Einsatz tief im Wald

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Gerade mal knapp ein Jahr ist es her, da wütete Sturmtief Xynthia über Deutschland. Bei Wiesbaden wurde ein 69 Jahre alter Wanderer von einem Baum erschlagen. Der Bereitschaftsdienst des DRK Dietzenbach probte nun für den Ernstfall.

Dietzenbach ‐ Es ist 20.30 Uhr, Donnerstagabend. Die meisten Menschen dürften unterdessen Feierabend haben, auch die Nachrichten im Fernsehen sind bereits vorbei, jetzt kann der gemütliche Teil des Abends beginnen. Von Jasmin Matzek

Nicht jedoch für den Bereitschaftsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) der Ortsvereinigung Dietzenbach. Denn in der Rettungsleitstelle geht ein Alarm ein, der die Helfer an einen eher ungewöhnlichen Einsatzort ruft – mitten hinein in den Dietzenbacher Wald.

Die beiden DRKler Sven Kreuder und Christian Kappel hatten sich den Übungseinsatz ausgedacht, bei dem die Rettungskräfte zeigen sollten, wie gut sie im Unterricht aufgepasst haben. So platzierten Kreuder und Kappel zwei Puppen der Freiwilligen Feuerwehr unter „umgestürzte“ Bäume und setzten anschließend den Alarm ab.

Mehr Zeit als gewohnt benötigten die Einsatzkräfte, um an den Einsatzort zu gelangen, hatten sie doch auf dem Weg dorthin schon gegen einige Hindernisse ankämpfen müssen: Gleich drei größere Äste galt es zuvor, aus dem Weg zu räumen. Schließlich am Einsatzort eingetroffen, wurden die insgesamt zwölf Helfer von Einsatzleiter Daniel Krejza in mehrere kleine Trupps eingeteilt. Gleichzeitig musste er sich auch noch um ein „vollkommen panisches“ Mädchen kümmern, gespielt von einem Mitglied des Jugend-Rot-Kreuzes. Die junge Frau wurde schnell in die Hände einer Helferin übergeben, die sich intensiv um sie kümmerte, und der es auch gelang, sie zu beruhigen. Zwar war alles nur gespielt und es waren keine Menschen in Gefahr, doch trotzdem gingen die Rettungskräfte mit hoher Professionalität zu Werke.

Nicht nur das Befreien der Puppen, auch die Betreuung verlief reibungslos. Als kleine Zusatzprobe nämlich hatte sich das „panische Mädchen“ später noch bewusstlos gestellt. Doch auch dies entging den Rettungskräften nicht, und so wurde sie zügig aus dem Betreuungsauto getragen und in die stabile Seitenlage gebracht. Die erste, leichtere Puppe hatten die Rettungskräfte sehr schnell gefunden und auch geborgen. Bei der zweiten, gut 80 Kilogramm schweren Puppe, mussten sie zuvor indes noch mehrere dickere Baumstämme zersägen, vorbei sich kurz vor der Befreiung der Puppe kurzzeitig die Kettensäge in einem der Stämme verhakte. Doch auch diese kleine Hürde konnte schnell mit vereinten Kräften behoben werden. So waren die Organisatoren im Großen und Ganzen mit der Übung sehr zufrieden, und auch den Helfern hatte sie gefallen. „Einzelne kleinere Flüchtigkeitsfehler werden im Nachhinein noch mal besprochen“, sagte Mitorganisator Kappel abschließend, „so dass sie bei der nächsten Übung oder auch bei einem wirklichen Einsatz dann nicht mehr vorkommen sollten.“

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