Heute ist die letzte Prüfungen

Dietzenbacher Abiturienten trotzen Pandemie

Motivationsspritze in Pandemie-Zeiten: Abiplakate (wie hier an der HMS) waren allerdings schon vor Corona eine beliebte Tradition.
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Motivationsspritze in Pandemie-Zeiten: Abiplakate (wie hier an der HMS) waren allerdings schon vor Corona eine beliebte Tradition.

Heute werden die letzten Abiturprüfungen an den zwei Dietzenbacher Schulen mit gymnasialer Oberstufe geschrieben. Zwar galten auch schon für die Abi-Klausuren im vergangenen Jahr Pandemie-Bedingungen, doch die diesjährigen Abiturienten mussten das gesamte Abschlussjahr und damit auch sämtliche Prüfungsvorbereitungen unter erschwerten Corona-Voraussetzungen absolvieren.

Dietzenbach - Die seit den Osterferien geltende Testpflicht wurde für die Prüfungen vom Schulamt aufgehoben, mit einem negativen Testergebnis können sich die Schüler für die Klausuren jedoch von der Maskenpflicht befreien. „Viele haben sich freiwillig getestet und dann trotzdem die Masken getragen“, lobt Hans-Peter Löw, Leiter der Heinrich-Mann-Schule (HMS), die Heranwachsenden. Ähnliches berichtet Anna-Maria Kraus aus dem Vorstand der Rudolf-Steiner-Schule (RSS): „Viele lassen trotz Tests die Maske auf, das zeigt, dass sie sich mittlerweile auch daran gewöhnt haben.“

Beide Verantwortlichen sind optimistisch, dass die schwierigen Vorbereitungen die Ergebnisse nicht beeinträchtigen. „Wir haben dieses Jahr eine sehr ehrgeizige 13. Klasse, deshalb glaube ich nicht, dass die Abschlüsse schlechter ausfallen“, so Kraus. Eine Einschätzung, die auch Löw für seine Schule teilt. Er verweist darauf, dass die Schüler außerdem eine halbe Stunde länger Zeit für die Klausuren haben und es einen Prüfungsvorschlag mehr pro Fach gibt. „Bei einigen Schülern herrschte dennoch die Sorge, dass sie als Corona-Jahrgang stigmatisiert werden“, berichtet er. „Wir haben versucht, die Befürchtungen auszuräumen.“

Es stehe jedoch außer Frage, dass die Situation nicht einfach sei: „Ich glaube schon, dass die Schüler psychisch darunter leiden“. Auch die Absage gemeinsamer Ausflüge und Abschlussfahrten sei bedauerlich. Und der Digitalunterricht ersetze nun mal nicht den Präsenzunterricht. „Die Schüler sind weniger entspannt und gelassen in die Prüfungen gegangen wie in den Jahren zuvor“, hat er beobachtet.

Sowohl in der Waldorfschule als auch in der Kooperativen Gesamtschule zollt man Schülern und Lehrern Respekt für das vergangene Schuljahr: „Ein Lob gilt auch den Lehrkräften, die trotz der schwierigen Bedingungen die Schüler so gut auf die Prüfungen vorbereitet haben“, betont Anna-Maria Kraus. Denn widrig seien die Umstände allemal: „Manchmal kamen kurz vor dem Wochenende neue Vorgaben für die kommende Woche“, berichtet Kraus. „Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft wir den Stundenplan kurzfristig ändern mussten.“

Doch nicht nur die Abi-Klausuren stellen die Schulen in Pandemie-Zeiten vor neue Herausforderungen, auch die seit zwei Wochen geltende Testpflicht für die Schüler bedeuten für die Beteiligten zusätzliche Anstrengungen. „Man kann sagen, dass entgegen allen Erwartungen die Tests problemlos gelaufen sind“, zieht HMS-Leiter Löw ein erstes Resümee. „Die Schüler haben sich schnell daran gewöhnt.“ Es habe in diesem Zusammenhang zwei positive Fälle gegeben, die im Nachgang auch mit einem PCR-Test bestätigt wurden. „Es ist ein besseres Gefühl, wenn man eine gewisse Sicherheit hat.“

An der Rudolf-Steiner-Schule gab es bei den Schultestungen bislang keine positiven Ergebnisse, und auch wenn es dort beim Testen bisher keine Probleme gegeben habe, ist man mit der Situation nicht ganz zufrieden: „Wir suchen immer noch nach Verbesserungen für die Kinder und überlegen, ob wir in einem separaten Raum testen. Es gäbe auch zwei Ärzte, die das machen“, so Anna-Maria Kraus. „Wir hätten es besser gefunden, wenn die Tests zu Hause gemacht würden.“ Denn momentan koste das Vorgehen viel Unterrichtszeit und der Umgang mit einem positiven Fall sei nicht einfach: „Da ist dann viel Fingerspitzengefühl gefragt.“

Insgesamt 79 positive Tests gab es nach Auskunft des Kreises Offenbach in den vergangenen zwei Wochen an den Schulen, 46 davon wurden bislang durch einen PCR-Test bestätigt. „Alle Fälle waren zum Testzeitpunkt asymptomatisch, das heißt, sie konnten rausgezogen werden, bevor sie gestreut haben“, so die Kreissprecherin. (Niels Britsch)

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