Auf dem Rad durch die neue Heimat

Dietzenbacher Fahrradwerkstatt verhilft Geflüchteten zu Mobilität

Ann-Elisabeth Breckner, Issam Ahsayni und Dieter Lang bekommen von den Gründungsmitgliedern Jürgen Richter und Ingo Klingbeil die Reparatur der Fahrradbremse erklärt.
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Ann-Elisabeth Breckner, Issam Ahsayni und Dieter Lang bekommen von den Gründungsmitgliedern Jürgen Richter und Ingo Klingbeil die Reparatur der Fahrradbremse erklärt.

Das Integrationskonzept der Stadt Dietzenbach besteht bereits seit zehn Jahren. Dabei sorgen die vielen engagierten Menschen, die das Konzept umsetzen, für seinen Erfolg und viele erzählenswerte Gesichten.

Dietzenbach - Dazu gehört das Team der „Fahrradwerkstatt Dietzenbach“. Die Werkstatt besteht seit 2014 und ist das Projekt, das am längsten durch das Integrationskonzept gefördert wird. Gespendete Fahrräder werden dort an geflüchtete Männer, Frauen und Kinder vergeben. Sie sollen dadurch unterstützt werden, mobil zu sein und so am gesellschaftlichen Leben besser teilhaben zu können. „Neben der alltäglichen Mobilität, die dadurch befördert wird, ist das Fahrrad für viele zur Aufnahme von Schule und Arbeit fast unabdingbar“, erklärt Erster Stadtrat Dieter Lang.

Doch damit ist das Ziel des Projektes noch nicht erreicht. Denn: Unter Anleitung von neun Ehrenamtler lernen die Geflüchteten, wie sie selbst ihr Fahrrad reparieren können. Zudem werden sie dazu motiviert, sich auch untereinander zu unterstützen. „Damit wird nicht nur Hilfe zur Integration betrieben, sondern auch Hilfe zur Selbsthilfe“, zeigt sich Lang vom Projektansatz begeistert.

Sind die Fahrräder dann für den Einsatz auf der Straße bereit, besteht die Möglichkeit auf gemeinsame Radtour zu gehen. Auf diese Weise haben die Geflüchteten, die häufig erst in Deutschland das Fahren auf dem Zweirad gelernt haben, die Möglichkeit, mehr Verkehrssicherheit zu erlangen. „Die Fahrradwerkstatt wird gut angenommen“, sagt Projektleiter Ingo Klingbeil. Er und sein Team haben über 500 Fahrräder Interessierten zur Verfügung gestellt und knapp 5 000 Räder repariert. Vom einfachen Platten bis hin zu komplexeren Instandhaltungen sei in den Jahren alles dabei gewesen. Doch bei all der Arbeit stehe der Integrationsgedanke im Vordergrund. Klingbeil gehört zusammen mit Jürgen Richter zu den Gründungsmitgliedern der Initiative. Tatkräftige Unterstützung erhalten die beiden zudem von Erich Storz, Jürgen Jancke, Karl-Heinz Lietz, Dietmar Stützer, Alikhan Haidari, Wolfgang Ermert und Michael Rathfelder.

Initiiert wurde die Fahrradwerkstatt indessen durch den Verein „Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach“ in Zusammenarbeit mit der Dietzenbacher Flüchtlingshilfe. Seit sieben Jahren erhält das Projekt finanzielle Unterstützung durch „Miteinander leben in Dietzenbach“, die Arbeitsgruppe 1 der Stadt. AG 1-Moderatorin Ann-Elisabeth Breckner ist überzeugt: „Es kommen hier nicht nur verschiedene Nationalitäten zusammen, die Fahrradwerkstatt bringt auch unterschiedliche Generationen einander näher“. Lang betont indessen: „Seit sieben Jahren setzen sich die Ehrenamtlichen unermüdlich für Geflüchtete ein. Dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennung“. Auch künftig soll das Projekt weitergehen und Menschen helfen.

Wer das Team rund um Ingo Klingbeil und Jürgen Richter sowie weitere Engagierte und spannende Projekte kennenlernen und sich inspirieren lassen möchte, ist am Freitag, 1. Oktober, zur Feier zum 10. Geburtstag des Integrationskonzepts eingeladen. Die Anmeldungen für die Feier werden unter integration@dietzenbach.de entgegengenommen.  ans

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