Amigo

Dietzenbacher Spielehersteller mit Neuheit: Eine Redaktion auf Biber-Jagd

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Für Kinder ab acht Jahren? Das kann sich Redaktionsleiter Ronny Paul nicht vorstellen. Auch Redakteurin Lena Jochum kämpft mit dem Regelwerk.

Zum Jahresanfang hat der Dietzenbacher Spielehersteller Amigo seine Frühjahrsneuheiten vorgestellt. Darunter das Kartenspiel „Biber-Gang“, das Amigo unserer Redaktion zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Wer gewinnt?.

Dietzenbach – Einen Tisch, eine Mittagspause, fünf Redakteure und Redakteurinnen, einen Volontär. Viel mehr braucht es nicht, um das Kartenspiel „Biber-Gang“, eine der Neuheiten aus dem Hause der Dietzenbacher Spielefirma Amigo, auszuprobieren. Und trotzdem: Die Suche nach einem Termin geht schwerfällig voran, bei dem einen oder anderen Kollegen hält sich die Begeisterung über eine nachmittägliche Spielepartie in Grenzen. Keine Zeit, zu viel zu tun, das Übliche. Aber weil gründliche Recherche von Journalisten nun mal Opfer fordert, versammeln sich letzten Endes dann doch alle, bereit, es mit der „Biber-Gang“ aufzunehmen.

Die Regeln: Klar, dass derjenigen, die den Spieletest angezettelt hat, auch die Aufgabe zufällt, vorab die Anleitung zu studieren, um die Kollegen über das Regelwerk in Kenntnis zu setzen. Die überhebliche Annahme, dass das wohl kaum allzu kompliziert sein kann – das Kartenspiel ist laut Hinweis auf der Verpackung schließlich für Kinder ab acht Jahren geeignet –, erweist sich allerdings schnell als Fehler. Zwei Minuten querlesen und Bildchen anschauen reichen nicht aus, um die „Bieber-Gang“ zu verstehen. Zum Leidwesen der Kollegen. Die Spielbereitschaft sinkt mit jeder Frage, die trotz hektischen Blätterns in der Anleitung nicht beantwortet werden kann. Redakteur Thomas Holzamer echauffiert sich immer wieder lautstark. „Die Vorbereitung lässt zu Wünschen übrig“, sagt er und hat Recht, wenigstens ein Stück weit.

Aufdecken, tauschen, sammeln: Sind die Regeln erst verstanden, nimmt das Kartenspiel Fahrt auf, der Ehrgeiz zumindest einiger Redaktionsmitglieder ist geweckt.  Fotos: Fitzenberger

Dabei sind die Regeln eigentlich simpel. Kurz: Es gibt Karten mit Zahlen von 0 bis 12. Jeder bekommt acht Stück, im Spielverlauf wird gezogen, aufgedeckt und getauscht. Ziel ist es, möglichst viele Zahlenpaare und wenige Punkte zu sammeln. Die Biber-Joker helfen dabei. Nach jeweils fünf Runden wird ein Sieger gekürt.

Der Spielverlauf: Nach den ersten holprigen Versuchen, allen die Regeln ansatzweise verständlich zu machen, entscheiden die Mitspieler, einfach loszulegen. Kollege Manuel Schubert mischt die Karten, die rutschen ihm dabei immer wieder aus der Hand. Er schimpft übers frisch ausgepackte Spielequipment, zu neu, zu fest, zu rutschig. Dann gelingt‘s aber doch, die Karten sind verteilt, liegen verdeckt vor den Spielern, die Partie beginnt. Reihum werden die Karten aufgedeckt, neue gezogen, mit denen die eigenen bei Bedarf ersetzt werden können, um Zahlenpaare zu bilden und den eigenen Punktestand so gering wie möglich zu halten. Wie genau das vonstatten gehen soll, das bleibt in der ersten Runde unklar – und auch in der zweiten. Vor allem Redaktionsleiter Ronny Paul ist ratlos: „Also ich frage mich, wie das Kinder machen sollen.“ Einen diplomatischen Erklärungsansatz liefert unterdessen Kollegin Yvonne Fitzenberger. „Im Vergleich zu Kindern denken Erwachsene wahrscheinlich einfach zu kompliziert.“ So muss es sein. In der dritten Runde ist es dann soweit, der Groschen fällt, endlich ist klar, wie die Anleitung tatsächlich zu verstehen ist. Erleichterung bei den Spielern. „Jetzt ergibt das auch endlich Sinn“, ruft Thomas Holzamer und bedenkt die Test-Initiatorin erneut mit einem vorwurfsvollen Blick. Der Ärger über die falsch gespielten Runden ist aber schnell verflogen, zumindest bei den Kollegen Holzamer und Schubert: Sie lassen die Konkurrenz hinter sich, zocken sich auf Platz eins und zwei. Die Freude ist groß, die Stimmung gerettet.

Haben gut lachen: Redakteur Thomas Holzamer (links) und Volontär Manuel Schubert gewinnen mit Abstand und sind ab sofort bekennende Mitglieder der Biber-Gang. Fotos: Fitzenberger

Das Fazit: Nicht alle Redaktionsmitglieder sind gut aufgelegt. Christian Wachter sucht schon nach der ersten Runde das Weite, Ronny Paul gibt unter Vorwand nach der dritten auf. Für den Rest allerdings ist der vorzeitige Spielabbruch keine Option. Stattdessen: durchziehen bis zum Schluss. „Wenn man mal drin ist, macht das wirklich Spaß“, fasst Yvonne Fitzenberger zusammen, die Mitspieler stimmen zu. Amüsiert haben sich dann doch alle. Allzu häufig allerdings dürfe man die Mittagspause nicht mit der „Biber-Bande“ verbringen, auch darüber sind sich alle einig. Die Befürchtung: Der Kampf um den Sieg könnte auf Kosten des Redaktionsfriedens gehen. Vor allem die Jagd nach den Biber-Jokern weckt Begehrlichkeiten. „Ich will auch so einen Biber“, beschwert sich Christian Wachter schon gleich zu Beginn, als einer der Nager unter Volontär Schuberts Karten auftaucht. Der freut sich und lacht laut, der Rest der Runde ist enttäuscht, genervt. Wohin das im Ernstfall führt, ist auf jeden Fall schneller ausgerechnet als der finale Punktestand ...

Infos im Internet

amigo-spiele.de

VON LENA JOCHUM

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