Streit um Hundekot

Hundebesitzer sorgen für Ärger: Anwohner sind sauer

Hundekot Ärgernis Schild
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Verständlicher Ärger und deutliche Worte: Viele Hundebesitzer lassen die Hinterlassenschaften ihrer Liebsten rücksichtslos liegen. (Symboldbild)

In Dietzenbach ärgern sich Anwohner über Hundehaufen, die rücksichtslos liegengelassen werden. Einigen stinken selbst die Kotbeutel der rücksichtsvolleren Hundebesitzer.

Dietzenbach - Matthias Steingass stinkt es gewaltig. Bereits seit Jahren beobachtet er, wie Hundebesitzer ihre Tiere die Grünflächen an der Straße „Am Stiergraben“ als Toilette missbrauchen lassen. Mit seinem Ärger ist Steingass nicht alleine. Wie er selbst wandte sich auch bereits Anwohner Dieter Schneider mit einem Leserbrief an unsere Redaktion.

Das größte Ärgernis für die beiden Dietzenbacher Bürger ist, dass auf den Flächen, auf denen die Vierbeiner ihr Geschäft verrichten, Kinder spielen. „Es besteht ein Hygieneproblem für die Kinder“, macht Steingass seinem Unmut Luft. Zudem komme es vor allem im Sommer zu einem Geruchsproblem in der unmittelbaren Umgebung sämtlicher Abfalleimer, in die Kotbeutel wanderten. Auch sorge der Hundekot für Ungeziefer, da er erheblich von Schmeißfliegen befallen werde. „Dass die Fäkalien in Tüten entsorgt werden, ändert die Problematik nicht“, macht der Anwohner deutlich.

Dietzenbacher will mehr Verbotsschilder und Tütenspender für Hundekot an den Waldrand verlagern

Damit sich an der Situation etwas ändert, wandte sich Steingass bereits 2020 an die Abteilung Abfallwirtschaft der Städtischen Betriebe. Dort habe man ihn jedoch abgewimmelt. Mit der Begründung, dass es nicht machbar sei, sämtliche Hundehalter zu erreichen oder zu sensibilisieren.

Steingass ist indessen davon überzeugt, dass das durchaus funktionieren könne. Sein Vorschlag: den in der Straße befindlichen Hundekottütenspender an eine strategisch geeignetere Stelle zu versetzen. „Es wäre sinnvoller, wenn man den Spender in Richtung Wald bringt“, meint der Dietzenbacher. Dann werde die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Hundebesitzer ihre Tiere dort ausführten und nicht „Am Stiergraben“ entlang.

Derzeit ist der Tütenspender jedoch zentral positioniert, zwischen dem Kleingartenverein Schilflache, dem Kinder- und Jugendgelände „Wilde Wiese“, der Kindertagesstätte XI und dem ihr gegenüberliegenden Spielplatz. „Er funktioniert somit als Anziehungspunkt für die Herrchen und Frauchen“, schildert Steingass. Allerdings, so ist er überzeugt, löse auch eine Versetzung des Spenders allein das Problem nicht. Es brauche auch Verbotsschilder, die auf den Grünflächen aufgestellt werden.

Stadt Dietzenbach rechtfertigt Standort des Tütenspenders: „Für Hundebesitzer erreichbar“

Die Städtischen Betriebe teilen hingegen mit, dass sie nach der Beschwerde von Matthias Steingass den Standort noch einmal überprüft haben. „Nach unserer Einschätzung bietet der aktuelle Platz den Vorteil, dass er für Hundebesitzer erreichbar ist, die in Richtung Wald spazieren oder eine andere Route in der Umgebung wählen“, heißt es auf Nachfrage. Das sei bei dem von Steingass vorgeschlagenen Alternativstandort nicht der Fall.

Insgesamt jedoch können die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe sowie der Stadtwerke den Unmut über die Verschmutzung durch Hundekot nachvollziehen. Sind doch neben den Kreisstädtern auch die jeweiligen Teams von der Verunreinigung betroffen. Etwa dann, wenn sie die Hinterlassenschaften der Vierbeiner von Gehwegen oder Grünflächen entfernen müssen. Mindestens ebenso ärgerlich ist es, wenn Frauchen oder Herrchen Tüten mit Fäkalien neben den Spendern entsorgen, anstatt sie in den dort integrierten Mülleimer zu werfen.

Stadt Dietzenbach betont: „Mehrheit der Hundebesitzer hält sich an die Regeln“

Dabei ist es nach Paragraf 2 Absatz 2 der Gefahrenabwehrverordnung die Pflicht des Halters oder Führers eines Hundes, dafür zu sorgen, dass dieser sein Geschäft „nicht auf Gehwegen, Grün- und Erholungsanlagen, begehbaren Teilen von öffentlichen Straßen und Plätzen und Fahrradwegen verrichtet“. Bei Verstößen können Strafen ab einer Höhe von 25 Euro erhoben werden. Wobei noch viel Spielraum nach oben sei, wie es aus dem Ordnungsamt heißt. Die Problematik liege jedoch häufig in der Beweislage. „Der Hund müsste in flagranti von der Stadtpolizei erwischt werden. Häufig steht bei Hinweisen von Dritten Aussage gegen Aussage“, führt die Behörde weiter aus.

Allerdings, so betonen Städtische Betriebe und Stadtwerke, halte sich die Mehrheit der Tierbesitzer an die Regeln und nutze die insgesamt 30 Tütenspender, die im Stadtgebiet verteilt sind, regelmäßig. Auch Matthias Steingass teilt abschließend mit, dass die Situation „Am Stiergraben“ sich im Vergleich zu früher langsam bessere. „Ich könnte mir vorstellen, dass das mit der Aktion eines Anwohners zusammenhängt“, mutmaßt er. Dieser habe eine Zeit lang rosa Kreise um die Fäkalien gezogen und hat so auf die Verunreinigung aufmerksam gemacht. Seitdem kämen mehr Hundebesitzer ihrer Verantwortung nach. Zufriedenstellend sei die Situation jedoch nach wie vor nicht. (Anna Scholze)

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