Zurück in neuem Glanz

Dietzenbacher Heimatmuseum nutzt Corona-Pause für umfangreiche Neuerungen

Auch einige neue Exponate sind ins Museum für Heimatkunde und Geschichte eingezogen. Leiterin Maria Polatowski-Ruprycht ist besonders stolz auf die Keramikgefäße, die bislang in Dreieich ausgestellt waren.
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Auch einige neue Exponate sind ins Museum für Heimatkunde und Geschichte eingezogen. Leiterin Maria Polatowski-Ruprycht ist besonders stolz auf die Keramikgefäße, die bislang in Dreieich ausgestellt waren.

Gut ein halbes Jahr ist es nun her, dass das Museum für Heimatkunde und Geschichte wie so viele andere öffentliche Einrichtungen wegen des Coronavirus seine Pforten schließen musste. Seither hat kein Besucher mehr die Ausstellungsräume an der Darmstädter Straße betreten.

Dietzenbach – Am kommenden Sonntag, 6. September, nimmt das Museum wieder den Betrieb auf. Leiterin Maria Polatowski-Ruprycht freut sich darauf, nach langer Pause endlich wieder Besucher begrüßen zu können. Vor allem, weil es im Museum einiges Neues zu entdecken gibt. „Wir haben die Corona-Zwangspause genutzt, um hier einiges zu verändern und auf den neusten Stand zu bringen“, erzählt sie. Neue Beleuchtung, neue Multimedia-Angebote, neue Exponate, neu gestaltete Vitrinen. „Stillstand gab es bei uns in den vergangenen Monaten zum Glück nicht.“

Schon im September vergangenen Jahres habe sie gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein als Träger des Museums den Zuwendungsantrag auf Projektfördermittel an den Hessischen Museumsverband gestellt. Im Mai wurden die Fördermittel bewilligt und die Umsetzung der geplanten Projekte, die in erster Linie inhaltliche und gestalterische Ergänzungen und den Einsatz von neuen Multimediastationen in der Dauerausstellung betreffen, konnte beginnen. „Dass das in die Zeit von Corona fiel, war also ein glücklicher Zufall“, erzählt Polatowski-Ruprycht. So sei es möglich gewesen, vieles gleichzeitig anzugehen, ohne immer wieder einzelne Abteilungen für den Besucherverkehr zu sperren.

Neben neuer Beleuchtung sind auch neue Exponate ins Museum eingezogen

Einen ganzen Monat etwa habe sie an den Vitrinen in der Textilabteilung gearbeitet, Exponate ausgeräumt, gereinigt, anders arrangiert, neue Stücke ergänzt. „Hätten wir nicht geschlossen gehabt, hätte ich mir eine Vitrine nach der anderen vornehmen müssen, so konnte ich alle öffnen und auch offenlassen.“ Gleiches gilt für die übrigen Vitrinen. In allen wurde im Zuge der Beleuchtungserneuerung geputzt und neu arrangiert. „Jetzt haben wir überall moderne LED-Leuchten. Die sind energiesparend und auch schonender für die Exponate“, erläutert die Museumschefin. Besonders stolz ist sie auf einige neue Stücke in der Mittelalterabteilung. Mehrere Krüge aus Keramik, die bislang in Dreieich ausgestellt waren, stehen dort jetzt hinter Glas. „Da das ehemalige Kreismuseum in Dreieich jetzt ein neues Konzept verfolgt, wurden auch Exponate aus Dietzenbach ins Depot verfrachtet“, erzählt sie. Schon lange habe sie die Keramikexponate im Auge gehabt, bis sie nun endlich in die Kreisstadt zurückkehren durften. Die Leiterin des Museums kann noch viele weitere Stellen zeigen, an denen in den vergangenen Wochen und Monaten gearbeitet wurde. Einige Arbeiten seien bereits abgeschlossen, andere dauerten noch eine Weile an. „Bis November sind wir dann aber voraussichtlich mit allem fertig.“ Besonders umfangreich sei etwa die Umgestaltung der Schmiede, die noch einige Zeit in Anspruch nehme. Dort sollen unter anderem auf einem Bildschirm Feuer zu sehen sein und das Hämmern auf einem Ambos eingespielt werden.

Einige Neuerungen sind allerdings auch dem Coronavirus geschuldet

Einige Neuerungen sind dann auch dem Coronavirus geschuldet. „Wir setzen die Regeln nach bestem Gewissen um“, sagt die Museumsleiterin. Die Theke im Eingangsbereich ist nun etwa rundum mit einer Plexiglasscheibe versehen. Außerdem zeigen Pfeile auf dem Boden an, in welche Richtung die Museumsgäste gehen dürfen. Damit sie sich nicht in die Quere kommen, sind einige Durchgänge versperrt. An diversen Stellen sind Desinfektionsmittelspender angebracht. Abstand halten und Maske tragen sind Pflicht.

Das Fachwerkhaus muss aus Sicherheitsgründen vorerst geschlossen bleiben. „Die Gänge sind einfach zu schmal“, sagt Maria Polatowski-Ruprycht. Als Alternative können sich die Besucher aber einen digitalen Rundgang anschauen, der eigens gedreht wurde, ebenso wie ein neuer professioneller Trailer, der auf der Museumswebsite zu sehen ist. „Der soll Lust machen auf einen Besuch“, sagt Polatowski-Ruprycht. Für die Sicherheit der Besucher, die ab Sonntag ab 15 Uhr wieder durch die Ausstellungsräume ziehen dürfen, ist alles getan, davon ist sie überzeugt. „Ich habe schon gehört, dass die Leute neugierig auf die Neuerungen sind, und denke, es gibt für alle viel zu entdecken.“ (Von Lena Jochum)

» heimatverein-dietzenbach.de

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