Bauern kämpfen gegen den Frost

Dietzenbacher Landwirt Felix Knecht schützt seine Erdbeeren mit Folientunneln vor der Witterung

Für Felix Knecht steht trotz harter Arbeit die Leidenschaft für seinen Beruf im Vordergrund.
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Für Felix Knecht steht trotz harter Arbeit die Leidenschaft für seinen Beruf im Vordergrund.

Sein Beruf verlangt ihm einiges ab. Doch für Felix Knecht vom Familienunternehmen Beeren-Knecht auf dem Hexenberg ist das beinahe schon Nebensache. Die Feldarbeit macht er aus Leidenschaft. So hat er schon als kleiner Junge die Erdbeeren eingesammelt und ab dem 13. Lebensjahr jedes Wochenende beim Pflücken geholfen. „Seit 2019 bin ich bei meinem Vater fest angestellt“, erzählt der Obstbaumeister.

Dietzenbach - Und seither hat sich in dem Traditionsbetrieb einiges geändert. Die roten Früchte werden etwa nicht mehr von oben mit einer „Überkronenberegnung“ gegossen, sondern erhalten die Erfrischung von unten mittels Schläuchen. „Das ist viel effizienter“, sagt Knecht. Jede Pflanze erhalte nun genauso viel Wasser, wie sie benötige und die Methode sei somit viel ressourcensparender. „Doch das sind alles Maßnahmen, die sich in der Landwirtschaft erst mit der Zeit entwickelt haben“, sagt Knecht, dessen Familie bereits in der vierten Generation Erdbeeren anbaut.

Auch in diesem Jahr musste Felix Knecht das Obst bereits regelmäßig bewässern. „Es hat im Frühjahr, ähnlich wie in den vorangegangenen Saisons, viel zu wenig geregnet“, sagt der Landwirt. Hinzugekommen seien die kalten Nächte im April. „Wir haben enorm gekämpft, um Frostschäden zu vermeiden“, sagt Knecht. Auch wenn es gelungen ist, größere Schäden abzuwenden, so konnten die Familie Knecht und ihre Mitarbeiter nicht verhindern, dass die Saison 14 Tage später beginnt. „Normalerweise fangen wir Ende April mit dem Verkauf an“, sagt Felix Knecht. Nun sei die Erdbeersaison erst am vergangenen Wochenende gestartet.

Dabei zählt auch für die Obstbauern jede Woche, in der Erdbeerzeit. „Wenn alles gut geht, haben wir drei Monate“, erläutert Knecht. Um eine Verkürzung der Saison durch die Witterungsverhältnisse möglichst gering zu halten, hat er sich dazu entschieden, über einen Teil der insgesamt vier Hektar großen Anbaufläche Tunnel aus silbernem Gestänge und weißer Folie zu ziehen. „Sie speichern die Wärme und sorgen dafür, dass gerade die frühen Sorten besser reifen können“, erklärt der Landwirt. Zudem sei es so möglich, bei jedem Wetter zu ernten. Auf dem Freiland könne es etwa passieren, dass reife Früchte durch einen Schauer stark in Mitleidenschaft gezogen werden und somit nicht mehr für den Verkauf geeignet sind.

Dass Bauern für einen Anbau unterm Folientunnel von Naturschützern kritisiert werden, findet Knecht nicht berechtigt. Denn man wirft ihnen vor, den Feldhasen dadurch den Lebensraum wegzunehmen. „Dabei finden die Tiere auch so ihren Weg“, erzählt der Nachwuchsbauer. So hat Knecht bereits beobachtet, dass die Hasen auf seinen Feldern Unterschlupf finden. Hinzu komme, dass die Wände sowie die Tore der Tunnel während der wärmeren Temperaturen regelmäßig offen seien. Darüber hinaus macht der Obstbauer auf die Bandbreite der Diskussion aufmerksam. So sei auch zu bedenken, dass die lokalen, oft kleineren Landwirtschaftsbetriebe zum Erhalt Unterstützung brauchen. „Mit einer vier- bis sechswöchigen Erdbeersaison so wie zu Zeiten meines Opas, kann heute kein Landwirt mehr überleben“, macht Felix Knecht deutlich. Seien doch die Wetterverhältnisse früher stabiler und die Einbußen geringer gewesen.

Doch nicht allein hinsichtlich der Anbaumethoden gibt es bei der Familie Knecht Neuigkeiten. Ihre süßen roten Früchte wollen sie neben dem Stand in der Nähe der Kreisquerverbindung und im Hofladen (Bahnhofstraße) künftig auch an einem weiteren Stand in der Nähe des Modellflugplatzes verkaufen. (Anna Scholze)

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