Iraker mit illegalem deutschen Pass getarnt

Wohnung von Schleuserbande durchsucht

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Die Bundespolizei beschlagnahmte umfangreiches Beweismaterial, darunter auch fünf irakische Reisepässe, einen Fingerabdruckscanner mit PC Schnittstelle, 25.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Einladungsschreiben.

Dietzenbach - Mit illegalem Pass als deutsche Geschäftsleute getarnt - die Vorgehensweise einer Schleuserbande ist jetzt in einer Dietzenbacher Wohnung aufgeflogen.

Mit einem Großaufgebot von 92 Polizisten durchsuchte die Bundespolizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt insgesamt zehn Wohnungen und Geschäftsräume in Dietzenbach sowie Berlin und Usingen. Hintergrund der Durchsuchungen sind Ermittlungen gegen eine deutsch-irakische Schleusergruppierung, die bereits seit November 2014 andauern.

Der Bande wird vorgeworfen, mindestens elf irakische Staatsangehörige mit deutschen Visa ausgestattet zu haben, mit denen sie dann als angebliche Geschäftsleute ins Bundesgebiet einreisten. Hierfür verlangten die Schleuser von ihren Opfern angeblich zwischen 12.000 und 15.000 Euro. Den bisherigen Ermittlungen zur Folge brachten die Schleuser ihre Opfer so lange in eigens dazu angemieteten Wohnungen im Rhein Main Gebiet unter, bis sie bei der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung einen Asylantrag stellten. Die Bundespolizisten trafen in den Wohnungen sechs irakische Staatsangehörige ohne gültige Aufenthaltspapiere an, die sie der örtlich zuständigen Landespolizei zur weiteren Bearbeitung übergaben.

Die Bundespolizisten beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial, darunter fünf irakische Reisepässe, einen Fingerabdruckscanner mit PC Schnittstelle, 25.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Einladungsschreiben. Die angetroffenen Beschuldigten wurden vernommen, die Ermittlungen dauern weiter an. "Dieser Fall zeigt, dass im Hintergrund der illegalen Migration in aller Regel Schleuser agieren, die dem Bereich der organisierten Kriminalität zuzuordnen sind und denen es egal ist, ob sie mit Drogen Waffen oder dem Schicksal von Menschen Kasse machen. Aus diesem Grund ist die Bekämpfung der Schleusungskriminalität auch einer unserer Schwerpunkte im Bereich der Strafverfolgung", so Dr. Markus Ritter, Ständiger Vertreter des Präsidenten der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main.

chi 

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