsspitze der Kreisstadt appelliert zudem an alle Dietzenbacher Vereine und Organisationen, die in den kommenden Wochen eigene Veranstaltungen planen, im Vorfeld eine sorgfältige Bewertung der Gefährdungslage vorzunehmen. Im Zweifelsfall sei es sicherlich besser, eine Veranstaltung abzusagen oder die Teilnehmerzahl zu begrenzen, als sich und andere einem unnötigen Risiko auszusetzen. Auch jede Einzelperson könne etwas dazu beitragen, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Insbesondere sollten gängige Hygienemaßnahmen – wie das regelmäßige und gründliche Händewaschen – berücksichtigt werden, wie dies auch bei anderen Virenerkrankungen wie etwa der Grippe empfohlen wird. Dazu gibt es weitere Informationen auf den Webseiten des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, soziales.hessen.de, sowie des renommierten Robert-Koch-Institutes, rki.de.

Rogg werde gemeinsam mit seinen fachkundigen Verwaltungsmitarbeitern die weiteren Entwicklungen zur Ausbreitung des Coronavirus aufmerksam verfolgen und wenn erforderlich entsprechende Maßnahmen ergreifen, die zur Gesunderhaltung der Bürger und Mitarbeiter notwendig sind.

Zu Wochenbeginn wurde bereits der geplante Kinder- und Jugendhandballtag der Maingau GmbH mit Spielern der Rhein-Neckar-Löwen in der Philipp-Fenn-Halle aus Vorsichtsmaßnahmen abgesagt.

VON PAUL RONNY

Dietzenbach ist nicht die einzige Kommune im Kreis Offenbach, die mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen hat. Seligenstadt und Hainburg wünschen sich mehr Unterstützung. Währenddessen hat eine Stadt in der Region besonders vorausschauende Maßnahmen angesichts der Corona-Krise getroffen. Jetzt wurde für den Notfall sogar eine improvisierte Leichenhalle aufgestellt.

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