Durchstarten nach dem Sturm

Vierbeiner rennen zum zehnten Mal beim Verein für Schutz- und Gebrauchshunde

Der Mischling Stöpsel liebt es, zu rennen. Das Alter von 16 Jahren merkt man dem Rüden dabei gar nicht an. Fotos: Schmedemann

Auf die Pfoten, fertig, los. Je nach Rasse jagen zum zehnten Mal die Vierbeiner mit wehenden Ohren oder wallendem Fell über die 40 Meter lange Rennstrecke, die der Verein für Schutz- und Gebrauchshunde (VSG) auf seinem Außengelände abgesteckt hat. 

Dietzenbach – „Wir sind froh, dass das Rennen stattfinden kann“, sagt Schriftführerin Brigitte Krüger.

Der Sturm im August hatte das Außengelände und teilweise das Vereinsheim regelrecht verwüstet. Nun liegen hinter dem Zaun zwar noch umgestürzte Bäume, doch sonst ist nicht mehr viel von dem Chaos zu sehen, das der 70-Jahr-Feier einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. „Diese zehn Minuten Sturm haben uns zwischen 8000 und 10 000 Euro gekostet“, erzählt Krüger.

Nun beleben fröhliches Schwanzwedeln und ein buntes Durcheinander von rund 35 vierbeinigen Teilnehmern die Terrasse an der Offenthaler Straße. Gemurmel und Gekläffe bilden das stetige Hintergrundgeräusch, das vom Moderator des Rennens mit dem Mikrofon übertönt wird.

Die Hunde treten in drei verschiedenen Kategorien an: Bis 40, bis 60 und über 60 Zentimeter Größe. Jeder Teilnehmer erhält eine Leckerlitüte und den drei besten Plätzen der jeweiligen Kategorie winken ein Pokal sowie Sachpreise. „Alles rund um den Hund“, erläutert Krüger. Die Pokale seien ein schönes Souvenir, doch der Hauptpreis für alle ist der Spaß an der Sache. „Stöpsel rennt liebend gerne“, sagt Margit Moews über ihren beigen Mischling. Mit einer Zeit von 6,7 Sekunden ist das Frauchen natürlich zufrieden. „Immerhin ist er schon 16 Jahre alt“, betont sie. Entsprechende Rennerfahrung hat der flotte Vierbeiner bereits. „Wir gehen allerdings auch drei Stunden am Tag Gassi“, erzählt die Langenerin. Mit kräftigem Schwanzwedeln und aufgestellten Ohren scheint Stöpsel seinem Frauchen beipflichten zu wollen.

Sind vor ein paar Monaten auf den Hund gekommen: Stefanie Lehmann (links) und Tochter Jenny nehmen mit Jurij zum ersten Mal teil. Jolie lässt sich noch zu leicht ablenken.

Für Jurij war es das erste Rennen. Seine Freundin Jolie hat jedoch nur von der Terrasse aus zugesehen. Die beiden kroatischen Mischlinge wohnen seit etwa fünf Monaten bei Stefanie und Jenny Lehmann in Dietzenbach. Das Mutter-Tochter-Gespann ist somit frisch unter die Hundebesitzer gegangen und nimmt gerne das Angebot des VSG wahr. „Wir sind immer mittwochs im Training und wollten das Rennen einfach mal ausprobieren“, sagt das ältere Frauchen. „Aber Jolie lässt sich noch zu leicht ablenken, deswegen durfte erstmal nur Jurij antreten“, ergänzt die Tochter. Die Platzierung sei dabei völlig egal. Die frisch gebackenen Frauchen finden die Gesellschaft auf der Terrasse des Hundevereins sehr angenehm.

Diese lässt sich bei Wurst, Pommes und einer reich gefüllten Kuchentheke auch bestens genießen. An den Ständen und hinter den Kulissen wuseln neben den acht Vorstandsmitgliedern noch vier weitere Helfer herum. „Wir haben keine festen Aufgaben, jeder macht einfach das, was anfällt“, erzählt Krüger. Neben den Herrchen und Frauchen zu den 35 vierbeinigen Teilnehmern sind einige Hundefreunde zu Gast. Besucherin Michaela Fischer genießt bei einem heißen Kaffee den Mittag mit Freunden. „Wir sind zwar nicht im Verein, aber kennen viele“, sagt sie. Ihren Hund hat sie jedoch zu Hause gelassen. „Dem wäre das viel zu aufregend“, sagt sie und lacht.

Die nächste Veranstaltung steht beim Hundeverein auch schon im Kalender: Der VSG lädt für Samstag, 19. Oktober, zum Oktoberfest ein. „Darauf freuen wir uns auch schon“, sagt Schriftführerin Brigitte Krüger.

VON LISA SCHMEDEMANN

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