Stadtwerke und Maingau bieten gemeinsam Strom an

EDIE ist aus dem Sack: Geheimnis hinter Guerilla-Aktion gelüftet 

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Guerilla-Aktion an Dietzenbacher Wahrzeichen: Ratte Ludwig auf dem Steinberg-Kreisel, der Ausscheller in der Altstadt und das Deiwelche am Heimatmuseum (beide Fotos unten) sind verkabelt und werben für EDIE.

Dietzenbach - Stadtwerke und Maingau bieten ab sofort in Kooperation Strom in der Kreisstadt an. Überschüssige Einnahmen aus dem neuen Produkt fließen in den städtischen Haushalt. Von Ronny Paul 

Seit einigen Tagen fragen sich Dietzenbacher: „Wer oder was ist EDIE? Und was hat es mit den Kabeln und Elektrogeräten auf sich?“ Ratte Ludwig am Steinbergkreisel hat es sich geholt, der Ausscheller in der Altstadt auch. Und das Deiwelche unterm Dach ebenso. So steht es zumindest auf den den Wahrzeichen umgehängten Schildern. Darauf ist ein rotgelber Drache zu sehen: EDIE. Dieses kleine, „energiespeiende“ Geschöpf hat Ratte-Ludwig-Mama Uschi Heusel entworfen. Doch was steckt hinter der Guerilla-Aktion?

EDIE steht für „Energie für Dietzenbach“, ein neues Produkt der Stadtwerke GmbH in Kooperation mit der Maingau Energie GmbH. Damit wagen sich die Stadtwerke auf ein hart umkämpftes Feld. Derzeitiger Platzhirsch auf dem Strommarkt der Kreisstadt ist die Energieversorgung Offenbach. Man wisse, was auf dem Markt alles los ist, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Christian Locke. Doch man habe mit der Maingau einen starken Partner, der sich auf dem Feld auskenne. Für Bürgermeister Jürgen Rogg, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Maingau ist, an der die Stadt Dietzenbach 15 Prozent der Geschäftsanteile hält, ist dieser Schritt nur „folgerichtig und konsequent“. Maingau-Geschäftsführer Richard Schmitz betont: „Die Stadtwerke sind für uns der ideale Partner, sie sind für die Kunden vor Ort immer ansprechbar und wir unterstützen die Kollegen mit unserer Erfahrung in allen Bereichen.“ EDIE-Strom ergänze „auch ganz im Sinne der Bürgerschaft das Portfolio unserer Stadtwerke im Bereich der Daseinsvorsorge“, betont Locke. Das kommunale Dienstleistungsunternehmen bringe langjährige Kompetenzen in der Wasserversorgung, der Abwasser- und Abfallentsorgung, der Straßenreinigung und dem Öffentlichen Personennahverkehr mit.

Die Aufteilung in Sachen EDIE-Strom ist wie folgt: Die Maingau kümmert sich um Vertragsabschlüsse, Verwaltung, Kommunikation mit dem Netzbetreiber sowie die Bereitstellung der Abrechnungen. Die Stadtwerke wiederum sind verantwortlich für den Vertrieb und den Kundenservice, bis hin zum Vertragsabschluss. „Ansprechpartner für alle Interessierten ist das Team im Kundenzentrum der Stadtwerke (Rathaus, Europaplatz 1), unsere Mitarbeiter dort sind inzwischen auch auf das Produkt Strom geschult“, sagt Nadja Lubrich, Geschäftsbereichsleiterin für kommunale Dienstleistungen bei den Stadtwerken. Das Produkt selbst werde zu 100 Prozent aus Wasserkraft gespeist, informiert Locke.

Wie sicher ist unsere Stromversorgung? Fragen & Antworten

Für die Kunden habe EDIE den Vorteil, dass er auf einem niedrigen Arbeits- und einem niedrigen Grundpreis, deren Höhen für zwölf Monate ab Belieferung garantiert werden, basiert, erläutert Lubrich. Darüber hinaus können Kunden von einem Sofortbonus profitieren, es gibt zudem keine Vertragslaufzeit und eine kurze Kündigungsfrist von zwei Wochen.

„Wir hoffen, dass wir breite Unterstützung bekommen – auch aus der Politik, die will, dass wir was für den Haushalt tun“, sagt Locke. Denn der Überschuss, den die Stadtwerke erwirtschaften, fließt in den städtischen Haushalt. Zudem gibt es im Haushalt der Stadtwerke ein Budget für Vereins- und Kulturförderung. In den vergangenen Jahren haben die Stadtwerke mit Unterstützung der Maingau laut Locke einen mittleren fünfstelligen Betrag in solche Projekte fließen lassen. „Wir hoffen, damit einen Beitrag für viele sozialen Aufgaben in der Stadt leisten zu können“, sagt Locke, der bei EDIE Kunden im höheren dreistelligen Bereich erwartet. Für die Plakatwerbung haben die Stadtwerke – unentgeltlich, wie Locke unterstreicht – Dietzenbacher Persönlichkeiten aus Sport, Kultur und Gesellschaft gewonnen – unter anderem Ehrenbürgermeister Jürgen Heyer, FC-Fußballtrainer Ertan Caliskan oder die Pianistin Nami Ejiri.

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