Wurzeln beeinträchtigen Wasserlauf

GEHRENGRABEN - Mitarbeiter der Stadtwerke müssen unterirdische Betonrohre sanieren

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Kein Wasserablauf durch die Rohre: Durch Wurzeleinwüchse ist es zu Überschwemmungen am unterirdischen Teil des Gehrengrabens gekommen.

Für die Entwässerung des Stadtgebiets haben die Gräben eine wesentliche Funktion: Außer dem natürlich abfließenden Wasser leiten sie Regenwasser von den versiegelten Flächen sowie Mischwasser aus der Kanalisation ab, ermöglichen so eine Entlastung der Kanalisation und verhindern Überschwemmungen bei ergiebigen Regenereignissen.

Dietzenbach – Aktuell steht vor allem der Gehrengraben im Blickpunkt der Abteilung Abwasserentsorgung bei den Stadtwerken.

Vom Europahaus her kommend verläuft er als offener Waldgraben neben dem Fuß- und Radweg. Etwa ab dem Forstweg taucht der Graben parallel zur Offenthaler Straße in eine über private Grundstücke verlaufende Betonverrohrung ein. Erst unterhalb der Wetzlarer Straße auf dem Hexenberg fließt er als offenes Gewässer weiter.

Anfang März war es in Höhe der Fußgängerampel „Forstweg“ zu einer Überschwemmung gekommen. Das Bachwasser war nicht mehr durch die Rohre geflossen und auch eine komplette Reinigung der Einlaufgitter hatte keine Lösung gebracht. „Die Stadtwerke haben dann mithilfe einer Kamera die Rohre kontrollieren lassen“, teilt Tim Stanzel, Sachgebietsleiter Kanal und Grabenpflege bei den Stadtwerken, mit. Ergebnis: Die Wände der Betonrohre haben Risse, teilweise ist bereits der Rohrscheitel-Teil – also der obere Bereich der Betonröhre – eingedrückt und es gibt massive Wurzeleinwüchse. „Bei diesem Schadensbild war klar, dass eine Sanierung mittels Roboterverfahren, das wir in solchen Fällen gerne anwenden, nicht möglich ist“, erläutert der Sachgebietsleiter. Ist doch die Einsturzgefahr der geschwächten Rohre zu groß. Entsprechend muss die Verrohrung außer Betrieb genommen und der Bach offengelegt werden. „Das sind etwa 60 bis 80 Meter ab dem Einlauf, über die der Graben zukünftig die Fußgänger und Radfahrer sichtbar begleiten wird“, betont Stanzel.

Die zeitnah beginnenden Arbeiten sollen nun gleichzeitig genutzt werden, um den Graben von den privaten Grundstücken möglichst vollständig in die öffentliche Gewässerparzelle zu verlegen. Die zuständige Untere Naturschutz- und Wasserbehörde des Kreises Offenbach hat für diese Maßnahme bereits die Genehmigung erteilt, die betroffenen Grundstückseigentümer sind ebenfalls informiert, heißt es vonseiten der Stadtwerke. Etwa zwei Wochen wird die Herstellung des neuen Bachbettes dauern, die Vorbereitungen beim Grünschnitt hat das Gewässer-Team der Stadtwerke bereits erledigt.  ron

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