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Antoine De Smet strebt Teilnahme bei „The Voice Senior“ an

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Daran, mit dem Singen aufzuhören, hat Antoine de Smet noch nicht gedacht.´ -  Foto: zsd
Daran, mit dem Singen aufzuhören, hat Antoine de Smet noch nicht gedacht. © zsd

Dietzenbach - Zugegeben, dass jemand aus der Region bei einer Casting-Show mitmacht, hat inzwischen keinen Seltenheitswert mehr. Sich wie Antoine de Smet mit 84 Jahren noch für ein solches Format zu bewerben, ist schon weniger selbstverständlich. Von Sascha Dreger

Es wäre nicht sein erster großer Auftritt. Beinahe griffbereit hängen schwarze Steppschuhe an der Garderobe, großformatige Bilder an den Wänden erinnern an seine Zeit als aktiver Stepptänzer in Brüssel und der Mikrofonständer steht im Wohnzimmer parat. Welchen Stellenwert Musik und Tanz im Leben von Antoine de Smet einnehmen, merkt man beim Betreten seiner Wohnung sofort. „Die Steppschuhe hatte ich aber schon länger nicht mehr an“, gibt der 84-Jährige zu, „das ist mir mittlerweile zu anstrengend“. Ganz anders sieht das mit dem Singen aus, das tut er bis heute und denkt gar nicht ans Aufhören. „Wenn ich nicht singen kann, bin ich nicht glücklich.“

Mit acht Jahren begann die Gesangskarriere für den gebürtigen Belgier im Kirchenchor in seiner Heimatstadt Gent. Vier Jahre später war er bereits regelmäßiger Solosänger beim sonntäglichen Gottesdienst. Seinen ersten großen Auftritt außerhalb der Kirche hatte er in einer Piano-Bar in Brüssel, er gab „I Like New York In June“ zum Besten. „Von da an habe ich jeden Freitag und Samstag dort gesungen.“

Zweimal war de Smet verheiratet. Beruflich bedingt hat er viele Jahre in verschiedenen Ländern gelebt, seit 1992 wohnt er in Dietzenbach. Neben seiner Muttersprache Französisch spricht er fließend Deutsch, Englisch und Niederländisch. Zudem, wenn auch nicht fließend, kann der ehemalige Dolmetscher auch Italienisch, Spanisch und sogar die Nationalsprache des Kongo, Lingála. Seine Leidenschaft für das Singen hat ihn durch alle Lebenslagen begleitet. Besonders Swing- und Jazzlieder haben es ihm angetan, musikalisch geht er aber auch gerne mal neue Wege. Momentan etwa studiert er ein neapolitanisches Lied ein. „Das ist wieder eine kleine Herausforderung, auf Italienisch zu singen.“

Zusammen mit seinem guten Freund und Musikpartner, dem Pianisten Zlatko Benzar, bildet der Sänger seit rund zehn Jahren das Duo „Les Polyglottes“ – die Mehrsprachigen. Auftritte hatte de Smet im Laufe der Jahre viele. „Ich habe sogar mal mit Diana Ross zusammen in Las Vegas gesungen“, erzählt er und schwärmt, dass dies ein „wirklich einzigartiger Moment“ gewesen sei. Mit seiner ehemaligen Band „Good Vibrations“ hatte er einen Auftritt vor 3600 Gästen in China. „Da war auch das chinesische Fernsehen dabei und hat es übertragen“, sagt er. „25 Millionen Menschen haben das damals gesehen.“

Mit der Teilnahme an der SAT.1-Sendung „The Voice Senior“ möchte der Vollblutmusiker nun ein weiteres Mal vor der Kamera singen. Er habe immer wieder mal „The Voice Of Germany“ geschaut und Gefallen daran gefunden. „Ich finde es toll, was da für wunderbare Stimmen zum Vorschein kommen.“ Mit „The Voice Senior“ sucht der TV-Sender nun Teilnehmer jenseits der 60. Genau das richtige, fand eine gute Freundin de Smets. „Da musst Du unbedingt mitmachen, hat sie zu mir gesagt“. Mit Bandbegleitung mal wieder vor großem Publikum zu singen, sei schon etwas Tolles, sagt der Sänger über seine Intention. Eine große Karriere erwarte er dadurch natürlich nicht, aber vielleicht ergebe sich das ein oder andere Engagement. „Und wenn nicht, dann singe ich eben einfach, weil ich singen möchte.“ Eine Auswahl an Liedern hat er schon getroffen, das französische Chanson „Nathalie“ gehört dazu.

Am vergangenen Wochenende hat er das Lied bereits für einen kurzen Bewerbungsfilm eingesungen. „Mein Freund Zlatko hat mich dazu am Piano begleitet, das hat richtig Spaß gemacht“, erzählt der Sänger. Ein paar Mal habe er das Lied gesungen, um kleinere Fehler zu korrigieren. „Dann klang es perfekt.“ Wenn der Film die Jury überzeugt, geht es für den Dietzenbacher am 16. Februar zum ersten Vorsingen nach Bad Soden.

Aufgeregt sei er nicht besonders. „Dafür singe ich schon zu lange.“ Die Vorfreude aber sei „riesengroß“. „Wenn sich ein Coach für mich rumdreht, dann hoffe ich, dass es Yvonne Catterfeld ist“, verrät er augenzwinkernd, „eine tolle, sympathische Frau“.

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