„Die Schwestern von Scudéry“

Wunsch nach „Mord und Totschlag“: Achte Klasse der Rudolf-Steiner-Schule führt Theaterstück auf

Zu sehen ist das Stück am heutigen Donnerstag, 1. Juli und morgen, Freitag, 2. Juli, jeweils um 19.30 Uhr sowie am Samstag, 3. Juli, um 18 Uhr.
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Zu sehen ist das Stück am heutigen Donnerstag, 1. Juli und morgen, Freitag, 2. Juli, jeweils um 19.30 Uhr sowie am Samstag, 3. Juli, um 18 Uhr.

Es ist nicht nur eine Hauptdarstellerin, die sich quer durch die Geschichte auf der Bühne bewegt, es sind gleich drei junge Frauen, die sich als Detektivinnen versuchen: Für das Klassenspiel des achten Jahrgangs an der Rudolf-Steiner-Schule hat die Schauspielerin und Regisseurin Alina Hill den berühmten Erzählstoff von E.T.A. Hoffmann, „Das Fräulein von Scudéry“, kurzerhand in ein Theaterstück mit dem Namen „Die Schwestern von Scudéry“ umgewandelt. Außerdem hat sie die Geschichte aus dem Jahr 1819, die als erste deutsche Kriminalnovelle gilt, zum Teil in das Jetzt verlegt.

Dietzenbach – So beginnt das Stück mit der Darstellung einer Schulklasse, die sich mit dem Hoffmannschen Stoff auseinandersetzen muss. Das Interesse ist nicht besonders groß, es fliegen Papierkugeln durch die Luft und die Antworten auf die Fragen der Lehrerin sind knapp und maulfaul. Doch schnell finden sich die Schüler als handelnde Personen inmitten der Geschichte wieder. So werden sie zu den Protagonisten einer Mordserie im Paris des 17. Jahrhunderts, deren Aufklärung der Schriftsteller dem berühmten „Fräulein von Scudéry“ zugeschrieben hat. Allerdings ist das Fräulein in der Dietzenbacher Version durch Krankheit ans Bett gefesselt, sodass ihre drei Nichten das Rätsel um die schrecklichen Verbrechen lösen müssen.

Lediglich drei Wochen hatten die 29 Schülerinnen und Schüler Zeit, sich mit dem Stoff auseinanderzusetzen, die Rollen zu verteilen, sie zu lernen, zu proben und die Gesamtorganisation rund um das Theaterstück zu klären. Der Klasse zur Seite stand dabei Alina Hill mit ihrer Erfahrung und Kompetenz als Schauspielerin, Schauspiellehrerin und Regisseurin. „Schon die Auswahl des Stückes war ein Prozess“, erzählt sie. Die Klasse habe sich von Anfang an etwas mit „Mord und Totschlag“ gewünscht. „Das ist gar nicht so einfach, wenn es nicht nur Boulevard sein soll“, sagt Hill. Sollten die Schüler sich doch auch mit literarischer Sprache beschäftigen.

Achtklassspiel gehört zum Stoffplan der Waldorfschulen

Während der Proben sei es dann darum gegangen, die Jugendlichen spüren zu lassen, was Theater wirklich bedeutet und was es heißt, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Hill erzählt: „Ich habe ihnen gesagt, ich arbeite so mit ihnen, wie auch die Profis arbeiten, das kann auch mal hart und peinlich werden.“ Indes habe die Klasse gut mitgemacht und sich inspirieren lassen. Auch Elemente wie Kostüme, Maske und Requisite seien voller Motivation organisiert worden.

„Die Schwestern von Scudéry“ klären ein Verbrechen auf.

Wie an allen anderen Waldorfschulen ist auch an der örtlichen Rudolf-Steiner-Schule das sogenannte Achtklassspiel nicht nur ein Vergnügen kurz vor den Sommerferien. Es gehört vielmehr fest zum Stoffplan. Entsprechend dankbar ist die junge Schauspieltruppe samt Regisseurin, Lehrern und Eltern, dass die Akteure durch die neuen Regelungen tatsächlich live und neuerdings auch ohne Maske spielen dürfen. „Wir haben vorher alle Möglichkeiten überlegt, wie wir ein Theaterstück realisieren können“, erzählt Elisabeth Barcsay, die gemeinsam mit Marco Gektidis die Klasse in der Oberstufe führen wird. Das sei vom Online-Stream bis zur Aufführung im Freien gegangen.

Weitere Vorstellungen geplant

Im Mittelpunkt habe aber immer die gemeinsame Arbeit gestanden, ergänzt Christian Grotti, der bisherige Klassenlehrer. Vor allem, da die Schüler seit September im Home-Unterricht seien. „Die Aufführung ist nun das Bonbon, über das sich alle freuen.“

Zu sehen ist das Stück „Die Schwestern von Scudéry“ am heutigen Donnerstag, 1. Juli und morgen, Freitag, 2. Juli, jeweils um 19.30 Uhr sowie am Samstag, 3. Juli, um 18 Uhr im Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule, An der Vogelhecke 1. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten, es gelten die üblichen Hygieneregelungen. (Von Barbara Scholze)

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