Ärger wegen Grußkarten

Dietzenbacherin beklagt mangelhafte Verlässlichkeit der Deutschen Post

Eine der Leidenschaften der Dietzenbacherin Jasmin Köhnsen ist das Schreiben von Briefen oder Karten. Gerade zur Weihnachtszeit schreibt die Rentnerin vielen Freunden, Bekannten und Verwandten eine Grußkarte. Manche kriegen von ihr einmal im Jahr eine: „Die ist dann bis in die Ecken vollgeschrieben mit allem, was mir im vergangenen Jahr passiert ist“, erzählt die 63-jährige Köhnsen.

Gleich mehrere Postkarten sind nicht angekommen.

Dietzenbach - Doch die Freude über das Schreiben wird der Rentnerin seit einigen Wochen getrübt, denn viele Briefe kommen bei den Empfängern nicht an.

„Das war schon vorher immer mal wieder passiert“, sagt Köhnsen, „aber seit November hat das sehr zugenommen.“ Zunächst habe sie noch über die Internetseite der Deutschen Post eine Nachforschung beantragt. Als dabei vonseiten des Konzerns nichts herauskam, habe die Deutsche Post ihr Briefmarken als Entschädigung zukommen lassen.

Doch in der Weihnachtszeit, in der sie Postkarten und Briefe im geschätzten Wert von 150 Euro verschickte, kamen gleich fünf Postkarten nicht an. Ihre Nachbarin berichtet von ähnlichen Problemen bei der Zustell-Verlässlichkeit der Deutschen Post. Auch in anderen Kommunen des Kreises Offenbach gibt es immer wieder Probleme mit der Zustellung, wie beispielsweise in Neu-Isenburg (wir berichteten).

Daraufhin wandte sich Köhnsen zusammen mit ihrer Nachbarin direkt an die Konzernleitung. Der Schriftverkehr liegt der Redaktion vor. Die Deutsche Post verwies auf die Nachforschungsaufträge. „Ich kann dann für jede Karte einen einzelnen Antrag stellen und am Ende kommt dann wieder nichts raus“, ärgert sich die Rentnerin. Sie erwarte von einem so großen Konzern, dass dieser auch die Leistung erbringe, für die er bezahlt werde. Gerade weil in den vergangenen Jahren immer wieder Portoerhöhungen stattgefunden haben. Seit 2012 erhöhte sich der Preis für einen Standardbrief schrittweise von 55 Cent auf 80 Cent. Die Rentnerin ist verärgert: „Es kann ja nicht sein, dass ich jedes Mal die Leute anrufen muss, um zu fragen, ob die Karte angekommen ist. Dann ist die Überraschung für die Person auch dahin und ich kann dann auch gleich eine unpersönliche Nachricht auf WhatsApp schreiben.“

Auf Anfrage verweist die Deutsche Post darauf, dass die Leerungen der Briefkästen in den besagten Zeiträumen ordnungsgemäß vonstatten gingen: „Die Scans für die Leerungen waren allesamt in Ordnung, sodass zumindest für diesen ersten Schritt der Beförderung, nach der Einlieferung der Sendungen für uns keine Unregelmäßigkeiten erkennbar sind“, erläutert der Sprecher der Deutschen Post, Stefan Heß. Er sagt aber auch: „Die Einlieferung in den Briefkasten ist allerdings auch nur das erste Glied einer längeren Transportkette, sodass wir Fehler in den nachfolgenden Transportschritten nicht ausschließen können.“

Des Weiteren weist Heß darauf hin, dass die Nachverfolgung bei Briefen und Karten grundsätzlich schwierig sei, da diese – im Gegensatz zu Paketen – nicht mit Sendungsnummern versehen seien und entschuldigt sich für entstandene Probleme.

Für Köhnsen ist der Umgang der Deutschen Post mit diesen Problemen sehr unbefriedigend und für sie bleibe vorerst nur das ungute Gefühl zurück, dass sie nie genau weiß, ob die Briefe und Karten nun wirklich ihren Empfänger erreichen. „Man liest ja nahezu täglich von Problemen mit der Post, auch hier im Kreis“, sagt Köhnsen, „mir bleibt wohl leider nichts anderes übrig als meine Schreiberei zu reduzieren, auch wenn ich da gegen mich kämpfen muss.“ (Von Lukas Reus)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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