Städtische Kitas erhalten Vielfalts-Boxen für Personal und Kinder

Diversität in Dietzenbach

Die Boxen sind der erste Schritt. Karin Fiedel (von links), pädagogische Fachberatung, Erster Stadtrat Dieter Lang und Awo-Geschäftsführer Dirk Hartmann freuen sich aber schon jetzt über die Fortschritte in Sachen Vielfalt und Akzeptanz.
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Die Boxen sind der erste Schritt. Karin Fiedel (von links), pädagogische Fachberatung, Erster Stadtrat Dieter Lang und Awo-Geschäftsführer Dirk Hartmann freuen sich aber schon jetzt über die Fortschritte in Sachen Vielfalt und Akzeptanz.

Seit Jahren wachsen die Aufgabenfelder, mit denen sich pädagogisches Personal auseinandersetzen muss, stetig. So gehören etwa Themen wie Diversität, Integration, Inklusion, neue Familienbilder und kultursensible Frühpädagogik mittlerweile zum Alltag in Betreuungseinrichtungen, sind aus dem fachlichen Spektrum von Kitas nicht mehr wegzudenken.

Dietzenbach – Dabei geht es gemäß dem europäischen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz um Merkmale wie Geschlecht, Ethnie, Alter, körperliche oder geistige Einschränkungen und Religion. Nun will sich auch Dietzenbach verstärkt dem Thema Diversität widmen, Sensibilität schaffen für Akzeptanz und Gleichbehandlung. Mit dem Projekt „Diversity Dietzenbach“ soll die Vielfalt in der Kreisstadt mit Weiterbildungsmöglichkeiten für sozialpädagogisches Personal konzeptionell und strukturell weiterentwickelt werden. Dazu erhalten nun alle städtischen Kindertagesstätten eine „Box der Vielfalt“. Ausgestattet sind die Kisten mit Materialien zur pädagogischen Arbeit und Weiterbildung.

Bereits vor einiger Zeit hatte sich die Kreisstadt erfolgreich auf eine von 100 Vielfalts-Taschen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie beworben. „Da war uns schnell klar, dass eine Tasche zu wenig ist für elf städtische Kitas“, sagt Karin Fiedel, pädagogische Fachberatung der städtischen Kitas. Zumal die Vielfalts-Tasche nur einen Teil der Fachliteratur abdecke, die in Dietzenbach jedoch in der Gesamtheit gut gebraucht werde. Also sollten umfassendere Pakete für die Kitas geschnürt werden. Als Unterstützer konnten die städtische Stabsstelle Integration, der Awo-Kreisverband als Projektträger sowie ein lokaler Buchhandel gewonnen werden. Auf Empfehlung der Stiftung und des Ministeriums konzipierten die Verantwortlichen die Diversity-Box. Darin enthalten sind neben 15 Fachbüchern auch sogenannte Hautfarben-Buntstifte, die vermitteln sollen, dass hautfarben nicht zwangsläufig rosa ist. Die Boxen enthalten zudem jeweils ein Kamishibai, ein japanisches Papiertheater, bestückt mit themenbezogenen Szenerien und Bildern.

In Summe werde eine breit gefächerte pädagogische Grundausstattung für die Kitas bereitgestellt, teilt die Stadt mit. „Ich bin sehr froh, dass wir nun alle Kitas ausstatten können“, freut sich Erster Stadtrat Dieter Lang. Damit könne man auf hervorragende Materialien zurückgreifen, die sich in der pädagogischen Arbeit wiederfinden werden. Dirk Hartmann, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes, sagt: „Nach diesem ersten Meilenstein soll es 2021 weiter gehen. Wir stehen als Awo voll hinter dem Projekt und mussten nicht lange überlegen, ob wir die Projektträgerschaft übernehmen.“

Über die Boxen hinaus waren bereits Workshops für die Erzieherinnen und Erzieher, aber auch ein „Hautfarben-Malwettbewerb“ für Kinder geplant. „Beides konnte aufgrund der Pandemie leider in diesem Jahr nicht mehr realisiert werden“, berichtet Karin Fiedel. Im kommenden Jahr soll das nun, wenn möglich, nachgeholt werden.  (lj)

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